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Telefonbetrüger nehmen den Landkreis Ludwigsburg ins Visier

Vor allem in Ditzingen, Remseck und Ludwigsburg häufen sich in der zurückliegenden Woche Anrufe falscher Polizeibeamter.

  • Viele der Angerufenen reagieren richtig auf die Betrugsmasche: auflegen und die echte Polizei informieren.  Archivfoto: pixabay.com

    Viele der Angerufenen reagieren richtig auf die Betrugsmasche: auflegen und die echte Polizei informieren. Archivfoto: pixabay.com

Ludwigsburg (p). Der Landkreis Ludwigsburg ist in dieser Woche erneut massiv mit Anrufen falscher Polizeibeamter überzogen worden. Das teilt das Polizeipräsidium Ludwigsburg mit. Nachdem Unbekannte bereits Mitte Dezember überwiegend in Vaihingen und Markgröningen mit der Betrugsmasche am Werk waren, haben betroffene Bürger seit Montag in bislang mehr als 80 Fällen die „echte“ Polizei verständigt. Rund 40 Anrufe wurden dabei alleine aus Ditzingen gemeldet, knapp 30-mal klingelte in Remseck das Telefon und mehr als zehn Fälle wurden aus Ludwigsburg mitgeteilt.

In allen Fällen berichteten die falschen Polizeibeamten von Einbrüchen in der Nachbarschaft, festgenommenen Einbrechern mit Namenslisten weiterer potenzieller Opfer und ähnlichen frei erfundenen Sachverhalten. Ziel war es dabei immer, Auskünfte über Vermögensverhältnisse und zu Hause gelagerte Wertsachen zu erlangen. Laut Mitteilung der Polizei entstand dadurch in keinem der gemeldeten Fälle ein Schaden. Vielmehr erkannten die meisten Angerufenen die Betrugsmasche sofort, legten auf und meldeten sich selbst bei der Polizei.

Aufmerksamer Zeuge verhindert Betrug an 83-jähriger Frau

In einem Fall aus Ludwigsburg war es jedoch nur einem aufmerksamen Zeugen zu verdanken, dass ein Schaden in fünfstelliger Höhe im letzten Moment verhindert wurde. Der 37-Jährige, der über eine Online-Plattform private Fahrdienste anbietet, brachte am Mittwochabend gegen 20.30 Uhr einen Fahrgast an eine Anschrift in einem Ludwigsburger Stadtteil. Dort angekommen, hörte der Zeuge, wie sein Fahrgast sich einer älteren Frau gegenüber als Zivilbeamter ausgab und erklärte, Geld abholen zu müssen. Der 37-Jährige verständigte daraufhin die Polizei, die den 19-jährigen Tatverdächtigen noch vor Ort vorläufig festnahm. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Tatverdächtige bereits eine Kiste mit Geld und Wertsachen von seinem 83-jährigen Opfer entgegengenommen und in den Kofferraum des Autos eingeladen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart wurde der 19-Jährige am Donnerstag einem Haftrichter beim Amtsgericht Stuttgart vorgeführt, der Haftbefehl wegen banden- und gewerbsmäßigen Betruges erließ und in Vollzug setzte. Der 19-Jährige wurde daraufhin in eine Justizvollzugsanstalt eingewiesen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.

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