Es ist der Klassiker für den Hunger zwischendurch, beliebt bei Handwerkern wie Bürokräften: das Fleischkäsbrötchen oder Leberkäswecken, kurz: Lkw. Klar, dass es sich auch die Studierenden der HTWG, der Hochschule Technik, Wirtschaft, Gestalten in Konstanz, schmecken lassen. Die freundliche Küchenkraft in der Mensa am Seerhein belegt es innerhalb weniger Sekunden. Wobei: dank einer eigens ausgetüftelten Maschine könnte sie sich künftig manchen Handgriff sparen.
Die Geschichte beginnt tatsächlich in der Mensa. Die drei Maschinenbaustudenten Thomas Anton (24), André Löffler und Fabian Wockenfuß (beide 27) saßen dort nach der Vorlesung „Produktentwicklung“ und dachten nach. Als Studierende der Vertiefungsrichtung „Konzeption“ hatten sie eine Projektarbeit anzufertigen und da stellte sich die Frage: „Lassen wir uns ein Thema vom Professor geben oder machen wir was eigenes?“ In einem Punkt waren sich die Jungs allerdings einig: „Wir wollten irgendetwas bauen, was es noch nicht gab“, erinnert sich André Löffler.
Vorbild ist die Currywurstmaschine
Fabian Wockenfuß sei der erste gewesen, dem die Idee mit dem Leberkäsweckenautomat gekommen sei. In der benachbarten Strandbar habe man den Plan bei einer Runde Bier dann weiter gesponnen. Wobei es tatsächlich ein Vorbild gab. Ein paar Semester früher hatte ein anderes Dreierteam von Maschinenbaustudenten an der HTWG eine Currywurstmaschine entwickelt, die längst Kultstatus unter den Konstanzer Studenten erreicht hat.
Die Ideenfindung sei schwierig gewesen, die Produktentwicklung aber ebenso, sagt Löffler. „Eigentlich wollten wir das Brötchen auf einem Drehteller belegen lassen.“ Doch das erwies sich als zu kompliziert. Die Drei entschieden sich deshalb für eine Art Fließbandstraße, auf der das Brötchen entlangfährt und aufgeschnitten wird. Anschließend fährt die Unterseite alleine weiter. Gleichzeitig wird ein Stück Fleischkäs in gewünschter Stärke abgeschnitten und darauf gelegt. Dann wird noch je nach Wunsch Senf und Ketchup darauf gespritzt und schließlich die obere Brötchenhälfte wieder darauf gesetzt, alles automatisch.
Das Problem mit dem Messer
„Eigentlich dachten wir, wir nehmen einfach ein Messer, das durch den Fleischkäse fährt“, sagt Löffler. Doch etliche Fleischkläslaiber später war den drei Erfindern klar, dass es so leicht nicht sein würde. Der Kraftaufwand war zu groß, und sauber abgeschnitten wurden die Scheiben auch nicht. „Wir haben es dann mit einem elektrischen Messer optimiert“, sagt Löffler. Das bestellten sie im Internet und bauten es für ihre Zwecke um.
Längst war die Studentenbude von Fabian Wockenfuß zur Werkstatt geworden, aus der es nach Fleischkäse roch und die längst zum Geheimtipp hungriger Kommilitonen geworden war. Doch, Fleischkäse schmecke ihm immer noch, sagt André Löffler. Bei den beiden anderen habe sich der Heißhunger aber doch sehr gelegt.
Rund 30 Sekunden braucht die Maschine für die Herstellung eines Lkw. „Das geht per Hand aber schneller“, mäkeln manche, die ein tausendfach geklicktes Kurzvideo von der Studierendenarbeit auf der Instagramseite der HTWG gesehen haben. Die meisten sind aber doch angetan. Am wichtigsten aber: auch der Professor war zufrieden und gab eine glatte Eins. Ob die Maschine irgendwann in Serie geht? Vielleicht. Erste interessierte Metzgereien hätten sich jedenfalls schon gemeldet.

