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Wieder mehr Coronainfektionen? Diese Daten zeigen es

Viele hören im persönlichen Umfeld derzeit wieder von mehr Coronainfektionen. Ist da was dran? Die Inzidenz kann es kaum mehr beantworten, doch es gibt mittlerweile andere Datenquellen.

  • Viele leiden derzeit an Atemwegserkrankunge, darunter wieder mehr Menschen mit Coronainfektion. Dann bleibt es oft nicht beim Schnupfen.Foto: imago/Arman Zhenikeyev

    Viele leiden derzeit an Atemwegserkrankunge, darunter wieder mehr Menschen mit Coronainfektion. Dann bleibt es oft nicht beim Schnupfen.Foto: imago/Arman Zhenikeyev

Anekdotisch hören derzeit wieder mehr Menschen von Freunden und Bekannten, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben – mit den bekannten, teilweise sehr unangenehmen Symptomen. Gibt es derzeit eine Infektionswelle und wenn ja, woran erkennt man sie?

Die vorliegenden Daten ermöglichten weiterhin eine „zuverlässige Einschätzung und Bewertung“ der Infektionslage, heißt es im aktuellen Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI). Die 7-Tage-Inzidenz gilt wegen stark gesunkener Testzahlen nur noch als Trendindikator. Über die Stärke einer Infektionswelle sagt sie nichts Belastbares. Seit vier Wochen steigt der Trend leicht an, allerdings nicht so stark wie vor den Weihnachtsfeiertagen und erst recht nicht so ausgeprägt wie während der Sommer- und Herbstwelle 2022.

Corona im Abwasser

Ebenfalls als Trendindikator dienen die seit vergangenem Jahr wöchentlich durchgeführten Abwasseruntersuchungen. An drei von vier baden-württembergischen Klärwerken wird seit Mitte Januar eine teils deutlich steigende Konzentration von Coronaviren ermittelt:

Hinweise auf das Infektionsgeschehen gibt auch die Zahl der positiv auf Covid-19 getesteten Krankenhauspatienten. Viele von ihnen kommen nicht wegen der Infektion in die Klinik und die Gruppe der Krankenhauspatienten ist auch nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung – doch sie wird weitaus umfassender getestet. Auch hier ist seit Anfang Februar ein Anstieg zu sehen:

Im RKI-Wochenbericht finden sich Daten zu Atemwegserkrankungen, die aus der schon lange vor der Pandemie funktionierenden sogenannten Sentinelsurveillance stammen – eine Art regelmäßige Stichprobe aus Arztpraxen und Kliniken sowie anhand von Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Das RKI schätzt, dass derzeit knapp 8 Millionen in Menschen von akuten Atemwegserkrankungen betroffen sind – das ist deutlich mehr als während der Pandemie und etwas mehr als in den Wintern 2017/18 und 2018/19. Ähnlich sieht es bei der Zahl der Arztbesuche wegen solcher Erkrankungen aus.

Eine Infektionswelle, aber eine kleine

Arztbesuche wegen Covid-19 werden extra erfasst. Sie nahmen zuletzt wieder zu, liegen aber deutlich unter dem Niveau der großen Infektionswellen im Jahr 2022. Zudem ist die Belastung der Krankenhäuser durch Covid-19, insbesondere bei älteren Patienten, nicht mit den vergangenen Jahren vergleichbar.

Eine Infektionswelle wogt also seit Kurzem durch Deutschland. Sie ist allerdings längst nicht so hoch wie die Wellen des Jahres 2022 und auch weniger belastend für das Gesundheitssystem als frühere Wellen. Fasching und Karneval könnten sie verstärken oder verlängern, schreibt das RKI. Die weitere Entwicklung sei „vor dem Hintergrund der weiteren Deeskalation von Maßnahmen und von Großveranstaltungen schwer vorherzusagen“.

Vor allem mit Blick auf die von Covid-19 bei Ansteckung häufiger schwer betroffenen älteren Menschen sei Rücksichtnahme weiter wichtig, so das RKI. Dazu zählt insbesondere, bei Symptomen einer Atemwegsinfektion Kontakte vor allem zu älteren Personen zu meiden.

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