Wegen einer möglichen Belastung mit Listerien hat die Dorfkäserei Geifertshofen AG aus Bühlerzell eine erhebliche Ausweitung ihres Warenrückrufs bekannt gegeben. Auslöser der Maßnahme war der Nachweis von Listeria monocytogenes in einer Probe des „Weinbauernkäses“. Weil die Bakterien auf weitere Produkte im Reifekeller übergesprungen sein könnten, ruft der Betrieb vorsorglich alle Chargen von insgesamt 15 Käsespezialitäten zurück. Die betroffenen Bio-Produkte (Bioland und Demeter) wurden bundesweit in allen 16 Bundesländern vertrieben. Die Ware gelangte über den klassischen Lebensmitteleinzelhandel, Naturkost- und Feinkostgeschäfte, Metzgereien, Hofläden, den Rewe-Online-Shop sowie Gastronomiebetriebe und den Eigenvertrieb der Käserei in den Umlauf.
Kennzeichen der betroffenen Produkte
Der Rückruf umfasst sowohl verpackte Selbstbedienungsstücke in allen Grammaturen als auch lose Ware, die frisch an Käsetheken aufgeschnitten wurde. Sämtliche Betroffene tragen das Identitätskennzeichen DE BW 445 EG.
- Produkte mit MHD bis einschließlich 30.10.2026:
- Weinbauernkäse (Bioland)
- Weinbauernkäse mittelalt (Bioland)
- Wengert (Demeter)
- Alter Wengert (Demeter)
- Geifertshofener Classico (Bioland)
- Schwäbischer Trollingerkäse (Bioland)
- Produkte mit MHD bis einschließlich 12.11.2026 bzw. 20.11.2026:
- Bühlertaler Dorfkäse / Bühlertaler (Bioland)
- St. Barbara mittelalt (Bioland)
- St. Barbara (Bioland)
- Schwäbischer Rahmkäse (Bioland)
- Geifertshofener Pfefferkäse (Bioland)
- Geifertshofener Schabzigerkleekäse (Bioland)
- Geifertshofener Blütenfee (Bioland)
- Geifertshofener Classico gerieben (Bioland)
- Bio-Reibekäsemischung (Bioland)
Die Warnung gilt für alle Chargen und Lot-Nummern innerhalb der genannten Haltbarkeitszeiträume. Spezifische GTIN- oder EAN-Barcodes schränkt der Hersteller nicht ein.
Listerien-Gefahr lauert im Käse
Krankheitserreger der Gattung Listeria monocytogenes können eine Listeriose auslösen. Diese macht sich meist innerhalb von zwei Wochen durch Grippesymptome, Fieber und Magen-Darm-Beschwerden bemerkbar. Während gesunde Erwachsene oft nur milde Verläufe zeigen, besteht für empfindliche Personengruppen ein hohes Risiko: Bei Senioren, Immungeschwächten und Säuglingen drohen schwere Komplikationen wie Blutvergiftungen oder Hirnhautentzündungen. Bei Schwangeren kann eine Infektion selbst ohne eigene Symptome zu Schädigungen des Ungeborenen oder zu einer Fehlgeburt führen.
Verseuchten Käse keinesfalls essen
Verbraucher sollten die gelisteten Käsesorten keinesfalls konsumieren. Betroffene Produkte können in der jeweiligen Einkaufsstätte zurückgegeben werden. Der Kaufpreis wird auch ohne Vorlage des Kassenbons vollständig erstattet. Wer den Käse bereits verzehrt hat und Unwohlsein oder Fieber verspürt, sollte umgehend ärztlichen Rat suchen und auf die Listerien-Warnung hinweisen. Schwangeren wird eine präventive ärztliche Beratung empfohlen.
Achten Sie beim Einkauf von Bio-Käse an der Theke oder im Kühlregal auf das ovale Genussmittel-Identitätskennzeichen auf der Verpackung oder dem Preisschild. Lautet der Code DE BW 445 EG, handelt es sich um Produkte des betroffenen Herstellers, die derzeit sicherheitshalber nicht auf dem Speiseplan stehen sollten.

