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Anzeichen auf Trennung von Marco Wildersinn verdichten sich

Das für Sonntag geplante Training wurde abgesagt. Die Diskussionen in der Chefetage der Stuttgarter Kickers um Marco Wildersinn dauern an. Die Anzeichen auf Trennung verdichten sich.

  • Enttäuscht über seine Mannschaft: Marco Wildersinn.Foto: Pressefoto Baumann

    Enttäuscht über seine Mannschaft: Marco Wildersinn.Foto: Pressefoto Baumann

Im Plan war für Sonntag, 11 Uhr, Training vorgesehen. Die Einheit wurde nach dem 1:3 (1:0) des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers am Samstag beim TSV Schott Mainz gestrichen. Garantiert nicht zur Belohnung. Denn der Auftritt auf der Kunstrasenplatz in Mainz-Mombach war unterm Strich schlicht und ergreifend peinlich. Warum das Training ausfiel? „Der Trainer hat der Mannschaft freigegeben“, teilte Sport-Geschäftsführer Lutz Siebrecht auf Nachfrage kurz und knapp mit. Wildersinn erklärte: „Am Sonntag war nur Regeneration, kein Training auf dem Platz. Das war von meiner Seite aus so geplant.“

Am Mittwoch in Holzhausen

Wer eins und eins zusammenzählen kann, merkt: Die Anzeichen auf eine Trennung verdichten sich. Am Sonntagmittag setzte sich die Führungsetage zusammen. Schwer vorstellbar, dass sie nach den blutleeren Auftritten bei den Ligakellerkindern Bahlinger SC (1:2) und jetzt Schott Mainz (1:3) an der aktuellen Konstellation nichts ändert und den eigentlich erst für Saisonende geplanten neuen Impuls auf der Trainerbank nicht vorzieht.

Zumal es an diesem Mittwoch (17.30 Uhr) im WFV-Pokal-Halbfinale beim Verbandsligisten FC Holzhausen erneut zu einem Außenseiter geht. Dabei geht es nicht (nur) ums Prestige und Tabellenkosmetik wie in der Liga, sondern um den Einzug ins Finale am 23. Mai im Gazi-Stadion gegen den So-gut-wie-sicher-Drittliga-Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach und damit die Aussicht auf rund 250 000 Euro bei einem möglichen DFB-Pokal-Einzug. Wer bei einer Trennung von Wildersinn dann auf der Bank sitzt? Assistent Kerem Arslan ist der wahrscheinlichste Kandidat. 

Auf dem Kunstrasenplatz in Mainz-Mombach ließen die Kickers nach einer starken Anfangsviertelstunde alles vermissen, was ein homogenes Team auszeichnet. „Nach einer ordentlichen ersten Halbzeit haben wir den Gegner durch unnötige Ballverluste zu Kontern und leicht erspielten Torchancen eingeladen“, sagte Siebrecht. Die Blauen stellten sich naiv an. Sie hatten praktisch keine Restverteidigung, keinen Zugriff. Da sie nicht nah genug dran waren an ihren Gegenspielern, konnten sie die Konter nicht unterbinden.

Was das fürs WFV-Pokal-Halbfinale bedeutet? „Dass wir nicht mit dem Selbstvertrauen ausgestattet sind, wie es sein sollte“, sagte Siebrecht. Und in Bezug auf Trainer Wildersinn? „Ich kann und will dazu direkt nach dem Spiel nichts sagen“, meinte der 58-Jährige am Samstag und verwies bei weiteren Nachfragen nach Erklärungen für den Auftritt in Mainz auf den Coach: „Er ist verantwortlich dafür, wie die Mannschaft Fußball spielt.“

Auf der Bezirkssportanlage waren die Kickers vor 381 Zuschauern durch David Tomic (14., Handelfmeter) in Führung gegangen. Nach der Pause riss bei den Kickers komplett der Faden, jegliche Durchschlagskraft und Konsequenz in der Zweikampfführung gingen flöten. Folge: De Sousa (52.), Abdellatif Mahaoui (73.) und Shako Onangolo (90.) sorgten mit ihren Toren für den Erfolg für den TSV Schott. Und damit für ein weiteres dunkles Kapitel in dieser Kickers-Saison, die Folgen für den Trainer haben dürfte.

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