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Wie wird der Sommer 2023?

Wird der Sommer 2023 wieder so tropisch heiß und trocken werden wie der im Vorjahr? Vielleicht sogar noch heißer? Wird es wieder sintflutartige Regenfälle geben wie im Juli 2021?

  • Unzählige Wiesen-Margeriten  blühen auf einer Wiese im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree.Foto: dpa/Patrick Pleul

    Unzählige Wiesen-Margeriten blühen auf einer Wiese im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree.Foto: dpa/Patrick Pleul

Das Frühjahr war in diesem Jahr deutlich zu nass-kalt und regnerisch. Der Wonnemonat Mai ist buchstäblich ins Wasser gefallen.

„Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ wird sich so mancher fragen und hat dabei den zeitlosen Ohrwurm von Rudi Carrell (1934-2006) aus dem Jahr 1975 im Sinn.

Wie also wird der Sommer 2023? Was können Sonnenanbeter und Hitzegeschädigte von den Monaten Juni bis September erwarten? Wir geben Ihnen schon mal einen Ausblick:

Wetter 2023: Wann wird es endlich Sommer?

Der meteorologische Sommer beginnt ab dem 1. Juni und endet am 31. August, der kalendarische hingegen beginnt am 21. Juni und endet am 21. September. Angesichts der globalen Erwärmung ist damit zu rechnen, dass die Sommermonate auch in diesem Jahr noch wärmer als in früheren Jahren werden.

Wird der Sommer heißer als im Vorjahr?

Der vergangene Sommer ist als Rekord-Sommer mit Rekordtemperaturen um die 40 Grad in Deutschland, Mega-Dürre und lang anhaltender Trockenheit in die meteorologischen Analen eingegangen. Der diesjährige Hitze-Sommer verspricht noch heißer zu werden.

Die Prognosen der Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach sehen ein bis zwei Grad höhere Temperaturen als in den vergangenen Jahren voraus. Dabei muss es sich nicht um eine Dauerhitze um die 40 Grad handeln. Viel wahrscheinlicher ist, dass sich die heißen Tage bei 30 bis 35 Grad einpendeln und die Nacht und/oder der Tag wärmer ist als in vergangenen Jahren.

Wird es wieder heiß und trocken?

Mit der Hitze kommt die Trockenheit: Die Niederschläge sollen vielerorts eher spärlich sein. Allerdings – und das ist angesichts der Wetterkapriolen, die der Klimawandel mit sich bringt, wird es wohl auch wieder ein nasser Sommer. Wetter-Experte Dominik Jung von wetter.net prognostiziert, dass es zwar sehr warm würde, allerdings auch viel regnen dürfte. Bei einem solchen „tropischen Sommer“ bestehe ein großes Flut- und Hochwasserpotenzial. Das zeige auch das Europäische Wettermodell EURO1k.

Wie stabil wird das Sommerwetter?

Vieles deutet laut Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (European Centre for Medium-Range Weather Forecasts, ECMWF) auf eher unbeständige Hochdruckgebiete mit stabilem Sonnenwetter hin. Laut diesem Modell könnte der Sommer ein bis zwei Grad wärmer werden, als das neue Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020. „Das klingt nicht nach wirklich viel, kann aber sehr viel sein“, betont Dominik Jung. Allerdings hätten es nur wenige Sommer bisher in diesen Temperaturbereich geschafft – etwa der Sommer 2003 oder 2019. „Wenn es so kommen würde, dann wäre das tatsächlich ein sehr warmer Sommer. Vielleicht sogar ein richtiger Hitzesommer.“

Wie wird das Wetter im Juni?

Der Juni beginnt mit meist sonnigem und trockenem Wetter. Die Temperaturen sollen mit 22 bis 27 Grad angenehm warm werden und in manchen Regionen sogar auf mehr als 30 Grad steigen. In Teilen Deutschlands wie Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bleibt es vorerst kühler bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad.

Wie wird das Wetter im Juli?

