Am Samstag (31. Oktober) gingen in mehr als 30 deutschen Städten Menschen auf die Straße, um unter anderem für bessere Bildung, bezahlbaren Wohnraum und gegen steigende Lebenshaltungskosten sowie eine mögliche Wehrpflicht zu demonstrieren. Die Veranstaltungen verliefen größtenteils friedlich. Am Abend eskalierte die Situation jedoch an mehreren Orten. Das geht aus Polizeimeldungen und Medienberichten hervor.
Frankfurt: Massive Angriffe auf Polizeibeamte
In der Frankfurter Innenstadt kam es nach dem Ende einer Versammlung zu schweren Ausschreitungen. Betroffen waren insbesondere die Bereiche rund um die Hauptwache, Konstablerwache und die Einkaufsstraße Zeil. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Frankfurt wurden Sachbeschädigungen und Eigentumsdelikte begangen. Zudem seien Polizeibeamte massiv tätlich angegriffen worden.
Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen, die Fotos oder Videos von den Vorfällen gemacht haben.
Köln: 23 Polizisten verletzt
Auch in Köln kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Nach dem Ende einer angemeldeten Versammlung wurden Einsatzkräfte aus einer Gruppe heraus mit Steinen, Glasflaschen und Knallkörpern beworfen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein und stellte die Personalien von knapp 1.000 Menschen fest.
Bei Kontrollen stellten die Beamten unter anderem Stichwaffen, selbst gebaute Pyrotechnik und Molotowcocktails sicher.
Unabhängig vom Demonstrationsgeschehen randalierten in der Halloween-Nacht weitere Gruppen in der Stadt. Dabei wurden unter anderem eine Schaufensterfront zerstört, Müllcontainer angezündet und Polizeifahrzeuge beschädigt. Insgesamt wurden nach Polizeiangaben 23 Beamte im Laufe der Nacht verletzt.
Die Polizei betonte ausdrücklich, dass zwischen friedlichen Demonstranten und gewaltbereiten Personen unterschieden werden müsse.
Hamburg: Rund 120 vorläufige Festnahmen
In Hamburg beteiligten sich laut Polizei rund 6.700 Menschen an einem Demonstrationszug gegen die Wehrpflicht. Im Verlauf wurden Einsatzkräfte wiederholt mit Steinen, Pyrotechnik und anderen Gegenständen beworfen. Zudem entzündeten Personen ein Feuer aus entwendeten Absperrelementen.
Die Versammlung wurde vorzeitig beendet. Anschließend kam es insbesondere im Stadtteil St. Georg und rund um den Hauptbahnhof zu weiteren Zwischenfällen. Gruppen versuchten, Gegenstände auf Straßen zu ziehen und anzuzünden. Die Polizei setzte unter anderem einen Wasserwerfer ein.
Am späten Abend wurden im Bereich Steintorweg/Bremer Reihe rund 120 Personen kontrolliert und vorläufig festgenommen.
Stuttgart: Rund 50 Straftaten registriert
In Stuttgart demonstrierten nach Polizeiangaben etwa 6.000 Menschen. Während des Aufzugs wurden wiederholt pyrotechnische Gegenstände gezündet. Einzelne Teilnehmer vermummten sich und versuchten, die genehmigte Demonstrationsstrecke zu verlassen.
Nach dem Ende der Versammlung wurden Gegenstände gegen ein Polizeifahrzeug geworfen und Pyrotechnik in Richtung von Einsatzkräften gezündet. Fünf Polizisten wurden leicht verletzt.
Insgesamt registrierte die Polizei rund 50 Straftaten. Größere Ausschreitungen gegenüber Unbeteiligten blieben nach ihren Erkenntnissen allerdings aus.
Berlin: Böllerwürfe auf Polizeikräfte
In Berlin beteiligten sich mehrere Tausend Menschen an einer friedlichen Kundgebung am Brandenburger Tor. Später kam es bei einer separaten Demonstration unter dem Motto „GenZ hat genug“ am Rosenthaler Platz zu Zwischenfällen.
Nach Berichten des rbb wurden dort Böller auf Polizeikräfte geworfen. Die Organisatoren der ursprünglichen Kundgebung hatten sich von der weiteren Demonstration distanziert.
Proteste überwiegend friedlich
Trotz der Zwischenfälle fällt die bundesweite Bilanz differenziert aus. Der Großteil der Demonstranten protestierte friedlich. Mehrere Polizeibehörden berichteten jedoch von Gruppen, die gezielt die Konfrontation mit Einsatzkräften suchten.
Die Ermittlungen zu den Straftaten dauern an. Insbesondere in Köln und Hamburg betonten die Behörden, dass zwischen dem eigentlichen Protestgeschehen und weiteren Ausschreitungen im Zusammenhang mit der Halloween-Nacht unterschieden werden müsse.

