Oftmals folgt auf eine Sonnenfinsternis gut zwei Wochen später eine Mondfinsternis oder auf eine Mondfinsternis eine weitere Sonnenfinsternis. Nur selten sind die zu einer solchen „Finsternis-Saison“ gehörigen Sonnen- und Mondfinsternisse allerdings auch vom selben Ort auf der Erde aus sichtbar.
Bei der Mondfinsternis am 28. August 2026, die auf die Sonnenfinsternis vom 12. August folgt, ist das von Deutschland aus tatsächlich der Fall. Dafür sind beide Finsternisse allerdings auch nur zum Teil sichtbar.
Ähnliche Voraussetzungen unter umgekehrten Vorzeichen
Die Voraussetzungen für die Beobachtung sind dabei in Deutschland ganz ähnlich, wenn auch mit umgekehrtem Vorzeichen: Die Finsternis spielt sich tief über dem Westhorizont ab, Teile finden erst nach dem Untergang des Mondes statt – allerdings nicht am Abend, sondern in der Morgendämmerung.
Eine Mondfinsternis tritt immer dann auf, wenn der Mond auf seiner Umlaufbahn um die Erde in den Schatten eintritt, den die Erde in den Weltraum wirft. Der Erdschatten hat zwei Bereiche: den inneren Kernschatten und den äußeren Halbschatten.
28. August, 4.33 Uhr: Eintritt des Mondes in den Kernschatten
Der deutlich sichtbare Teil der Finsternis beginnt am 28. August um 4.33 Uhr mit dem Eintritt des Mondes in den Kernschatten. Der Mond steht zu diesem Zeitpunkt in Deutschland etwas höher am Himmel als die Sonne zu Beginn der Sonnenfinsternis vom 12. August.
Im weiteren Verlauf nähert er sich allerdings nicht nur mehr und mehr dem Horizont. Auch die Morgendämmerung setzt ein und hellt den Himmel auf. Es wird dadurch immer schwieriger, den Mond noch zu erkennen. Ein Fernglas kann hierbei helfen.
28. August, 6.13 Uhr: Maximale Verfinsterung
Die maximale Verfinsterung um 6.13 Uhr tritt im Osten Deutschlands allerdings bereits nach dem Untergang des Mondes und dem Aufgang der Sonne ein.
Im äußersten Westen der Republik hingegen verschieben sich die Auf- und Untergangszeiten von Sonne und Mond um etwas mehr als eine halbe Stunde nach hinten, so dass mehr von der Finsternis zu sehen sein wird.
28. August, 7.53 Uhr: Austritt aus dem Kernschatten
Der Austritt des Mondes aus dem Kernschatten um 7.53 Uhr findet aber von Deutschland aus in jedem Fall lange nach Sonnenaufgang und Monduntergang statt.
Im Westen Spaniens, Westafrika und von den Kanarischen Inseln aus kann aber schon fast der komplette Durchgang durch den Kernschatten verfolgt werden. Optimale Beobachtungsbedingungen bieten sich im Ostteil der USA und Kanadas sowie in ganz Südamerika.
Maximum von 93 Prozent
Der Mond tritt bei dieser Finsternis zu maximal 93 Prozent in den Kernschatten der Erde ein. Es handelt sich also um keine totale, sondern um eine partielle Mondfinsternis. Das bedeutet: Ein kleiner Teil des Mondes bleibt durchgehend hell.
Die typische kupferrote Färbung, die der Mond bei einer totalen Mondfinsternis annimmt, könnte zumindest im Westen Deutschlands beim verfinsterten Teil des Mondes andeutungsweise dennoch sichtbar werden.
Für die Beobachtung der Finsternis ist neben klarem Himmel freie Sicht auf den Südwesthorizont nötig. Die allermeisten Standorte, von denen aus die Sonnenfinsternis am 12. August sichtbar war, sollten auch zur Beobachtung der Mondfinsternis am 28. August geeignet sein. Sehr lohnend kann es auch sein, den teilweise verfinsterten Mond unmittelbar über dem Horizont mit einem passenden Vordergrundmotiv im Bild festzuhalten.

