Nach fast sieben Wochen Blockade gibt es Bewegung im Persischen Golf: Die Celestyal Discovery hat am Freitagnachmittag als erstes Kreuzfahrtschiff die teilweise verminte Straße von Hormus passiert. Laut Tracking-Daten von Vesselfinder befand sich das Schiff gegen 19.30 Uhr deutscher Zeit bereits jenseits der Durchfahrt und steuerte auf die Küste Omans zu.
Positionsdaten zeigen, dass die Celestyal Discovery einen Südostkurs eingeschlagen hat. Das Ziel wurde von Khasab auf Muscat, Oman aktualisiert. Bei der Passage hielt sich das Schiff nahe der Küste des Omans auf, um maximale Sicherheit zu gewährleisten. Dort ist es für Tanker mit großem Tiefgang jedoch zu felsig.
Insider-Informationen zur Straße von Hormus
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Celestyal Cruises womöglich über Vorwissen verfügte. Das Schiff verließ Dubai bereits Stunden vor der offiziellen Bekanntgabe der Öffnung. Erst kurz nach 15 Uhr deutscher Zeit wurde die temporäre Öffnung der Meerenge offiziell bestätigt. Die Straße soll für die geplante Dauer der Feuerpause im Libanon (10 Tage) passierbar bleiben.
Die erfolgreiche Passage der Celestyal Discovery ist ein entscheidender Schritt für die gesamte Kreuzfahrtbranche. Neben ihr sitzen noch immer vier weitere wichtige Kreuzfahrtschiffe im Orient fest: Mein Schiff 4, Mein Schiff 5, MSC Euribia und Aroya. Alle sollten sich eigentlich schon in ihren Sommerfahrtgebieten wie Mallorca oder auf dem Weg dorthin befinden. Zahlreiche Reisen mussten in den letzten Wochen aufgrund der Blockade abgesagt werden.
Kurs auf Piräus und Mallorca!
Ziel der Reederei Celestyal Cruises ist es, die Discovery rechtzeitig für die Sommersaison nach Athen (Piräus) zu überführen. Nach aktuellem Plan soll das Schiff am 1. Mai 2026 den regulären Dienst mit der Route „Ikonische Ägäis“ wieder aufnehmen.
Die anderen betroffenen Reedereien wie TUI Cruises und MSC Cruises dürften nun unter Hochdruck prüfen, ob sie mit ihren Schiffen ebenfalls zügig folgen können. Sollte die Waffenruhe tatsächlich halten, könnte sich der Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Meerenge in den kommenden Tagen intensivieren. TUI hatte auf Anfrage unserer Redaktion jedoch mitgeteilt, dass die Sicherheit der Crews oberstes Gebot ist.

