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Welche Krebsart hat Thomas Gottschalk?

Thomas Gottschalk hat seine schwere Krebs-Erkrankung öffentlich gemacht. Wir erklären, um was für einen Tumor es sich handelt und welche Therapien es gibt.

  • Thomas Gottschalk befindet sich auf dem Weg der Besserung.dpa

    Thomas Gottschalk befindet sich auf dem Weg der Besserung.dpa

TV-Legende Thomas Gottschalk ist an Krebs erkrankt - und geht deswegen in den Ruhestand. „Ich glaube, es wird Zeit, dass wir die Karten auf den Tisch legen. Ich habe Krebs“, hatte der Moderator im Herbst in einem gemeinsamen Interview mit seiner Frau Karina gesagt. Der 75-Jährige bekam die Diagnose demnach schon Mitte 2025 und musste bisher zwei Mal operiert werden. Inzwischen hat er gute Nachrichten und ist krebsfrei, wie im Juli 2026 bekannt wurde. „Die Diagnose war heftig. Epitheloides Angiosarkom. Ein seltener, bösartiger Tumor, der von den Zellen der Blutgefäße ausgeht. Thomas wurde sofort operiert. Sie mussten sowohl einen Teil der Harnleiter als auch von der Blase wegnehmen“, erklärte Karina Gottschalk im vergangenen Jahr.

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Kurz darauf habe sich ihr Mann noch einer zweiten Operation unterziehen müssen, „weil noch viel mehr Gewebe vom Krebs befallen war als vermutet“, berichtet sie. Außerdem gab es Bestrahlungstermine. Liegt bei dieser Art von Tumor bereits eine Metastasierung vor, beträgt die Zwei-Jahres-Überlebensrate nach Angaben der Deutschen Sarkom-Stiftung nur noch etwa 13 Prozent. Mittlerweile dürfte Gottschalk aber etwas bessere Karten in der Hand haben. „Nach zwei Operationen, 33 Bestrahlungen und drei Wochen Reha bin ich im Moment krebsfrei“, sagte er im Juli 2026 der Bild. Daran könne sich allerdings jederzeit etwas ändern.

Gestiegene Chancen für Thomas Gottschalk

In Fachzentren wird die 5-Jahres-Überlebensrate je nach Fall mitunter auch als deutlich höher eingestuft, denn die Behandlung seltener Krebsarten macht in den letzten Jahren große Fortschritte. Leichte Entwarnung kam bereits 2025 von Gottschalks Operateur Prof. Jürgen Gschwend vom Klinikum Rechts der Isar gegenüber der „Abendzeitung“: „Wir nehmen an, dass die Heilung erreicht wurde.“ Im Gespräch mit dem „Merkur“ betont Gschwend dagegen das Rückfallrisiko und die Notwendigkeit engmaschiger Kontroll-Untersuchungen alle acht bis zwölf Wochen.

10 Promis, die gegen den Krebs kämpfen

  • Thomas Gottschalk (75): Wurde im Juli 2025 mit einem seltenen Epitheloiden Angiosarkom diagnostiziert; musste sich zwei Operationen unterziehen und nahm starke Schmerzmittel
  • König Charles III. (77): Machte seine Krebserkrankung im Februar 2024 öffentlich; erhielt ambulante Behandlung; nahm trotz gesundheitlicher Belastungen weiterhin offizielle Termine wahr
  • Prinzessin Kate (43): Teilte mit, dass sie sich einer präventiven Chemotherapie unterziehen musste (Bekanntgabe wenige Wochen nach König Charles' Mitteilung)
  • Sarah Ferguson (66): Die Ex von Andrew hat es extrem schwer: Sie wurde 2023 mit Brustkrebs diagnostiziert und unterzog sich einer Mastektomie. Anfang 2024 folgte die Diagnose Hautkrebs (malignes Melanom)
  • Patrice Aminati (30): Ehefrau von Daniel Aminati; leidet an Schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) im Stadium 4; erhält Immuntherapie und gezielte Bestrahlung; teilt ihren Kampf offen auf Social Media
  • Jessie J (37): Britische Popsängerin; Brustkrebs-Diagnose im Juni 2025; unterzog sich einer Mastektomie; hatte Komplikationen wie eine Infektion und Flüssigkeit in der Lunge
  • Gordon Ramsay (59): Bei dem Starkoch wurde Basalzellkarzinom (weißer Hautkrebs) diagnostiziert; Tumor wurde operativ entfernt; nutzt seine Bekanntheit, um vor Sonnenschäden zu warnen
  • Björn Borg (69): Tennis-Legende; „extrem aggressiver“ Prostatakrebs; nach Operation aktuell in Remission; muss sich regelmäßig untersuchen lassen
  • Susanne Klehn (44): TV-Moderatorin; nach früherem Schwarzen Hautkrebs (2009) nun mit Weißem Hautkrebs diagnostiziert; ist Botschafterin der Deutschen Krebshilfe
  • Biff Byford (74): Saxon-Frontmann; Darmkrebs wurde bei Prostata-Vorsorge entdeckt; Tumor operativ entfernt; präventive Chemotherapie abgeschlossen

Gottschalk: Was ist ein epitheloides Angiosarkom?

