Am Flughafen Palma de Mallorca drohen ab Mittwoch Einschränkungen. Allerdings nicht für alle Reisenden gleichermaßen. Hintergrund ist ein Arbeitskampf im Assistenzdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die Beschäftigten dieses sogenannten PMR-Services wollen ihren Streik ab dem 17. Juni auf 24 Stunden täglich ausweiten und unbefristet fortsetzen.
Wer vom Streik direkt betroffen ist
Betroffen sind damit zunächst vor allem Passagiere, die am Flughafen auf Unterstützung angewiesen sind. Etwa Rollstuhlfahrer, ältere Menschen, Reisende mit Behinderung oder Personen, die Hilfe beim Weg durch das Terminal, beim Boarding oder beim Aussteigen benötigen. Der Streik richtet sich nicht gegen Piloten, Fluglotsen, Sicherheitskontrollen oder die allgemeine Gepäckabfertigung. Flächendeckende Flugausfälle lassen sich aus der aktuellen Lage deshalb nicht ableiten.
Auch andere Reisende könnten Verzögerungen spüren
Ganz folgenlos muss der Ausstand für den übrigen Reiseverkehr aber nicht bleiben. Wenn Passagiere mit eingeschränkter Mobilität nicht rechtzeitig zum Flugzeug gebracht werden oder nach der Landung länger auf Hilfe warten müssen, kann sich das auf das Boarding, das Aussteigen und damit auch auf die weitere Abfertigung einzelner Maschinen auswirken. Gerade in der Hochsaison, wenn der Flughafen Palma besonders stark ausgelastet ist, können solche Verzögerungen schneller spürbar werden.
Warum die Beschäftigten streiken
Nach Angaben spanischer Medien hatten die Beschäftigten Anfang Juni über eine Verschärfung des Streiks abgestimmt. Demnach beteiligten sich 151 Mitarbeiter an der Abstimmung, 96 Prozent sprachen sich für eine Ausweitung des Arbeitskampfs aus. Auslöser war dem Bericht zufolge ein gescheitertes Gespräch mit dem Unternehmen. Der Betriebsrat wirft der Arbeitgeberseite vor, kein tragfähiges Angebot vorgelegt zu haben. Im Raum stehen unter anderem Kritik an Arbeitszeiten, Einsatzplanung und den Bedingungen im Dienst für mobilitätseingeschränkte Passagiere.
Mindestdienste sollen Grundversorgung sichern
Der PMR-Service gilt am Flughafen als besonders sensibler Bereich. Ohne diese Hilfe können betroffene Reisende den Flughafen oft nicht selbstständig nutzen. Das betrifft sowohl Abflüge als auch Ankünfte. Deshalb werden bei solchen Arbeitskämpfen in Spanien in der Regel Mindestdienste festgelegt, damit grundlegende Leistungen weiter erbracht werden.
Was Reisende jetzt beachten sollten
Reisende mit eingeschränkter Mobilität sollten ihren Hilfebedarf möglichst frühzeitig bei der Fluggesellschaft anmelden und vor dem Abflug aktuelle Hinweise des Flughafens oder der Airline prüfen. Auch für alle anderen Passagiere kann es sinnvoll sein, etwas mehr Zeit einzuplanen.

