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Sommerimpressionen: Rabiate Methoden und der stete Blick gen Osten

  • Grünes Heupferd auf großer Fahrt.  Foto: sr

    Grünes Heupferd auf großer Fahrt. Foto: sr

  • Zwei junge Neuntöter sind abflugbereit, fotografiert von Stefanie Post aus Ensingen.

    Zwei junge Neuntöter sind abflugbereit, fotografiert von Stefanie Post aus Ensingen.

  • Bei Blässhühnern sind die Erziehungsmaßnahmen mitunter recht rabiat.  Foto: Frey

    Bei Blässhühnern sind die Erziehungsmaßnahmen mitunter recht rabiat. Foto: Frey

  • Sie ist die beliebteste Bewohnerin des Ensinger Sees, die Nutria, schreibt Werner Frey.

    Sie ist die beliebteste Bewohnerin des Ensinger Sees, die Nutria, schreibt Werner Frey.

  • Wohl ein Himmelblauer Bläuling am Dost beim Roi Igel, fotografiert von Gabriele Freckmann.

    Wohl ein Himmelblauer Bläuling am Dost beim Roi Igel, fotografiert von Gabriele Freckmann.

  • „Ein tolles Exemplar“, schreibt Gerda Mahr.

    „Ein tolles Exemplar“, schreibt Gerda Mahr.

  • Stefanie Post hat auch einen erwachsenen Neuntöter vor die Linse bekommen.

    Stefanie Post hat auch einen erwachsenen Neuntöter vor die Linse bekommen.

  • Die beeindruckende Turnübungen der Weichtiere hat Gabriele Freckmann fotografiert.

    Die beeindruckende Turnübungen der Weichtiere hat Gabriele Freckmann fotografiert.

  • Sobald die Sonne sich zeigt, gehen die Seerosenblüten auf, schreibt Hans-Joachim Rösner.

    Sobald die Sonne sich zeigt, gehen die Seerosenblüten auf, schreibt Hans-Joachim Rösner.

  • Sonnenblumenfeld mit Blick auf den Gündelbacher Wachtkopf.  Foto: Thalhäuser

    Sonnenblumenfeld mit Blick auf den Gündelbacher Wachtkopf. Foto: Thalhäuser

  • Die Krabbenspinne von Roland Schneider.

    Die Krabbenspinne von Roland Schneider.

  • Die Gottesanbeterin im Enzweihinger Lavendelbusch.  Foto: Dörflinger

    Die Gottesanbeterin im Enzweihinger Lavendelbusch. Foto: Dörflinger

  • Ein Reiher auf Nahrungssuche am Ensinger See von Werner Frey.

    Ein Reiher auf Nahrungssuche am Ensinger See von Werner Frey.

  • Bei Schnecken stellt auch der rechte Winkel kein Problem dar.  Foto: Rücker

    Bei Schnecken stellt auch der rechte Winkel kein Problem dar. Foto: Rücker

Da bleibt einem schon ein wenig das Herz stehen, wenn man das Foto mit den Blässhühnern von Werner Frey aus Ensingen genauer anschaut. Die Vogelart aus der Familie der Rallen scheint von Samthandschuhen und antiautoritärer Erziehung nicht viel zu halten. Da wird der Nachwuchs einfach mal deftig am Hals gepackt. Autsch. Auch im Internet finden sich hier und da Augenzeugenberichte über ähnliche Aktionen. Die Teichhuhneltern fackeln wohl ebenfalls nicht lange damit, unliebsames Verhalten mit Körpereinsatz zu tadeln, wie Werner Frey beobachtet hat. Unter anderem wird laut manchen Berichten auch geahndet, wenn die Mama oder Papa zugeteilten Blässhuhn-Küken lieber zum anderen Elternteil paddeln wollen.

Na ja, zur Beruhigung nach den womöglich verstörenden Bildern der Züchtigung kann man ja das Sonnenblumen-Foto von Rudi Thalhäuser aus Gündelbach anschauen. Wie schön, alle Blütenstände der großen Korbblütler schauen in dieselbe Richtung – zur Sonne eben. Nein, meint Thalhäuser, der einen Morgen- und Abendtest unternommen hatte. Immer blickten die Blumengesichter nach Osten.