Der Juli soll nicht nur deutlich zu warm, sondern auch deutlich zu nass ausfallen. Im südlichen Baden-Württemberg und Bayern kann es zu Gewitter mit starkem Regen kommen. Die Temperaturen sollen somit bis auf 14 bis 18 Grad abkühlen.

Wie wird das Wetter im August?

Im süddeutschen Raum soll deutlich weniger Regen als normalerweise fallen. Besonders für den August herrscht laut dem „Climate Forecast System“ (CFS) in Baden-Württemberg „Trockenzeit“. Auch der europäische Wetterdienst stellt eine eher „düstere Sommerprognose“ in Aussicht.

Zur Info: Das CFS ist ein meteorologisches Wetterprogramm, das von den „National Centers for Environmental Prediction“ (NCEP, auf deutsch: Nationale Zentren zur Umweltvorhersage) der USA verwendet wird und verschiedene Wettervorhersagen liefert.

Info: So funktionieren Wetterprognosen

Vorhersagen
Hauptaufgabe der staatlichen und privaten Wetterdienste ist es, Vorhersagen für die Öffentlichkeit und spezielle Nutzer zu treffen – wie den Schiffs-und Flugverkehr, Landwirte, Autofahrer oder Allergiker. Vor allem aber warnen sie vor wetterbedingten Gefahren wie Unwettern, Stürmen oder Starkregen. Die Schäden, die hierdurch entstehen, sind gewaltig. So hinterließ der Jahrhundert-Sturm Lothar, der am 26. Dezember 1999 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Kilometern pro Stunde über Mittel- und Westeuropa hinwegzog, einen Gesamtschaden von gut elf Milliarden Euro.

Chaostheorie
Auch wenn die Vorhersagen immer genauer werden, wird die Trefferquote „niemals hundertprozentig sein, weil schon kleinste Schwankungen in der Atmosphäre das Wetter stark beeinflussen können“, heißt es seitens des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die Atmosphäre ist ein chaotisches System, das von einer Vielzahl meteorologischer Kräfte bestimmt wird. Wie sich diese Vorgänge wechselseitig auswirken, ist laut DWD-Experten nur annähernd zu bestimmen. Mit jedem Tag verlieren Wettervorhersagen an Genauigkeit. Seriöse Prognosen sind bis zu sieben Tagen möglich, grobe bis zu zehn Tagen.

Schmetterlingseffekt
Für den russischen Mathematiker Wladimir Igorewitsch Arnold (1937-2010) sind zwei Wochen die obere Grenze für seriöse Wettervorhersagen. Alles darüber hinaus ist Spekulation. Der Grund hierfür liegt in einem Phänomen, das der US-Meteorologe und Begründer der Chaostheorie, Edward Lorenz, 1961 entdeckte: Der „Butterfly-Effect“ – der Schmetterlingseffekt – , benannt nach einem Vortrag Lorenz’ mit dem Titel „Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien eine Tornado in Texas auslösen?“ (Original: „Predictability: Does the flap of a butterfly’s wings in Brazil set off a tornado in Texas?“) Der Satz ist als Metapher zu verstehen: Komplexe physikalische Systeme wie das Wetter reagieren sehr empfindlich auf kleinste Veränderungen der Ausgangsbedingungen, was zu völlig unterschiedlichen Entwicklungen führen kann.

Datenwüsten
Riesige Gebiete auf dem Globus sind Datenwüsten. Kleinste Fehler oder Ungenauigkeiten in den Daten und Simulationen können eine Vorhersage komplett verfälschen. Hinzu kommt: Riesige Gebiete in Afrika, der Arktis und Antarktis sowie die Ozeane sind Datenwüsten, die nur unzureichend beobachtet werden. Deshalb verwendet der Deutsche Wetterdienst (DWD) und andere Wetterdienste heute die sogenannte Ensemble-Vorhersage: Der Computer berechnet parallel mehrere leicht abgewandelte Szenarien. Die wahrscheinlichste Vorhersage bildet schließlich die Grundlage für den offiziellen Wetterbericht.

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