Vaihingen (pv/red). Neu aufgestellt hat sich auch der bisherige Ausländerbeirat der Stadt Vaihingen: Er trägt künftig den Namen „Beirat kultureller Vielfalt“. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, folge die Umbenennung dem Wunsch der beteiligten Vereine und trage der Tatsache Rechnung, dass viele Mitglieder zwar internationale Wurzeln hätten, aber fest in der deutschen Stadtgesellschaft verankert und vielfach deutsche Staatsbürger seien. Mit der Neuausrichtung stelle das Gremium seine Arbeit und gemeinsame Projekte – darunter auch das in diesem Jahr pausierende Fest der internationalen Begegnung – auf eine zeitgemäße Grundlage.
In der Stadtgesellschaft angekommen
Viele Kulturvereine, die heute im Beirat vertreten sind, hätten sich bereits in den 1960er Jahren gegründet und später den Ausländerbeirat gebildet. Diese Gruppen seien längst in der Stadtgesellschaft angekommen und betrachteten sich selbst nicht mehr als „Ausländer“. Gleichzeitig gebe es neue Zuwanderungsgruppen, die in der Regel nicht in Vereinsstrukturen organisiert seien. Der neue Name spiegele diese Vielfalt zeitgemäß wider und unterstreiche den Anspruch, ein Ort für alle Menschen mit internationaler Herkunftsgeschichte zu sein.
Inhaltliche Neuausrichtung
Parallel zur Namensänderung hat der Beirat eine inhaltliche Neuausrichtung begonnen. Die beteiligten Kulturvereine befinden sich laut Stadtverwaltung derzeit in einer Phase des Wandels: Vereinsheime müssen neu gedacht werden, Strukturen verändern sich, und vielerorts fehlen – wie in vielen Bereichen des Ehrenamts – engagierte Freiwillige, die größere Veranstaltungen stemmen können. Vor diesem Hintergrund werde aktuell diskutiert, das Fest der internationalen Begegnung künftig in einem zweijährigen Rhythmus stattfinden zu lassen.
In diesem Jahr werde das Fest daher eine Pause einlegen, um Raum für diese Neuaufstellung zu schaffen. Die Entscheidung sei den beteiligten Vereinen nicht leichtgefallen, doch sie eröffne die Chance, das traditionsreiche Begegnungsfest langfristig zu sichern und an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen.
Vereine suchen neue Räume
Besonders herausfordernd ist derzeit die Situation der griechischen Gemeinde, die nach dem Verlust ihres Vereinsheims dringend neue Räumlichkeiten sucht. Das Gebäude, das sie als Vereinsheim nutzt, wird für die geplante Gartenschau „Vaihingen Enzückt 2029“ abgerissen. Auch beim kroatischen Verein ist die Zukunft des Vereinsheims ungewiss. Die Stadt unterstützt nach eigener Auskunft beide Vereine aktiv bei der Suche nach tragfähigen Lösungen und hoffe auf Hinweise aus der Bürgerschaft oder von Institutionen, die geeignete Räume anbieten können.
Engagement ist ungebrochen
Trotz aller Veränderungen bleibt das Engagement der Vereine ungebrochen. Ein positives Signal setzt der türkisch-islamische Verein, der 2026 am Vaihinger Straßenfest teilnehmen möchte. Das serbisch-mazedonische Kulturzentrum, das ebenfalls dem Beirat kultureller Vielfalt angehört, ist dort schon länger präsent.
Oberbürgermeister Uwe Skrzypek-Muth betont die Bedeutung des neu benannten Beirats kultureller Vielfalt für das Zusammenleben in der Stadt: „Die Vereine leisten einen wichtigen Beitrag für ein offenes, lebendiges und vielfältiges Vaihingen. Dass sie sich jetzt Zeit nehmen, um ihre Strukturen zu stärken und das Fest zukunftsfähig zu machen, ist ein verantwortungsvoller Schritt.“ Die Pause sei kein Abschied, sondern „eine Investition in die Zukunft eines Festes, das zu den lebendigen Momenten unseres Stadtlebens gehört“.