Es ist tatsächlich so, dass nur die jungen Sonnenblumenpflanzen sich aktiv mit dem Stand der Sonne mitbewegen können. Am Tag wächst unter Einfluss von Hormonen die Ostseite des Stängels, in der Nacht die Westseite. Wird das Wachstum dann eingestellt und der Blütenstand ist in voller Pracht, dann bleibt die Blume in ihrer Ausrichtung gen Osten „stecken“. Diese Ostausrichtung fördert den morgendlichen Besuch von Bienen, hatten Forscher vor wenigen Jahren herausgefunden. Offenbar ist dies mit der Wärme sowie mit der dadurch für Insekten erhöhten Attraktivität der Blüten verbunden. Mit dem Licht im Gesicht erwärmen sich die Blütenstände demnach deutlich intensiver als bei Strahlung auf den „Hinterkopf“ mit westlicher Ausrichtung, heißt es auf wissenschaft.de.

Apropos Wissenschaft – diese schläft nicht, erfährt, wer sich beim Blick auf das Foto von Gerda Mahr (unten links) nach der Feldwespe erkundigt. Wer unsere hiesige häufigste Feldwespe, die jetzt Haus-Feldwespe heißt, noch als Gallische Feldwespe kennt, ist nicht auf dem neuesten Stand. Bis vor einigen Jahren lautete ihr wissenschaftlicher Name Polistes gallicus, also „Gallische Feldwespe“. Inzwischen heißt sie Polistes dominula. Aber trotz Umbenennung haftet ihr der alte deutsche Name noch an, schreibt der Nabu. Das sei deswegen knifflig, weil der alte Name neu an eine andere, im Mittelmeerraum verbreitete Feldwespe vergeben wurde. Da schwirrt einem ja der Kopf. Zu allem Überfluss wandere diese „neu etikettierte“ Polistes gallicus klimawandelbedingt nun auch nach Deutschland ein. „Wenn heute von der Gallischen Feldwespe die Rede ist, sollte man sicherheitshalber immer fragen, ob denn die alte oder die neue gallicus gemeint ist. Oft wird es nämlich die alte sein und damit die Haus-Feldwespe Polistes dominula“, so der Nabu weiter. Feldwespen seien aber ausgesprochen friedfertig.

In Europa kommen laut Nabu 14 Feldwespenarten vor, sieben davon in Deutschland. Die Haus-Feldwespe zählt zur Familie der Faltenwespen: Wenn sie ruht, faltet sie ihre Vorderflügel zweimal in Längsrichtung. Charakteristisch sind die orange gefärbten Fühler (siehe Foto) und Beine, die während des Fluges auffällig hängen gelassen werden. Bei Gerda Mahr in Vaihingen bevölkert die „harmlose Feldwespe, die aber auch stechen kann - aua“ mit ihren Artgenossen die Zier-Süßkartoffel. Warum? Vielleicht naschen Feldwespen dort andere Insekten oder auch Nektar?

Ein ziemlich spektakulärer Fund kam neulich Margot Dörflinger beim Schneiden des Lavendels unter: eine Gottesanbeterin. „Ich habe schon gedacht, ich habe ihr den Fuß abgeschnitten, es ist aber nix passiert, die ist weggelaufen“, erzählt die Enzweihingerin. Von Mantis religiosa, so der wissenschaftliche Name des Insekts, wurden in den vergangenen Jahren in der VKZ schon Exemplare aus Ensingen und Kleinglattbach vorgestellt. Sie ist eine Gewinnerin des Klimawandels.

Schon immer unter uns sind die heimischen Schneckenarten, zu denen es noch zu sagen gibt, dass sie – wie die Gliederfüßer und restlichen Weichtiere – blaublütig sind. Das bezieht sich nun weniger auf eine adlige Herkunft, sondern vielmehr wirklich auf die Farbe des Blutes. Während bei uns Menschen eisenhaltiges Hämoglobin für den Sauerstofftransport im Blut sorgt, sind es bei jenen Tieren Kupfer-Ionen. Dieser Hämocyanin genannte Blutfarbstoff färbt sich blau, sobald Sauerstoff gebunden ist.

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