Seit Monaten bebt in Süditalien die Erde: In der Region um die Millionenstadt Neapel brodelt es gefährlich unter der Erdoberfläche. Am Montagmittag (16. Oktober) gegen 12.30 Uhr bebte in den Phlegräischen Feldern erneut die Erde. Die Phlegräischen Felder – auf italienisch Campi Flegrei – sind ein Gebiet in der süditalienischen Region Kampanien mit hoher vulkanischer Aktivität.
Die Erschütterungen wurden Nationalen Geophysikalischen und Vulkanologischen Instituts (INGV) in Neapel bestätigt. Demnach erreichte das Beben eine Stärke von 3,6 auf der Richterskala. Bereits am Sonntag (15. Oktober) wurden zwei Beben mit der Stärke 1,4 und 1,9 gemessen. Die Beben sind Teil eines sogenannten seismischen Schwarms.
Computersimulation sorgt für Unruhe
Experten des INGV-Einsatzzentrums veröffentlichten jüngst eine Computer-Simulation, die ein mögliches Ausbruchsszenario an den Campi Flegrei zeigt. Eine derartige Eruption könnte Tage andauern – und tausende Menschenleben fordern. Es sei denn, der Evakuationsplan der italienischen Regierung funktioniert.
Die Forscher betonen, dass ein Ausbruch in solch einem extremen Ausmaß sehr unwahrscheinlich ist. Sie haben mit der Simulation den Ausbruch des Agnano-Kraters in den Phlegräischen Feldern vor rund 4100 Jahren rekonstruiert. Gibt es trotzdem Grund zur Sorge?
Die aktivsten Vulkane der Welt
Weltweit gibt es zwischen 1500 bis 1900 aktive Vulkane. Pro Jahr werden etwa 50 tätig. In unserer interaktiven Weltkarte stellen wir die zehn aktivsten Vulkane unseres Planeten vor.
Warum brechen Vulkane aus?
Vulkane, die nach langer Ruhe wieder erwachen, müssen die in den Jahren der Ruhe gewachsene dicke Kruste zunächst aufbrechen, um das Magma ausstoßen zu können. Die Caldera der Phlegräischen Felder durchläuft den Forschern zufolge zurzeit den Übergang von einer „elastischen“ zu einer „unelastischen“ Phase. Die Fachleute haben in der Tiefe Bewegungen ermittelt, die auf aufsteigendes Gas hindeuten. Dies äußert sich in Hebungen und Senkungen, die zu Brüchen in der Kruste führen können. Genau das passiert den Forschern zufolge zurzeit unter den Phlegräischen Feldern. Ein solcher Bruch würde zur Eruption führen.
Supervulkane zeichnen sich durch eine besonders große Magmakammer aus. Anders als normale Vulkane, brechen sie nicht nur aus, sondern explodieren regelrecht. Statt eines Vulkankegels, also Berges, hinterlassen sie nach einem Ausbruch einen riesigen Krater. Dieser wird als Caldera bezeichnet.

