Beachhandball. Nach dem Gewinn des Europameister-Titels und Gold bei den World Games im Vorjahr baumelt nun die nächste Goldmedaille um den Hals von Hendrik Prahst. Mit der deutschen Beachhandball-Nationalmannschaft hat der 26-Jährige am Sonntagabend Historisches geschafft. Das DHB-Team hat sich in Zagreb am Rande des Jarun-Sees zum Weltmeister gekürt. Gegen Brasilien gelang es dem Team von Bundestrainer Marten Franke, die beste Turnierleistung auf den Sand zu bringen und den Rekord-Weltmeister mit 2:0 (21:18 und 21:14) im Endspiel zu besiegen.
Eine Gala-Vorstellung verhilft Deutschland zum Finaltriumph
Neun Spiele, neun Siege. Als einziges Team des WM-Turniers marschierte die deutsche Auswahlmannschaft ohne Niederlage durch den Wettbewerb. Dabei bewiesen die DHB-Männer nicht nur ihre Klasse, sondern zeigten auch Nervenstärke. Denn sechs Mal gewann Deutschland nach Gleichstand erst im Shoot-Out. Im Finale gegen die Südamerikaner konnten sich die deutschen Männer das Penalty-Werfen sparen. Denn in zwei Durchgängen setzte sich der amtierende Europameister gegen den amtierenden Südamerika-Meister durch. Nach dem Abpfiff lagen sich die Spieler in den Armen und feierten ihren Triumph ausgelassen.
„Das war ein überragendes Finale, wir haben noch nie ein so starkes Spiel gespielt wie heute“, war Bundestrainer Franke hellauf begeistert von der Leistung seiner Mannschaft. „Wir hatten einen Plan und haben alle möglichen Szenarien durchgespielt, angefangen mit dem Hochball, der genauso eingetreten ist. Ab da wussten wir: Der Plan ist gut und wir ziehen ihn voll durch.“
Schon die erste Halbzeit machte deutlich, dass Deutschland fokussiert und entschlossen zu Werke ging. Vor den Augen der DHB-Frauen, die im Viertelfinale ausgeschieden waren und am Ende Rang fünf belegten, lief es im Angriff rund. Auch in der Verteidigung gelang der Zugriff gut. Und selbst wenn sich die Brasilianer mal durch das deutsche Abwehr-Bollwerk, bestehend aus Tobias Zeyen, Severin Henrich und Hendrik Prahst, durchgearbeitet hatten, dann war da noch immer auf Keeper Moritz Ebert Verlass. In Durchgang zwei verstärkte sich das, was die erste Halbzeit schon tendenziell erkennen ließ: Deutschlands Angriff funktionierte weiter gut und in der Defensive konnte man sogar nochmal eine Schippe drauflegen. Und nach zwei Mal zehn Minuten stand fest: Deutschland ist Weltmeister. Moritz Ebert, der zum besten Torhüter des Turniers gewählt wurde, brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: „Es war ein umkämpftes Match, in dem wir unser gesamtes Herz auf der Platte gelassen haben. Ich denke jeder hat gesehen, wie sehr wir es wollten und ich bin so glücklich, dass wir Weltmeister geworden sind.“
Gegen Argentinien und Brasilien wächst das deutsche Team über sich hinaus
Nicht nur die beste, sondern auch die selbstbewussteste Mannschaft des Turniers triumphierte am Ende. Noch vor dem ersten WM-Spiel mutmaßte Hendrik Prahst, dass es sogar gut sein könnte, mit Argentinien, Brasilien und Italien in der „Hammergruppe“ gelandet zu sein. „Wenn wir von Anfang an voll da sind, kann es auch ein Vorteil sein, von WM-Beginn an gleich richtig gefordert zu sein“, sagte der Zwei-Meter-Hüne. Prahst sollte recht behalten. Denn beflügelt von den Shoot-Out-Siegen gegen Argentinien und Brasilien wuchs die deutsche Mannschaft im Turnierverlauf über sich hinaus. Denn man hatte im Hinterkopf immer die Gewissheit, notfalls auch im Shoot-Out bestehen zu können.
Beachhandball boomt. Nach den Titelgewinnen der Frauen zwischen 2021 und 2024 schreiben nun die Männer die Erfolgs-Geschichte weiter. „Wir haben uns vor mehr als einem Jahrzehnt wieder zu Beachhandball als Leistungssport bekannt. Solch eine Entwicklung war unser Traum. Nach unseren Frauen 2022 und 2024 haben nun auch unsere Männer erstmals eine Weltmeisterschaft gewonnen. Das ist für Bundestrainer Marten Franke und sein gesamtes Team die Krönung der bisherigen Arbeit und ein Meilenstein für den deutschen Beachhandball. Dazu gratuliere ich von ganzem Herzen“, erklärte Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes. ust

