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Wo Angststörungen besonders stark zugenommen haben

Heute werden um die Hälfte mehr Angststörungen diagnostiziert als noch vor zehn Jahren. Was ist los im Land – und wer ist besonders oft betroffen?

  • Psychische Erkrankungen wie Angststörungen sind auf dem Vormarsch.Foto: dpa/Marijan Murat

    Psychische Erkrankungen wie Angststörungen sind auf dem Vormarsch.Foto: dpa/Marijan Murat

Unter Angststörungen leidet, wer auch in relativ ungefährlichen Situationen ein starkes Angstgefühl entwickelt. Beispiele sind Platzangst, Spinnenangst oder Flugangst. In diesem Text berichten wir die Fakten zu Angststörungen in Baden-Württemberg, basierend auf Daten der AOK Baden-Württemberg. Diese werten wir für unser Projekt „Gesundheitsatlas BW“ aus.

Insgesamt sind demnach 4,2 Prozent der Baden-Württemberger betroffen. Je nach Altersgruppe leiden 0,3 bis knapp 8 Prozent der Menschen im Südwesten an Angststörungen. Am stärksten ausgeprägt sind sie bei Frauen zwischen 45 und 65. Insgesamt sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer. Die Tabelle zeigt die Verteilung nach Altersgruppen:

Frauen häufiger von Angststörungen betroffen

Verglichen mit 2012 liegt der Anteil der Erkrankten in Baden-Württemberg auf niedrigem Niveau um fast 50 Prozent höher – vor zehn Jahren waren es 2,8 Prozent, heute sind es 4,2 Prozent. Doch je nach Altersgruppe und Geschlecht fiel der Zuwachs unterschiedlich stark aus. Bei Mädchen zwischen 10 und 18 Jahren hat sich der Anteil auf 2,1 Prozent mehr als verdoppelt, bei den älteren Erwachsenen stieg er im Mittel um etwa die Hälfte.

Schwerpunktmäßig sind Frauen ab 18 Jahren von Angststörungen betroffen, hier liegt der Anteil der Erkrankten zwischen fünf und acht Prozent. Allerdings werden auch bei Männern heute durchweg häufiger Angststörungen diagnostiziert als noch vor zehn Jahren.

Angststörungen in Baden-Württemberg

Wie verteilen sich Angststörungen in Baden-Württemberg und in der Region Stuttgart? Das zeigen die folgenden Karten. Zunächst visualisieren wir die Verteilung von Angststörungen über alle Altersgruppen hinweg. Dunkelblau eingefärbte Stadt- und Landkreise liegen über dem Landesschnitt, hellblau eingefärbte darunter.

Vor allem im Raum Heidelberg/Mannheim sowie in Freiburg werden überdurchschnittlich oft Angststörungen diagnostiziert. Klicken Sie auf einen Landkreis für den exakten Wert:

Am häufigsten sind Erwachsene zwischen 45 und 65 von Angststörungen betroffen, Frauen stärker als Männer. Der Stadtkreis Mannheim sticht bei Frauen besonders hervor. Bei einer von acht Frauen zwischen 45 und 65 wurde dort eine Angststörung diagnostiziert.

Die folgende Karte zeigt nach Geschlechtern getrennt, wie sich der Anteil der Diagnosen bei älteren Erwachsenen in den Stadt- und Landkreisen verteilt. Ein Klick auf den Kreis zeigt Ihnen auch hier den exakten Wert an:

Angststörungen in der Region Stuttgart

In der Region Stuttgart sind Angststörungen recht unterschiedlich verbreitet. In den dunkler eingefärbten Gemeinden liegt der Anteil über dem Landesschnitt. Am höchsten ist er in Nufringen (Kreis Böblingen), Wiesenstein (Kreis Göppingen) und Stuttgart-Sillenbuch.

Klicken Sie in der Karte auf die Gemeinde, die Sie interessiert, um den Anteil der Bewohner mit Diagnose Angststörungen zu sehen:

Die Daten in diesem Beitrag stammen von der AOK Baden-Württemberg. Sie ist mit rund 4,6 Millionen Versicherten die größte Krankenkasse in Baden-Württemberg. Für zwölf ausgewählte Krankheiten stellt uns die AOK aggregierte Diagnosedaten ihrer Versicherten zur Verfügung.

Bis hinunter auf Postleitzahlebene kann man damit sehen, wie verbreitet die Krankheiten sind – aufgeschlüsselt nach Altersgruppen, von Kindern bis zu Hochbetagten. Die Verteilung der Diagnosen unter ihren Versicherten entspricht in etwa der Verteilung unter allen Einwohnerinnen und Einwohnern.

Zu unserem Projekt „Gesundheitsatlas“ gelangen Sie über diesen Link.

Zum Datenprojekt „Gesundheitsatlas“

Daten
Wie alle Krankenkassen erhält die AOK zu Abrechnungszwecken von Ärzten und Krankenhäusern Daten zu Diagnosen und der Therapie ihrer Versicherten. Diese Daten aggregiert sie nach Wohnort, Geschlecht und Alter der Patienten. Damit kann die AOK errechnen, wie hoch unter ihren Versicherten der Anteil einzelner Krankheiten in bestimmten Altersgruppen oder Postleitzahlbereichen ist.

Repräsentativ
Die Zusammensetzung der AOK-Versicherten entspricht bei Geschlecht und Altersgruppe in etwa der Gesamtbevölkerung in Baden-Württemberg. Bei Unter-45-Jährigen liegt der Anteil höchstens fünf Prozent über dem der Gesamtbevölkerung, bei Älteren höchsten 15 Prozent darunter. Lässt man Einkommensunterschiede außen vor, sind die Daten zur Verteilung einzelner Krankheiten unter AOK-Versicherten also annähernd repräsentativ für Baden-Württemberg. 

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