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Kommentar: Die 12-Uhr-Regel ist unsinnig

Kommentar: Die 12-Uhr-Regel ist unsinnig

Preisbewusste Rentner und Pendler mit flexiblen Arbeitszeiten hatten in den vergangenen sechs Monaten eine Gemeinsamkeit: Musste der Tank befüllt werden, taten sie das am Vormittag. Denn mittags schnellten die Diesel- und Benzinpreise in die Höhe. Nun hat der ADAC die Abschaffung der 12-Uhr-Regel gefordert. Zu Recht.

Der Autoclub sowie Wirtschaftsinstitute haben festgestellt, dass die einmalige Preiserhöhung am Tag zwar Transparenz darüber bringt, wann die Preise am niedrigsten sind. Eine Entlastung für Verbraucher ist sie aber nicht. Denn sie führt zu insgesamt höheren Durchschnittspreisen. Kein Wunder: Wenn Unternehmen einen Tag lang keine Erhöhung vornehmen können, haben sie einen Anreiz, um 12 Uhr einen Sicherheitsaufschlag einzupreisen. Vor Einführung der Maßnahme gab es also mehr Möglichkeiten, günstiger zu tanken. Zudem ändert die Regel nichts am eigentlichen Problem: Die Kraftstoffpreise werden durch Rohölpreise, Transportkosten, Steuern und Abgaben bestimmt. Sie steuern, wie viel Autofahrer hierzulande für Diesel und Benzin zahlen. Die 12-Uhr-Regel ändert daran nichts.

Dass die Maßnahme wenig bringt, ist auch der Bundesregierung bekannt. Deshalb will sie schon bald eine Neuauflage des Tankrabatts und später einen Spritpreisdeckel einführen. Doch auch diese Mittel werden nur punktuell Entlastung bringen und sind zudem teuer.

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