Eineinhalb Jahre nach dem lebensgefährlichen Sturz eines Jugendlichen von einer Brücke in Karlsruhe gehen die Ermittler inzwischen stark von einem Verbrechen aus. Die Indizien deuteten klar darauf hin, dass der damals 15-Jährige gestoßen worden sei, sagte Lukas Marquardt von der Karlsruher Kriminalpolizei am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“. Es werde wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt.
Zum Abschluss der Sendung meldeten sich zahlreiche Zuschauer - vor allem, um ihre Betroffenheit auszudrücken. Die Belohnung von derzeit 5.000 Euro soll von privater Seite erhöht werden. Zu konkreten Hinweisen äußerte sich der Ermittler nicht.
Acht Meter in die Tiefe
Der Teenager war an einem Sonntagabend Anfang Februar 2025 rund acht Meter von der Brücke gestürzt und lebensbedrohlich verletzt worden. Er wurde auf einer Straße unterhalb der Brücke gefunden. Wegen seiner Verletzungen konnte er sich zunächst nicht äußern und lag längere Zeit im Koma. Inzwischen soll es ihm besser gehen. „Eine unfassbare Tat und ein junger Mann, der sich beeindruckend zurück ins Leben kämpft“, sagte ZDF-Moderator Rudi Cerne.
Die Ermittler stehen vor einem Rätsel, haben aber Ansätze. Eine Zeugin hatte kurz vor der Tat ein aggressives Gerangel unter vier Jugendlichen auf der Brücke beobachtet. Der Rucksack des Jungen und sein Smartphone wurden ordentlich auf der Brücke abgelegt gefunden. „Möglicherweise wollte er sein Handy vor den Personen schützen, die ihn im weiteren Verlauf bedrängten“, sagte der Ermittler.
DNA von drei Unbekannten
Zudem wurde an der Kleidung des Jungen die DNA von drei unbekannten männlichen Personen festgestellt. „Auch das spricht dafür, dass der Junge von der Brücke gestoßen wurde“, sagte Marquardt.

