Nach dem Brücken-Unglück am Dienstagmorgen (26. März) in der Hafenstadt Baltimore im US-Bundesstaat Maryland stellt sich auch die Frage nach der Sicherheit der Zehntausenden von Brücken-Bauwerken in Deutschland. Eine Übersicht über den technischen Stand der Dinge:
Bilder vom Brücken-Unglück in Baltimore
Das Unglück in Baltimore ereignete sich am Dienstagmorgen (26. März) gegen 1.30 Uhr (Ortszeit). Das Containerschiff „Dali“ fuhr ungebremst auf einen Pfeiler der vierspurigen Autobrücke Francis Scott Key Bridge zu und bracht diese binnen Sekunden zum Einsturz, wie die Verkehrsbehörde des Bundesstaates Maryland mitteilte.
Gegen 1.30 Uhr seien erste Notrufe eingegangen, berichten die „New York Times“ und der Sender „CBS News“ unter Berufung auf die Küstenwache und die Feuerwehr.
Die Autobrücke führt über den Hafen der Metropole im Nordosten der USA. Sie ist nach Angaben der Verkehrsbehörde Maryland mehr als 2,5 Kilometer lang.
Baltimore hat knapp 600 000 Einwohner und ist einer der bedeutendsten Seehäfen in den USA.
Wie viele Brücken gibt es in Deutschland?
Wie ist der Zustand der Brücken in Deutschland?
Wie werden Schäden an Brücken eingeteilt?
Ab wann besteht Sanierungsbedarf?
Trotzdem herrscht der Bundesbehörde zufolge auch in solchen Fällen dringender Handlungsbedarf, um eine Sperrung zu verhindern. Wenn bei einer routinemäßigen Bauwerksprüfung Mängel festgestellt werden, so würden sofort entsprechende Maßnahmen getroffen, um die erforderliche Sicherheit für den Verkehr auch weiterhin zu gewährleisten.
Die meisten der rund 140 000 Straßenbrücken sowie kapp 40 000 Fernstraßenbrücken in Deutschland stammen noch aus den 1960er und 1970er Jahren. Mittlerweile ist das Problem der maroden Brücken-Infrastruktur erkannt und Bund und Länder investieren jetzt mehr Geld, um Fahrbahnen und kaputte Brücken auf Vordermann zu bringen.
Wie wird ein beschädigte Brücke geprüft?
Wie lange dauert eine Überprüfung?
Das kann länger dauern, je nachdem wie schwer die Schäden an der Konstruktion sind. Wenn gravierende Schäden vorhanden sind, muss geklärt werden, inwieweit die Standsicherheit der Brücke beeinträchtigt ist.
Es gibt keine speziellen Ingenieure. Solche Prüfungen gehören zu den normalen Aufgaben von Ingenieurbüros, die sich mit Stahl und anderen Materialien befassen.
Der Sachverständige muss klären, ob eine Gefahrensituation vorliegt und wie gravierend sie ist. Dafür muss klar sein, wie stark die Wucht des Aufpralls war. Das kann man auch etwa anhand der Schäden an einem havarierten Schiff feststellen.
Was sind mögliche Optionen?
Möglicherweise wird die Brücke für den Autoverkehr gesperrt, aber Schiffe dürfen weiterhin durchfahren. Diese Entscheidung kann nur der Gutachter vor Ort treffen.
Der Sachverständige hat auf jeden Fall zu klären, ob und welche Schäden entstanden sind, die den Schiffs- und Autoverkehr gefährden.
Wie funktioniert das Prüfsystem für Brücken?
In Deutschland existiert ein ausgeklügeltes Prüfsystem für Brücken. Die Bauwerksprüfung hat einen hohen Stellenwert, so dass niemand Angst haben muss, über eine Autobahnbrücke zu fahren.
Was wird getan, damit solche Unglücke nicht geschehen?
Die Brücken in Deutschland werden intensiv begutachtet. Alle sechs Jahre gibt es eine Hauptprüfung, dazwischen nach drei Jahren eine einfache Prüfung. Es gibt laufende Beobachtungen und Besichtigungen.
Die Bauwerke sind unter einer ständigen Kontrolle von Bauwerksprüfingenieuren. Wenn irgendwo die Gefahr besteht, dass etwas passieren könnte, wird die betroffene Brücke sofort gesperrt.
Wer überprüft die Sicherheit der Brücken?
Das machen die Straßenbauverwaltungen der Länder, der Kommunen und Gemeinden. Die zuständigen Behörden haben eigene Prüfer. Es gibt aber auch externe Prüfer – ungefähr 2000 Experten, die sich nur um die Brücken in Deutschland kümmern.
Wie ist die Überprüfung der Brücken geregelt?
Das Bundesverkehrsministerium hat die Verwaltung der Brückenbauwerke der Bundesfernstraßen, also der Bundesautobahnen und Bundesstraßen, in die Hoheit der Länder und deren Landesbehörden für Straßenbau und Verkehr abgegeben. Hinzu kommt das gesamte Netz der Kreisstraßen, Kommunalstraßen und so weiter.
Für diese Bauwerke sind ebenfalls Baulastträger zuständig, die für all das sensibilisiert sind, was die Sicherheit dieser Bauwerke betrifft.

