Wirtschaft

Noch kein Verhandlungstermin: Mann+Hummel-Jobs künftig im Ausland?

Gibt es noch Hoffnung für den Standort des Ludwigsburger Unternehmens Mann+Hummel in Speyer? Gewerkschafter verzweifeln an der Geschäftspolitik.

  • Mann+Hummel-Zentrale in Ludwigsburg – hier gingen erst 2020 rund 400 Jobs verloren.Foto: Simon Granville

    Mann+Hummel-Zentrale in Ludwigsburg – hier gingen erst 2020 rund 400 Jobs verloren.Foto: Simon Granville

Der Filtrationsspezialist Mann+Hummel plant die Schließung seines Werks in Speyer, was rund 600 Arbeitsplätze kosten wird. Die Produktion und Logistikaktivitäten sollen „schrittweise an andere Werke der Mann+Hummel Gruppe in Europa verlagert werden“, teilt das Unternehmen auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Zu konkreten Zielstandorten will sich das Unternehmen derzeit nicht äußern. In Speyer werden heute Filtrationslösungen unter anderem für Bau- und Landmaschinen sowie für weitere industrielle Anwendungen hergestellt – laut Branchenkennern durchaus ein rentabler Bereich.

Mann+Hummel verlagert Produktion

Mann+Hummel ist in Europa mit Werken in Polen, Tschechien, Bosnien, Spanien, Großbritannien, der Ukraine und Deutschland vertreten. „Die genaue Zuordnung einzelner Produktionslinien zu konkreten Zielstandorten wird im Rahmen der detaillierten Umsetzungsplanung festgelegt“, so Lisa Schiffgens, Director Corporate Relations in der Mann+Hummel-Zentrale in Ludwigsburg.

Noch kein Verhandlungstermin bei Mann+Hummel in Speyer

Die Verhandlungen mit dem örtlichen Betriebsrat in Speyer sollen laut Pressestelle „schnellstmöglich“ beginnen, ein konkreter Termin stand zum Zeitpunkt der Anfrage am 23. April jedoch noch nicht fest. Das Werk in Speyer ist an die Tarifverträge der Metall- und Elektro-Industrie Rheinland-Pfalz gebunden.

Werksschließung 2020 in Ludwigsburg

Bereits 2020 hatte Mann+Hummel ein Werk am Standort der Zentrale in Ludwigsburg geschlossen, wobei rund 400 Mitarbeiter betroffen waren. Zu Fragen nach der Quote der Weiterbeschäftigung, Abfindungshöhen und anderen Details der damaligen Werksschließung wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass auch dieses Mal wieder zu IG-Metall-üblichen Konditionen verhandelt werden kann. Die Werksschließung in Speyer soll über zwei Jahre gestreckt werden und spätestens 2028 abgeschlossen sein.

Internationale Ausrichtung von Mann+Hummel

Mann+Hummel ist als Filterhersteller global an mehr als 80 Standorten tätig und erwirtschaftet mit über 20.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 4,5 Milliarden Euro. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als „Technologie- und Innovationsführer“ und setzt nach eigenen Angaben auch stark auf „Forschungs- und Entwicklungsstandorte“.

Ob es für Speyer eine solche Chance geben könnte, bleibt allerdings unklar. Die dortige Produktion mit 400 Mitarbeitern soll laut Geschäftsleitung jedenfalls auslaufen – Gewerkschafter laufen derzeit Sturm gegen die Schließungspläne. „Ob Funktionen und Tätigkeiten aus den produktionsfernen Bereichen nach Ludwigsburg verlagert werden, ist Gegenstand der jetzt anstehenden Umsetzungsplanung“, hatte eine Sprecherin kürzlich gesagt.

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