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Das Team will es diesmal zu Ende bringen

Für die Bundesliga-Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart hat am Montag die Saisonvorbereitung begonnen. Besonders im Fokus stehen Zuspielerin Pia Kästner und Außenangreiferin Leilani Slacanin.

  • Gibt beim Trainingsauftakt von Allianz MTV Stuttgart schon wieder alles: Pia KästnerFoto: Baumann

    Gibt beim Trainingsauftakt von Allianz MTV Stuttgart schon wieder alles: Pia KästnerFoto: Baumann

Stuttgart - Manchmal kann es hilfreich sein, sich an der Konkurrenz zu orientieren, am Ende aber muss jedes Team seinen eigenen Weg gehen. Natürlich auch in der Volleyball-Bundesliga der Frauen. Während Double-Gewinner VfB Suhl oder der Dresdner SC ihre Saisonvorbereitung schon vor drei Wochen begonnen haben, fiel der offizielle Startschuss bei Allianz MTV Stuttgart erst an diesem Montag. Und das aus gutem Grund.

Zweimal nacheinander haben die Stuttgarterinnen eine beachtliche Frühform gezeigt, doch in beiden Jahren ging ihnen am Ende die Puste aus – sie blieben ohne Titel. In dieser Saison möchten sie just dann voll da sein, wenn es zählt. „Wir geben uns die Zeit, um zu wachsen“, sagt Konstantin Bitter, „unser höchstes Niveau wollen wir in den Play-offs zeigen.“ Dazu kommen zwei andere Punkte: Weil zehn Spielerinnen geblieben und nur vier Zugänge zu integrieren sind, bestand keine Notwendigkeit, sich schon allein deshalb früh zu treffen, weil sich die meisten erst noch kennenlernen und mit der neuen Umgebung vertraut machen müssen. Zudem fehlen in Anna Koulberg (Belgien) und Karolina Fricova (Slowakei), die mit ihren Nationalteams die EM bestreiten, sowie Tea Jerkovic, die mit der deutschen U-20-Auswahl unterwegs ist, in der ersten Phase der Vorbereitung nur drei Spielerinnen. „Wir können von Anfang an nicht nur im individuellen Bereich, sondern zudem mannschaftstaktisch arbeiten“, sagt Konstantin Bitter, „das sind gute Voraussetzungen.“ Auch für Pia Kästner.

Die 28-jährige Zuspielerin ist die prominenteste Volleyballerin im MTV-Kader. Weil sie nach einer Daumen-OP Trainingsrückstand hatte, wäre es nicht sinnvoll gewesen, das Ziel EM-Teilnahme weiterzuverfolgen. Während das deutsche Nationalteam in der Türkei folglich ohne sie um ein erfolgreiches Abschneiden kämpft, bestreitet Pia Kästner erstmals in ihrer Karriere eine komplette Vorbereitung im Verein. „Nach zwei persönlichen Pleite-Jahren will ich diesmal in der Vorrunde voll da sein“, sagt sie, „zugleich habe ich nachhaltig gedacht: Ich investiere in diesem Sommer viel in den Formaufbau, um langfristig auch wieder Teil des Nationalteams zu werden.“

In den Planungen von Konstantin Bitter ist Pia Kästner schon jetzt ein entscheidender Faktor. Sie ist ganz klar die Zuspielerin Nummer eins, soll aber auch abseits des Feldes eine Führungskraft sein. „Sie wird viel Verantwortung übernehmen müssen“, sagt der MTV-Coach, „ich bin überzeugt, dass diese Rolle für sie persönlich bedeutsam ist und ihr guttun wird. Für uns ist Pia enorm wichtig.“ So wichtig, dass sie auch Nachfolgerin der nach Polen gewechselten Antonia Stautz als Kapitänin wird? „Sie ist sicher eine Option“, erklärt Konstantin Bitter, „aber ich mache mir da keinen Stress und werde in aller Ruhe beobachten, wer sich wie präsentiert. Die Entscheidung fällt erst kurz vor dem Start in die Saison.“ Der es in sich hat.

Am 10. Oktober bestreitet Allianz MTV Stuttgart sein Auftaktspiel ausgerechnet beim Dresdner SC, der für viele Experten der große Titelfavorit ist. Auch Konstantin Bitter hat seinen Ex-Club auf der Rechnung. „Der Dresdner SC spielt seit 30 Jahren in der Bundesliga und hat das große Ziel, passend zu diesem Jubiläum Meister zu werden“, sagt der MTV-Coach, „das sieht man an den Verpflichtungen, in die viel Geld investiert wurde.“ Ein Selbstläufer werde die Saison aber für niemanden. Konstantin Bitter geht davon aus, dass neben dem SSC Schwerin und dem VfB Suhl auch sein eigenes Team stark genug sein wird, um dem Dresdner SC Paroli bieten zu können – unabhängig vom Ausgang des ersten Duells. „Das ist noch kein Fingerzeig für die Saison“, sagt er, „wir möchten uns so gut entwickeln, dass wir erneut um Titel kämpfen können. Und wenn wir das geschafft haben, dann wollen wir es diesmal auch zu Ende bringen.“ Mit Kräften aus dem eigenen Nachwuchs.

Die Antwort auf die Frage, wie stark Allianz MTV Stuttgart in Zukunft sein wird, hat auch mit Leilani Slacanin zu tun. Das 17-jährige Supertalent soll schon nächste Saison wesentlich öfter auf dem Feld stehen als bisher – sofern ihr Körper mitspielt. Zuletzt plagten die Außenangreiferin Knieschmerzen, wie Mittelblockerin Marie Steinhilber (19), die mit Rückenproblemen zu kämpfen hat, wird sie zwar voll mittrainieren, aber unter besonderer Beobachtung stehen. „Wir müssen die beiden vorsichtig und klug aufbauen“, erklärt Konstantin Bitter, der über Leilani Slacanin sagt: „Sie hat die Voraussetzung, eine ganz Große zu werden. Es gibt auch für sie keine Gratisminuten, aber wenn sie nur einen Teil ihres Potenzials ausschöpft, dann wird es schon nächste Saison schwer, an ihr vorbeizukommen.“

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