Dass Kinder ausreichend Schlaf brauchen, wissen alle Eltern. Denn ist das nicht der Fall, bekommen sie es durch das Verhalten ihres Kindes zuallererst zu spüren. Klar ist: Genügend Schlaf verbessert die Aufmerksamkeit der Kinder, ihre Lernfähigkeit, fördert die Ausgeglichenheit und ist für die körperliche wie für die psychische Gesundheit der kleinen wie der größeren Kinder wichtig.
Manchmal verbringen Kinder aber auch mehr Zeit im Bett, als sie an Schlaf brauchen. Auch dadurch können sie aus dem Rhythmus kommen. Grundsätzlich hängt der Schlafbedarf vom Alter ab und ist auch individuell oft sehr verschieden. Es gibt aber durchaus Richtwerte, die Eltern Orientierung geben können.
Nach Altersgruppen: Wie viele Stunden Schlaf sollten es sein?
Bei diesen Werten handelt es sich, mit jeweils minimalen Abweichungen, um landläufig anerkannte Empfehlungen.
Anpassung an den Tag-Nacht-Wechsel
Lässt ein Kind das Säuglingsalter hinter sich, vermindert sich mit der Anpassung auf den Tag-Nacht-Wechsel insbesondere der Tagesschlaf. Ein neugeborenes Baby kann diesen Wechsel noch nicht kennen, es hat einen Rhythmus von fünf bis sechs Schlafphasen, verteilt über Tag- und Nachtzeiten. In diesen schläft es jeweils etwa vier Stunden. Bei den meisten einjährigen Kleinkindern verringert sich die Anzahl der Schlafphasen auf drei, ein längerer Nachtschlaf ohne Unterbrechung mit etwa sechs bis acht Stunden (gesamte Nachtschlafzeit bis 12 Stunden) und noch zwei kürzere Schlafperioden tagsüber. Im Alter von 18 Monaten schlafen fast alle nur noch einmal am Tag und manche können mit 24 Monaten sogar schon ganz auf einen Mittagsschlaf verzichten.
Wann sollten Eltern regulierend eingreifen?
Der nächtliche Schlaf verlängert sich im Durchschnitt von acht Stunden nach der Geburt auf fast zwölf Stunden bis zum zwölften Lebensmonat, wobei diese Zeit durch von etlichen Unterbrechungen geprägt sein kann. Vom zweiten Lebensjahr an nimmt mit dem gesamten Schlafbedarf des Kindes auch seine Nachtschlafzeit bis auf knapp elf Stunden im sechsten Lebensjahr ab.Regulierend eingreifen sollten Eltern in das Schlafverhalten ihrer Kinder, wenn dieses etwa abends zur Schlafenszeit nicht müde ist. Das könnte darauf hindeuten, dass Schlafenszeiten, die eigentlich in der Nacht stattfinden sollten, auf den Nachmittag verlagert werden. Dann sollte man den Mittagsschlaf kürzen oder ganz streichen, damit Ihr Kind abends besser ein- und nachts besser durchschlafen kann.
Das Zubettgehen und die Aufstehzeit
Die richtige Zubettgehzeit ergibt sich aus der Aufstehzeit minus dem persönlichen Schlafbedarf des Kindes. Das heißt, wenn ein Kind regelmäßig morgens um 7 Uhr aufwacht und ungefähr zehn Stunden Schlaf braucht, dann sollte es spätestens um 21 Uhr im Bett sein. Wenn es sehr lange zum Einschlafen braucht, sollte die Zubettgehzeit entsprechend früher angesetzt werden. Wenn Ihr Kind regelmäßig noch mittags schläft, braucht es nachts entsprechend weniger Schlaf. Es wird morgens also früher wach oder sollte später zu Bett gebracht werden.
Wie bei Erwachsenen gibt es auch bei Kindern „Schlaftypen“: Sogenannte „Lerchen“ kommen morgens leicht aus dem Bett und fühlen sich gleich topfit, werden aber abends relativ früh müde. „Eulen“ schlafen morgens gerne lange, sind aber abends kaum ins Bett zu bekommen. Wenn man diese Disposition des Kindes kennt, kann das helfen, so manches Schlafproblem zu vermeiden.
Konsequenz vermeidet Stress und ist gesund fürs Kind
Schon im späten Kleinkindalter und auch noch danach wollen Kinder häufig abends nicht ins Bett. Obwohl sie müde sind, wollen sie den Tag nicht beenden oder haben Angst, etwas zu verpassen. Hier ist es - um den abendlichen Stress für alle zu vermeiden - sinnvoll, in der Regel konsequent bei einer einmal vereinbarten Zubettgehzeit zu bleiben. Ein klares Schlusswort ist oft besser als endlose Diskussionen.
Ausreichend Schlaf ist wichtig für eine gesunde Entwicklung. Studien haben gezeigt, dass Kinder und Jugendliche, die dauerhaft zu wenig schlafen, ein erhöhtes Risiko für Fettleibigkeit (Adipositas) haben.
Neun Tipps für eine gute Nacht
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hat ein paar Tipps zusammengestellt, die das Einschlafen und Durchschlafen von Kindern erleichtern können:
Ein Schlaftagebuch führen
Sind Eltern unsicher, ob ihr Kind genug schläft, kann ein Schlaftagebuch hilfreich sein. Darin trägt man drei Wochen lang ein, wann das Kind eingeschlafen ist, wie lange es geschlafen hat, wie oft es aufgewacht ist und unter welchen Bedingungen der Schlaf unterbrochen wurde. Der Kinder- und Jugendarzt kann auch anhand der Einträge des Schlaftagebuchs erkennen, ob vielleicht Änderungen im Tagesablauf die Schlafqualität des Kindes verbessern können, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind oder ob sich Eltern unnötig Sorgen machen.

