Panorama

Erneut Waldbrand in der Gohrischheide ausgebrochen

Vor einem Jahr kam es in der Gohrischheide zum größten Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen. Jetzt ist in dem Gebiet nahe der Landesgrenze zu Brandenburg erneut ein Feuer ausgebrochen.

  • Die Gohrischheide gilt wegen der dort im Boden liegenden Altmunition als besonders schwierig für Löscharbeiten. (Archivbild)Foto: Sebastian Kahnert/dpa

    Die Gohrischheide gilt wegen der dort im Boden liegenden Altmunition als besonders schwierig für Löscharbeiten. (Archivbild)Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Zeithain - Fast genau ein Jahr nach einem verheerenden Waldbrand in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen zu Brandenburg ist dort erneut ein Feuer ausgebrochen. Der Brand breitete sich sehr schnell aus, wie Zeithains Bürgermeister Mirko Pollmer (parteilos) sagte. Das Gebiet im Landkreis Meißen ist munitionsbelastet, was Löscharbeiten erschwert. Ortschaften seien aktuell nicht bedroht. In Sachsen herrscht derzeit große Hitze und Trockenheit.

Mehr als 19 Hektar betroffen

Die betroffene Fläche sei von zunächst drei auf inzwischen mehr als 19 Hektar angewachsen. Die starke Hitze am späten Nachmittag habe einer Erkundungsdrohne derart zugesetzt, dass sie zunächst nicht mehr fliegen konnte, sagte Pollmer. Deswegen sei es schwierig, genauere Angaben zum Ausmaß zu machen. 

Rund 100 Einsatzkräfte aus Sachsen und Brandenburg seien im Einsatz. Es werde zudem ständig nachalarmiert. Außerdem sei ein gepanzertes Löschfahrzeug auf dem Weg in die Gohrischheide. Ob auch Löschhubschrauber eingesetzt werden können, sei noch nicht klar, sagte Pollmer. 

Direkte Brandbekämpfung derzeit nicht möglich

Die Feuerwehr kann das Feuer wegen der Munitionsbelastung derzeit nicht direkt bekämpfen. "Eine aktive Brandbekämpfung durch unsere Kameraden ist erneut nicht möglich aufgrund der Munitionsbelastung", sagte Pollmer. Die Einsatzkräfte stünden stattdessen an munitionsfreien Wegen und beobachteten die Ausbreitung des Feuers.

Brand im Bereich des ehemaligen Flugfeldes

Der Brand war nach Angaben Pollmers gegen 15.00 Uhr auf der belasteten Fläche im Bereich des ehemaligen Flugfeldes und nördlich der früheren Bunkeranlage ausgebrochen. Dort habe es bereits 2022 einen größeren Brand gegeben.Das Feuer breite sich schnell aus.

Altmunition erschwert Löscharbeiten

Die Gohrischheide gilt wegen der dort im Boden liegenden Altmunition als besonders schwierig für Löscharbeiten. Teile des Naturschutzgebietes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz können von Feuerwehrkräften wegen der Explosionsgefahr nicht betreten werden.

Vor einem Jahr größter Waldbrand seit Jahrzehnten

Erst vor einem Jahr hatte sich in der Gohrischheide ein verheerender Waldbrand entwickelt. Er war am 1. Juli 2025 ausgebrochen. Erst knapp zwei Wochen später gab die Feuerwehr Entwarnung. Die Forstverwaltung stufte das Feuer als größten Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte in Sachsen ein. Rund 2.400 Hektar und damit mehr als drei Viertel des Naturschutzgebietes waren betroffen. Ermittlungen ergaben, dass das Feuer durch Selbstentzündung von Munition im Boden entstanden war.

Zeithains Bürgermeister Pollmer sagte, die Situation der wiederholten Waldbrände in der Gohrischheide sei "sehr unbefriedigend". Wie in den Vorjahren könne die Feuerwehr nicht aktiv an das Feuer ran, "weil wir keine geschützte Technik haben".

Nach dem Großfeuer im vorigen Jahr war erneut politisch diskutiert worden, ob das Gebiet von der Munition befreit werden kann. Eine vollständige Räumung sei aus Kostengründen unmöglich, hieß es. Die Räumung eines Hektars kostet demnach etwa eine Million Euro.

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