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Frisch Auf stellt die Weichen

Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen geht mit einem neuen Hauptsponsor in die Zukunft, auf dessen Grundstück auch ein neues Trainingszentrum des Traditionsclubs entstehen wird.

Göppingen - Die Aussage von Gerd Hofele im Interview mit unserer Redaktion vergangenen Dezember hatte für Aufsehen gesorgt: Wenn sich an den vorhandenen Rahmenbedingungen nichts ändere, sehe er den Bundesligahandball in Göppingen mittel- und langfristig als gefährdet an. Am Montag hat der Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten eine Nachricht zu verkünden, die die Zukunftsaussichten des Traditionsclubs Frisch Auf rosiger aussehen lassen. „Das Projekt mit dem Unternehmen Salvia ist mehr als ein Meilenstein für eine positive Zukunft, um mit anderen Standorten etwa in Landeshauptstädten mithalten zu können“, sagte Hofele in den Räumen des neuen Hauptsponsors in Eislingen.

Das Gebäudetechnik-Unternehmen wird ab der kommenden Saison Nachfolger des bisherigen Hauptsponsors Teamviewer, der zuletzt nach Informationen unserer Redaktion pro Saison 440.000 Euro beisteuerte. Über das finanzielle Engagement von Salvia wurde Stillschweigen vereinbart, es dürfte nicht ganz so hoch sein wie das von Teamviewer. Doch Salvia ist für Frisch Auf mehr als nur Hauptgeldgeber, es ist strategischer Partner. Die auf fünf Jahre angelegte Partnerschaft enthält auch die gemeinsame Planung eines Trainings- und Leistungszentrums im benachbarten Eislingen. Der Fokus dabei liegt auf dem Nachwuchskonzept, das unter Cheftrainer Ben Matschke konsequent im Bundesligateam umgesetzt wird. Die EWS-Arena in Göppingen ist seit Jahren an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt, sodass die vorhandene Trainingsinfrastruktur für die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen nicht mehr ausreicht.

Abhilfe schaffen soll nun eine spielfähige Trainingshalle (mit 250 Sitzplätzen für Zuschauer), in der auch die A- und B-Jugend-Bundesligateams ihre Heimspiele austragen können, samt Foyer sowie Räumlichkeiten für Krafttraining und physiotherapeutische Behandlungen. Auch Gymnastikräume werden eingebunden, zudem eine Geschäftsstelle und ein Fan-Shop. Die zusätzlichen Trainingsflächen sollen sowohl von den Jugendmannschaften aus dem Frisch-Auf-Nachwuchscenter als auch für die breitensportlichen Angebote des Hauptvereins genutzt werden. Darüber hinaus würden sich natürlich auch die Trainingsmöglichkeiten für das Profiteam deutlich verbessern. In welcher Weise der weibliche Handballnachwuchs integriert wird, gilt es noch zu klären.

Geschäftsführer Hofele ist jedenfalls sehr glücklich über die neue Perspektive: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Salvia nicht nur einen neuen Hauptsponsor für Frisch Auf gewinnen konnten, sondern darüber hinaus sich auch die große Möglichkeit eröffnet, die Marke Frisch Auf zukunftsfähig zu gestalten. Für den eingeschlagenen Weg der Integration von in unserem Nachwuchscenter ausgebildeten Handballtalenten in unser Profiteam ist eine konkurrenzfähige Infrastruktur für den Trainingsbetrieb von essenzieller Bedeutung.“

Klar ist, dass bis zur Umsetzung des rund zehn Millionen Euro teuren Projekts noch Hürden zu überwinden sind. Insbesondere in der Frage der Finanzierung liegt die zentrale Herausforderung und ist laut Angaben des Bundesligisten nur durch eine gemeinsame Kraftanstrengung und Unterstützung von zahlreichen Beteiligten, Partnern und Förderern innerhalb und außerhalb der großen Frisch-Auf-Familie denkbar.

Läuft alles nach Plan, soll bereits im ersten Quartal des nächsten Jahres mit dem Bau begonnen werden. Filippo Salvia, Chef der Salvia Holding, ist optimistisch, dass alles wie vorgesehen klappt – und dann hofft der glühende Fan des VfB Stuttgart langfristig wie die Fußballer aus Bad Cannstatt auch mit Frisch Auf Göppingen auf Begegnungen auf europäischer Bühne: „Wenn wir auf gesunden Beinen erfolgreich spielen, dann wären internationale Spiele natürlich wünschenswert.“

Und zwar in grünen Heimtrikots und nicht in blauen, wie es einst Teamviewer zu Beginn seines Engagements durchsetzte und dabei viel Kredit bei Teilen der Fans verspielte. „Grün ist bei Frisch Auf Tradition“, sagte Salvia, da werde nichts geändert.

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