Nürnberg/Düsseldorf - Der Krieg im Iran und seine Auswirkungen haben die Stellenmärkte in großen Teilen Europas durcheinandergewirbelt. Die Jobseite Indeed verzeichnete einen durchschnittlichen Rückgang der Stellenausschreibungen um 5,6 Prozent in neun untersuchten Ländern. In Deutschland lag das Minus bei 4,6 Prozent.
Lichtblick: Spanien
Besonders starke Einbrüche gab es demnach in Großbritannien (minus 7,4 Prozent), Irland (minus 7,1 Prozent) und Frankreich (minus 5,9 Prozent). Auch der Ausbildungsmarkt sei - entgegen dem eigentlich saisonüblichen Trend - eingeknickt. Einziger Lichtblick blieb Spanien - mit einem Plus von 4,1 Prozent.
In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres sei die Zahl der Stellenausschreibungen noch gestiegen. Im März sei es dann synchron mit Kriegsbeginn zu einem Einbruch gekommen, heißt es in der Untersuchung der Indeed-Ökonomin Virginia Sondergeld. "Die Zeichen stehen derzeit weiterhin eher auf Abwarten als auf Aufbruch", betonte sie.
Keine Hoffnung auf baldige Erholung
"Noch zu Jahresbeginn gab es die berechtigte Hoffnung, dass der europäische und insbesondere der deutsche Stellenmarkt seine Schwächephase bald überwindet", sagte die Arbeitsmarkt-Expertin. Doch der geopolitische Schock des Iran-Krieges habe länderübergreifend zu Absenkungen von Konjunktur- und Arbeitsmarktprognosen geführt. "Die Hoffnung auf baldige Erholung ist vorerst ausgebremst", sagte Sondergeld.
Auf dem Ausbildungsmarkt in Deutschland sei ein positiver Effekt im ersten Quartal vollständig ausgeblieben. Das Angebot an Ausbildungsstellen sei im Jahresvergleich um 3,7 Prozent zurückgegangen. Ein Jahr zuvor stand noch ein sattes Plus von 6,2 Prozent zu Buche.

