Ludwigsburg (p). Das Polizeipräsidium Ludwigsburg setzt seit dem vergangenen Jahr im Monat Mai einen Schwerpunkt auf Motorräder. Die vier Wochenenden im Mai werden genutzt, um im Zuge des Saisonstarts den direkten Kontakt zu den Bikerinnen und Bikern zu pflegen.
2025 traurige Spitze im Fünf-Jahres-Vergleich
Die Statistik zeigt, dass Unfälle unter Beteiligung von Motorrädern in den vergangenen Jahren von rund 290 auf das Höchstniveau von 366 Unfällen im Jahr 2025 angestiegen sind. „Mit sieben getöteten Motorradfahrern rangiert das Jahr 2025 traurigerweise an der Spitze im Fünf-Jahres-Vergleich“, erklärt die Polizei. Auffallend dabei sei, dass bei drei dieser sieben tragischen Unfälle keine anderen Verkehrsteilnehmenden beteiligt waren, sondern die Biker alleinbeteiligt verunglückten.
2026 schon fast 90 Unfälle unter Beteiligung von Motorradfahrenden
Im Jahr 2026 registrierte das Polizeipräsidium Ludwigsburg, das für die Landkreise Ludwigsburg und Böblingen zuständig ist, bereits 88 Unfälle unter Beteiligung von Motorradfahrenden. Insgesamt 30 dieser Unfälle ereigneten sich ohne Fremdbeteiligung. Stattdessen lag die Hauptunfallursache in nicht angepasster Geschwindigkeit.
Es gibt viel zu bemängeln: zu schnell, ohne Helm, schlechte Bremsen
„Wenngleich die Polizei nicht müde wird, die im Straßenverkehr geforderte gegenseitige Rücksichtnahme in den Fokus zu rücken, so sollte die eigene Sicherheit insbesondere auch für Motorradfahrende immer im Mittelpunkt stehen“, findet die Polizei. Dieser Appell bezieht sich zum einen auf die eigene körperliche und mentale Leistungsfähigkeit sowie auf eine angemessene Schutzkleidung samt Helm. Aber genauso wichtig sei eine an die vorherrschenden Verkehrsregeln, die Straßenverhältnisse und Witterungsbedingungen angepasste Fahrweise.
Jede dritte Kontrolle führt zur Anzeige
Während der drei bereits durchgeführten Kontrollen in den Räumen Häfnerhaslach/Horrheim/Hohenhaslach und Glemseck/ Weil der Stadt kontrollierten die Einsatzkräfte rund 500 Motorradfahrerinnen und -fahrer. Das Landratsamt Ludwigsburg und der Vollzugsdienst der Stadt Leonberg unterstützten währenddessen bei den Geschwindigkeitsmessungen.
Jede dritte Kontrolle führte letztlich zu einer Anzeige. Die Bandbreite ist dabei groß: Sie reicht beispielsweise von nicht vorschriftsmäßigen Rückspiegeln und mangelhaften lichttechnischen Einrichtungen bis zu einer mangelhaften Bremsanlage, Fahren ohne Helm, Geschwindigkeitsverstößen, die in fünf Fällen zu einem Regelfahrverbot führten, und dem Versuch, sich der Kontrolle zu entziehen. Dieser Verstoß wurde als illegales Kraftfahrzeugrennen eingestuft.

