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Betrugsanrufe häufen sich

Freiberg/Ludwigsburg (p). In Freiberg sucht die Poliezi Zeugen, am Mittwoch gegen 17.30 Uhr nördlich des Bahnhofs Verdächtiges beobachtet haben

Ein Seniorenehepaar hatte zuvor einen Anruf eines angeblichen Polizeibeamten, der die beiden nach Schmuck und Wertgegenständen ausfragte. Bereits etwa eine halbe Stunde später erschien an der Wohnanschrift des Paares eine Frau. Die Unbekannte ließ sich den Schmuck sowie weitere Wertgegenstände zeigen und nahm diese mit.

Anschließend ergriff die Frau die Flucht. Sie wird als etwa 25 bis 30 Jahre alt mit kurzen schwarzen Haaren und einem auffälligen Tattoo auf der Brust beschrieben.

Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter Telefon 08 00 / 1 10 02 25 oder per E-Mail an hinweise.kripo.ludwigsburg@polizei.bwl.de mit der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg in Verbindung zu setzen.

Im Laufe der vergangenen beiden Wochen haben sich laut Polizei die Mitteilungen über sogenannte Schockanrufe aus den Kreisen Böblingen und Ludwigsburg gehäuft. Dabei meldeten sich angebliche Polizeibeamtinnen oder-beamte per Telefon und gaben vor, nahe Familienangehörige hätten einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem andere Personen tödlich verunglückt seien. Die jeweiligen „Unfallverursacher“ müssten nun in Untersuchungshaft genommen werden, sofern nicht eine höhere fünfstellige Bargeldsumme als Kaution bezahlt werde oder alternativ Goldmünzen, Schmuck und ähnliche Wertsachen hinterlegt würden.

In anderen Fällen gaben sich die Anrufenden als Bankmitarbeitende aus und forderten von Zugriff auf das Online-Banking der Opfer. Anschließend wurden von den Betrügern diverse Überweisungen von den Konten der Opfer getätigt. Außerdem gaben sich Täter, als angebliche Ärzte aus und versuchten, die Angerufenen unter Druck zu setzen, indem sie vortäuschten, dass ein naher Angehörige dringen Medikamente bräuchte. Die kontaktierte Person solle diese Medikamente bezahlen.

Zwischen dem 15. und dem 23. Juni wurden der Polizei sieben Straftaten angezeigt. Die Zahl der tatsächlich erfolgten Anrufstraftaten dürfte erfahrungsgemäß weit höher liegen, schätzt das Polizeipräsidium Ludwigsburg. Viele Angerufene durchschauen die von den Betrügern genutzten Maschen sehr schnell und beenden das Gespräch in der Folge.

In einem Fall in Schwieberdingen gab sich ein Unbekannter gegenüber dem Opfer am Telefon als Arzt aus. Der Täter setzte sein Opfer so unter Druck, dass die Frau Schmuck im Wert von circa 80 000 Euro zur Verfügung stellte. Der Schmuck wurde von einer unbekannten weiblichen Person abgeholt. Die Geschädigte stellte den Betrug erst am nächsten Tag fest, als sie einen Krankenbesuch machen wollte.

In den anderen Fällen, bei denen es zu einem Vermögensschaden von insgesamt circa 200 000 Euro kam, hatten Unbekannte sich am Telefon als Bankmitarbeitende ausgegeben. In Korntal-Münchingen und Freiberg wurde von den Opfern Zugriff auf das Online-Banking gewährt und von den Tätern mehrere Überweisungen getätigt.

In vier weiteren Fällen in Weissach, Rutesheim, Weil im Schönbuch und Schönaich wurde von einer angeblichen Bankmitarbeiterin angegeben, dass diverse Aktionen auf den Konten der Opfer stattfanden und die EC-Karten gesperrt werden müssten. Die EC-Karten würden von Mitarbeitenden der Bank abgeholt. Die Anruferin agierte am Telefon so geschickt, dass die Opfer die PIN der EC-Karten auch herausgaben. Die EC-Karten wurden abgeholt und im Anschluss hoben die Täter Bargeld von den Konten ab.

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