Stuttgart

Kommentar: Generationenvertrag in Gefahr

Kommentar: Generationenvertrag in Gefahr

Die Zukunft sieht nicht rosig aus. Der Klimawandel ist angesichts der Hitze und der Waldbrände in Europa nicht mehr zu leugnen. Der Sturm Zehntausender auf die spanische Exklave Ceuta erinnert daran, dass die Herausforderungen der Migration nicht gelöst sind. Der russische Überfall auf die Ukraine hat den Krieg wieder nach Europa gebracht, radikale Kräfte arbeiten an der Zerstörung der Demokratie. Angesichts dieser akuten Bedrohungen wird ein Problem kaum wahrgenommen, das wie ein schleichendes Gift wirkt: der demografische Wandel. Die grundlegende Verschiebung in der Altersstruktur ist aber in der Lage, eine Gesellschaft zu zerstören, deren Grundlage auf dem Generationenvertrag aufgebaut ist: Die Jungen versorgen die Alten. Sinkende Geburtenraten und steigendes Lebensalter bringen das Gleichgewicht aus dem Lot.

Politik und Gesellschaft können dagegen etwas tun. Nötig sind Maßnahmen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen, bezahlbarer Wohnraum, altersfreundliche Gemeinschaften, lebenslanges Lernen, flexible Arbeitsmodelle und nachhaltige Rentenreformen. Voraussetzungen sind die Einsicht in die Notwendigkeit und der Wille zur Veränderung. Der aktuelle Streit in Sachen Rentenreform macht wenig Hoffnung. Noch immer glauben einzelne Gruppen und Organisationen, ihre Partikularinteressen verteidigen zu können. Mit dieser Ich-will-Mentalität ist in Zukunft kein Staat mehr zu machen.

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