Der Kampfmittelräumdienst hat im Waldbrandgebiet an der französischen Atlantikküste ein Arsenal von Weltkriegsmunition entdeckt, von dessen Existenz die Bewohner jahrzehntelang nichts wussten. Während die evakuierten Bewohner in den schwer zerstörten Ort Le Porge zurückkehren konnten, setzten die Kampfmittelexperten auf einem abgesperrten Areal, an dem ein Schild vor höchster Lebensgefahr warnte, die Suche nach alter Munition fort. In dem Ort waren während der Brände Explosionen zu hören gewesen und anschließend Geschosse entdeckt worden.
„Wir waren letzte Woche im Einsatz und haben dieses Feld gefunden, wo wir 75 Granaten entfernt haben“, sagte der Leiter des Kampfmittelräumdienstes aus Bordeaux, Philippe Delemotte, dem Sender France Info. „Heute haben wir etwas gewartet, bis das Feld abgekühlt war, um es betreten zu können. Und innerhalb weniger Minuten haben wir hier wieder solche Granaten gefunden.“ Dabei wies der Kampfmittelexperte auf französische Mörsergranaten und auf deutsche Panzergranaten. „Man kann davon ausgehen, dass es noch viele davon gibt, da wir innerhalb von fünf Minuten bereits einige gefunden haben.“
Unvollständige Entschärfung nach Kriegsende
Zunächst war vermutet worden, es handele sich um ein Munitionsversteck der am Atlantikwall eingesetzten deutschen Truppen. „Heute lässt uns eine solche Situation nicht an ein deutsches Munitionslager am Ende des Krieges denken, sondern eher an Vernichtungsmaßnahmen, die damals in ausgehobenen Gruben durchgeführt wurden, die nicht vollständig zufriedenstellend waren und bei denen die Munition nicht optimal vernichtet wurde“, sagte der Kampfmittelräumer.
Das habe dazu geführt, dass scharfe Granaten an der Oberfläche zurückblieben. Damit die Bewohner sicher in ihre angrenzenden Häuser zurückkehren könnten, sollten die verbliebenen Granaten so schnell wie möglich lokalisiert und unschädlich gemacht werden.

