Der Klimawandel bedroht die Versorgung der Weltbevölkerung mit Reis stärker als bisher gedacht. Bei einer globalen Erwärmung um ein Grad Celsius sei bereits ein Ertragsrückgang um 8,1 Prozent für das Grundnahrungsmittel anzunehmen, teilte das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Mittwoch unter Berufung auf eine gemeinsame Studie mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) mit. Sieben zum Vergleich herangezogene globale Ertragsmodelle waren den Angaben nach von Einbußen von nur 3,8 Prozent ausgegangen.
Den Untersuchungen zufolge wurde bislang unterschätzt, wie stark Reis auf extreme Hitze reagiert. Für die Studie werteten Forscherinnen und Forscher demnach 214 Beobachtungen aus Freilandexperimenten aus. Die Ergebnisse zeigten, dass Temperaturen von über 30 Grad Celsius ein wichtiger Faktor bei Ertragseinbußen infolge der Erderwärmung sind. Laut der Leitautorin der Studie, Yiwei Jian vom UFZ, ist Reis in seiner Fortpflanzungsphase besonders anfällig für extreme Hitze.
Hitzetolerante Sorten entwickeln
An mehr als 70 Prozent der untersuchten Standorte war große Hitze für mehr als die Hälfte der absoluten Ertragsveränderung verantwortlich, hieß es weiter. Die Studienautoren empfehlen daher Anpassungsmaßnahmen wie die Entwicklung und den Anbau hitzetoleranter Sorten sowie eine optimierte Bewässerung. Reis ist für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ein Grundnahrungsmittel.

