Politik

Lula prangert "Wahnsinn" des Iran-Krieges an

Während Milliarden hungern, fließen 2,7 Billionen Dollar in Kriege, klagt Lula in Hannover. Er fordert, Technik für Frieden statt Zerstörung zu nutzen – und nimmt die Mächtigen ins Visier.

  • Lula nimmt den UN-Sicherheitsrat ins Visier.Foto: Michael Matthey/dpa

    Lula nimmt den UN-Sicherheitsrat ins Visier.Foto: Michael Matthey/dpa

Hannover - Bei der Eröffnung der Hannover Messe hat der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als "Wahnsinn" angeprangert. In seiner Eröffnungsrede äußerte Lula zudem scharfe Kritik an den weltweiten Rüstungsausgaben und an der Handlungsunfähigkeit des UN-Sicherheitsrats.

Es sei im 21. Jahrhundert nicht hinnehmbar, so der 80-jährige, dass Hunger, Analphabetismus und fehlender Zugang zu Elektrizität für Milliarden Menschen weiter ungelöst blieben, während zugleich 2,7 Billionen US-Dollar für Kriege ausgegeben würden. Lula rief dazu auf, moderne Technologien nicht für Kriege, sondern "für eine nachhaltigere und sicherere Welt" zu nutzen.

Lula beklagt "so viele Konflikte" wie nie seit 1945

"Wir erleben einen kritischen Moment in der globalen Geopolitik, geprägt von großen Paradoxa: Während Astronauten zum Mond fliegen, werden bei den Bombardements im Nahen Osten wahllos Frauen und Kinder getötet", klagte der linksgerichtete Staatschef aus Südamerika.

Lula kritisierte nicht nur US-Präsident Donald Trump, sondern alle fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats. Das Gremium sei geschaffen worden, um Frieden zu sichern und eine Wiederholung des Zweiten Weltkriegs zu verhindern. Stattdessen erlebe die Welt heute so viele Konflikte wie nie seit 1945, und die Mächtigen schauten tatenlos zu. Man müsse die Staats- und Regierungschefs Donald Trump, Wladimir Putin, Xi Jinping, Emmanuel Macron sowie Keir Starmer fragen, wozu der Sicherheitsrat überhaupt diene, sagte Lula.

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