Politik

Hanning soll Analyse für Geheimdienst von Aserbaidschan erstellt haben

Der unter Spionageverdacht festgenommene frühere BND-Präsident August Hanning soll laut einem Bericht des Spiegels eine Analyse für den Geheimdienst von Aserbaidschan erstellt haben. Die Details.

  • Der frühere BND-Chef August Hanning steht unter SpionageverdachtMichael Kappeler/dpa

    Der frühere BND-Chef August Hanning steht unter SpionageverdachtMichael Kappeler/dpa

Der unter Spionageverdacht festgenommene frühere BND-Präsident August Hanning soll einem Medienbericht zufolge eine Analyse für den Geheimdienst von Aserbaidschan erstellt haben. Wie der „Spiegel“ am Dienstagabend berichtete, gehen Ermittler dem Verdacht nach, dass Hanning mit einem Agenten der Kaukasusrepublik Aserbaidschan in Verbindung stand. Der ehemalige Geheimdienstchef und sein früherer Büroleiter beim Bundesnachrichtendienst (BND), Manfred D., waren am Dienstag festgenommen worden.

Hanning soll nach Angaben der Bundesanwaltschaft von D. geheime Informationen bekommen und daraus eine Analyse für einen ausländischen Geheimdienst erstellt haben. Um welchen Staat es sich dabei handelte, teilte die Anklagebehörde aber nicht mit.

Kontakt mit aserbaidschanischem Geheimdienstmann?

Laut „Spiegel“ handelte es sich bei dem mutmaßlichen Auftraggeber Hannings um einen aserbaidschanischen Geheimdienstmann. Ob die vom Ex-BND-Chef erstellte Analyse den Adressaten tatsächlich erreichte, ist demnach Gegenstand laufender Ermittlungen.

D. arbeitete laut Bundesanwaltschaft lange mit Hanning zusammen, zunächst beim BND als dessen Büroleiter. Als Hanning Ende 2005 als Staatssekretär ins Bundesinnenministerium wechselte, folgte D. ihm dorthin als Assistent.

Nach dem Ende von Hannings Laufbahn arbeitete D. der Bundesanwaltschaft zufolge von März 2012 bis März 2026 wieder als Büroleiter beim BND, diesmal für nachfolgende Präsidenten. In dieser Funktion habe er Zugriff auf geheimhaltungsbedürftige Informationen gehabt. Etwa 2000 Dokumente soll er an Hanning weitergegeben haben. D. sitzt nun in Untersuchungshaft.

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