Politik

António Guterres ehrt getötete Mitarbeiter – allein 80 im Gazastreifen

Der Krieg in Gaza hat mehr UN-Angehörige das Leben gekostet als irgendein anderer Konflikt der Geschichte. Beim Gedenken stellt sich Generalsekretär Guterres hinter seine Mitarbeiter.

  • Der Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guterres ehrte getötete UN-Mitarbeiter (Archivfoto).Foto: Kay Nietfeld/dpa/Kay Nietfeld

    Der Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guterres ehrte getötete UN-Mitarbeiter (Archivfoto).Foto: Kay Nietfeld/dpa/Kay Nietfeld

Beim Gedenken an getötete UN-Angehörige weltweit hat Generalsekretär António Guterres besonders an die Opfer im Gazastreifen erinnert. Von 136 Mitarbeitern, die im vergangenen Jahr im Dienst ihr Leben verloren, starben allein 80 in Gaza, sagte Guterres bei der Feier am Montag in New York. Damit seien dort mehr UN-Angestellte getötet worden als in irgendeinem anderen Konflikt seit Bestehen der Vereinten Nationen. "Wir werden nie aufhören, Rechenschaft zu verlangen", sagte Guterres.

"Einige starben zusammen mit ihren Familien in ihren Häusern oder an den Orten, an denen sie Zuflucht gesucht hatten. Andere wurden bei der Ausübung ihrer Pflichten getötet - in Büros, in Schutzräumen und in den Gemeinschaften, denen sie dienten", sagte Guterres. Dies müsse der ganzen Welt im Gedächtnis bleiben.

Ehrung für UNRWA

Ausdrücklich erwähnte der UN-Generalsekretär Mitarbeiter des Palästinenser-Hilfswerks der Vereinten Nationen, UNRWA. Israel hatte nach den Angriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 den Vorwurf erhoben, manche der 13.000 Mitarbeiter seien in die Terroranschläge verwickelt gewesen.

Guterres erinnerte an die getöteten UNRWA-Mitarbeiter mit den Worten: "Es waren Lehrer, die Kinder unterrichteten; medizinisches Personal, das Kranke und Verletzte versorgte; Fahrer, die Hilfsgüter auslieferten." In vielen Fällen seien die Angehörigen nicht mehr kontaktierbar, weil auch sie getötet worden seien oder hätten fliehen müssen.

Preis einer besseren Welt

Der UN-Generalsekretär betonte: "Lassen Sie mich dies klar sagen: UN-Mitarbeiter dürfen niemals zur Zielscheibe werden. Angriffe auf Friedenstruppen und humanitäre Helfer stellen einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar, einschließlich des humanitären Völkerrechts."

Guterres sagte weiter: "Die Kollegen, um die wir heute trauern, haben sich dafür entschieden, an einigen der härtesten und gefährlichsten Orte der Welt zu dienen - weil sie begriffen hatten, dass sich die Welt nicht verbessert, wenn niemand sich dafür einsetzt, sie zu verbessern."

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