Es war einmal eine Zeit, da gehörte es untrennbar zur DNA der Vereinigten Staaten sich für den Freihandel einzusetzen. Jetzt spricht Trump an einem Tag so und am anderen so. Erst hat er angekündigt, die USA wollten künftig von Schiffen eine Sicherheitsgebühr von 20 Prozent auf alle Ladungen kassieren, wenn diese die Straße von Hormus durchquerten. Und einen Tag später kündigte er an, es werde doch nicht so kommen. Was Trump morgen zum Thema sagt und denkt, weiß niemand. Und was er am Ende wirklich tun wird, auch nicht.
Trumps Gebaren erinnert an das eines mittelalterlichen Königs oder Fürsten, der mit seinen Launen alle in den Wahnsinn treibt. Keine Frage: Es ist gut, dass Trump den irrsinnigen Plan mit der 20-Prozent-Gebühr hat fallen lassen. Denn mit dieser verheerenden Anti-Freihandels-Politik hätte er der Weltwirtschaft schwer geschadet. Doch es ist mittlerweile unmöglich, sich darüber zu freuen, wenn Trump ausnahmsweise mal etwas Vernünftiges tut. Denn die Halbwertszeit seiner Entscheidungen wird immer geringer. Damit schadet er auch den USA, die in keinerlei Hinsicht mehr als verlässlicher Partner gelten können. Doch das ist Trump offenkundig vollkommen egal. Der Charakter der USA hat sich grundlegend geändert. Deutschland muss an seiner Unabhängigkeit von den USA arbeiten: in militärischen Fragen, aber auch durch viele kluge Handelsabkommen mit anderen Staaten.
