Spaziergänger, die scheinbar verlassene Babykatzen im Wald entdecken, sollten in diesen Tagen besonders aufmerksam sein: Es könnte sich um Jungtiere der Europäischen Wildkatze halten, die auf keinen Fall mitgenommen werden sollten, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) warnt.
„Die Europäische Wildkatze ist ein gefährdetes Wildtier und steht unter Artenschutz. Die Mitnahme von Jungtieren aus der freien Natur und ihre Haltung in Privathaushalten ist daher verboten“, sagt Friederike Scholz vom BUND.
Wildkatze und Hauskatze nur entfernt verwandt
Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) ist eine eigenständige Art, die mit der Hauskatze nur entfernt verwandt ist. Doch mit ihrem grau-gestreiften Fell sehen die Wildtiere manchen Hauskatzen sehr ähnlich.
Immer wieder kommt es dem BUND zufolge daher zu Verwechselungen. Spaziergänger nähmen die niedlich aussehenden Kätzchen mit, obwohl in den meisten Fällen keine Not bestehe. „Oft ist ihre Mutter nur auf Mäusejagd.“»
Daheim oder im Tierheim könnten die Tiere schnell sterben. „Wildkatzen reagieren sehr empfindlich gegenüber handelsüblichem Katzenfutter, Medikamenten und diversen Katzenkrankheiten“, erklärt Scholz. „Indem gesunde, grau-getigerte Kätzchen im Wald belassen werden, ersparen wir den Tieren unnötiges Leid und entlasten die Wildtier-Auffangstationen.“
Woran man Wildkatzen erkennt
Für Menschen, die sich unsicher sind, ob eine Wildkatze tatsächlich Hilfe braucht oder doch versehentlich eine Jungkatze aus dem Wald mitgenommen wurde, hat der BUND ein Notfalltelefon (+49 362 54 86 51 80) eingerichtet, das täglich von 10 bis 18 Uhr erreichbar.

