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FIFA: Infantino plant Verkauf von WM-Anteilen

FIFA-Präsident Gianni Infantino will private Investoren an der Fußball-WM beteiligen. Der Plan für ein neues Vermarktungsunternehmen stößt bei der UEFA auf scharfe Kritik.

  • US-Präsident Trump und Gianni Infantino. FIFA-Chef Infantino will noch mehr Geld aus der Fußball-WM herausholen und Anteile am Turnier an private Investoren abtreten (Archivfoto).Jacquelyn Martin/AP/dpa

    US-Präsident Trump und Gianni Infantino. FIFA-Chef Infantino will noch mehr Geld aus der Fußball-WM herausholen und Anteile am Turnier an private Investoren abtreten (Archivfoto).Jacquelyn Martin/AP/dpa

FIFA-Chef Gianni Infantino will noch mehr Geld aus der Fußball-WM herausholen und Anteile am Turnier an private Investoren abtreten. Wie die Times, der Telegraph und die Financial Times am Dienstag berichteten, plant der Weltverband einen Verkauf von 20 bis 30 Prozent der Anteile an einem noch zu gründenden Unternehmen, das die WM kontrollieren soll. Die FIFA bestätigte das Vorhaben in einer Mitteilung am Abend weitgehend. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) übte umgehend scharfe Kritik an dem Plan.

Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Kongress und das Council plant der Weltverband die Gründung der FIFA Forward Enterprise (FFE), einer Tochtergesellschaft, die alle kommerziellen Aktivitäten und Turnierorganisationen bündeln soll. Demnach würde diese unter „alleiniger Kontrolle“ der FIFA stehen. Und: „Langfristige Investoren sollen sorgfältig ausgewählt werden und Minderheitsbeteiligungen ohne Kontrollrechte an der FFE erwerben“, hieß es im FIFA-Statement.

Den Berichten zufolge sollen schon vorläufige Vereinbarungen über die Bedingungen eines Deals unterzeichnet worden sein. Dieser könnte einen Wert von umgerechnet mehr als 17 Milliarden Euro haben. Es heißt, die Regierung von US-Präsident Donald Trump sei bezüglich des Plans konsultiert worden, die Investmentbank J.P. Morgan wickele den Prozess ab. Infantino, der laut Statuten nur bis 2031 FIFA-Präsident bleiben darf, könnte anschließend Kommissar der neuen Organisation werden.

Kampf um Fußball-Seele

In Bezug auf den Bericht der Times schrieb die UEFA, dass damit eine Grenze überschritten werde, „die die führenden Institutionen des Fußballs niemals überschreiten dürfen. Die UEFA nimmt diese Angelegenheit äußerst ernst. Das sollten auch alle nationalen Fußballverbände tun“, teilte der europäische Verband mit: „Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Vermögenswerte, mit denen gehandelt werden darf – insbesondere dann nicht, wenn völlig intransparent ist, wer finanziell davon profitiert. Keiner von uns besitzt den Fußball. Es ist nicht an der FIFA, ihn zu verkaufen.“

Die FIFA sprach von einem laufenden „Konsultationsprozess“ infolge eines Vorschlags, der darauf abziele, „das volle wirtschaftliche Potenzial der Übertragungsrechte und Sponsoringverträge über das gesamte Turnierportfolio im Männer-, Frauen- und Jugendfußball auszuschöpfen“. Die Mittel für die 211 Mitgliedsverbände würden sich durch den Verkauf laut FIFA mehr als verdoppeln. Von derzeit acht Millionen US-Dollar pro Vierjahres-Zyklus stiege der Betrag demnach zunächst auf 20 Millionen und bis 2035 auf bis zu 24 Millionen US-Dollar.

Da ein Großteil der Einnahmen an die 211 Mitgliedsverbände geht, dient Infantino das Geld als Machtinstrument. Der FIFA-Chef will sich im kommenden Jahr bis 2031 im Amt bestätigen lassen. Anders als der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sollen laut Guardian „mehr als 200“ Verbände ein Unterstützerschreiben für die Wiederwahl des Schweizers unterzeichnet haben. Der Guardian hatte zuletzt berichtet, dass die FIFA durch das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada rund 13,1 Milliarden Euro eingenommen haben soll.

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