Das Angiosarkom ist ein maligner (bösartiger) Tumor (Geschwulst) des Binde- und Stützgewebes, das von vaskulären (Gefäße) oder lymphatischen (Lymphsystem) Endothelzellen (flache Zellen, welche die innere Oberfläche von Blut- und Lymphgefäßen bilden und eine einschichtige Schicht – Endothel – formen) ausgehend als Hämangiosarkom (bösartiger und aggressiver Tumor, der von den Blutgefäßwänden abstammt) oder Lymphangiosarkom (Tumor, dessen Entstehung an das Vorhandensein eines chronischen Lymphödems gebunden ist) vorkommt. Es metastasiert frühzeitig in die Blutgefäße.

  • Obwohl dieser Tumor am häufigsten in der Haut und im Weichgewebe auftritt, kann er extrem selten auch innere Organe wie die Blase befallen. Die Prognose ist dann tendenziell ungünstiger. Das epitheloide Angiosarkom wird oft bei Männern im höheren Alter festgestellt.
  • Der Begriff Sarkom stammt vom altgriechischen Wort sárkoma; sárx = Fleisch, Weichteile und om = Geschwulst ist eine bösartige Geschwulst. Sarkome sind deutlich seltener als Karzinome (bösartige Tumore, die sich aus dem Epithelgewebe – Gewebe, das die Oberfläche von Haut und Schleimhäuten auskleidet – bildet).

Wie gefährlich sind Sarkome?

Sarkome entstehen im Binde- und Stützgewebe (Knochen, Knorpel und Fettgewebe) sowie im Muskelgewebe. Bevorzugte Erkrankungsstellen sind Haut, Bindegewebe, Mamma (weibliche Brust), Leber und Milz. Unterschieden wird zwischen gefährlichen „High-Grade-Sarkomen“ und besser behandelbaren „Low-Grade-Sarkomen“. Maßgeblich für die Differenzierung sind vor allem histologische Untersuchungen durch Pathologen im Labor. Die Behandlung sollte möglichst in einem Universitätsklinikum erfolgen, nicht in einem beliebigen Kreiskrankenhaus. Die Prognosen sind je nach Sarkom und individuellem Befund ganz unterschiedlich - es gibt hunderte verschiedene Varianten, wenn nicht tausende.

Welche Angiosarkome werden unterschieden?

  • Primäre Angiosarkome betreffen vor allem den Kopf und die Brust.
  • Sekundäre Angiosarkome entstehen meist in Körperregionen, die bestrahlt wurden, oder dort, wo ein chronischen Lymphödem vorlag.
  • Diese Art der Sarkome machen rund 1 Prozent aller malignen Erkrankungen beim Menschen aus.
  • Etwa doppelt so viele Männer wie Frauen erkranken in Deutschland jedes Jahr an einem Angiosarkom.

Symptome des epitheloiden Angiosarkoms

  • Typische Symptome treten hauptsächlich auf der Haut auf. Es kommt etwa zu Hautverfärbungen, die einem blauen Fleck ähneln.
  • Ebenso ist eine hartnäckige Wunde möglich, die mit der Zeit schlimmer wird.
  • Typisch ist auch eine Region, die bei Berührung oder Erschütterung blutet, oder eine weiche Masse, die sichtbar oder fühlbar ist.
  • Wenn das Angiosarkom über ein bestimmtes Maß hinauswächst, können Schmerzen auftreten.

Wie erfolgt die Diagnose?

  • Der Arzt führt eine Untersuchung des gesamten Körpers durch, um festzustellen, ob Knoten oder Läsionen (äußere Verletzungen) vorhanden sind.
  • Möglich sind auch weitere Tests wie ein MRI oder eine Computertomografie (CT), um die Position und die Größe des Tumors zu bestimmen.
  • Die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe, die zur Analyse an ein Labor geschickt wird, kann die Diagnose unterstützen.

Was sind die Ursachen für ein epitheloides Angiosarkom?

  • Bestrahlungstherapie: Nach einer Strahlentherapie bei Krebs oder anderen Erkrankungen kann das Risiko eines Angiosarkoms steigen.
  • Schwellungen aufgrund beschädigter Lymphgefässe: Lymphödeme sind Schwellungen, die durch eine Ansammlung von Lymphflüssigkeit entstehen. Sie entstehen, wenn das Lymphsystem blockiert oder verletzt wird. Wenn Lymphknoten während einer Operation entfernt werden, kann ein Lymphödem entstehen. Dies geschieht häufig bei Krebsoperationen. Auch bei Infektionen oder anderen Erkrankungen können Lymphödeme entstehen.
  • Chemikalien: Mehrere chemische Substanzen, darunter Arsen und Vinylchlorid, können zu einem Leber-Angiosarkom führen.
  • Vererbte Syndrome: Das Risiko für ein Angiosarkom kann bei Menschen mit bestimmten Genmutationen höher sein.

Die primäre Behandlung ist häufig eine Operation. Ziel ist es, die gesamte Krebsgeschwulst und umgebendes gesundes Gewebe zu entfernen. Wenn sich der Krebs auf andere Bereiche des Körpers ausgebreitet hat oder zu groß ist, ist dies möglicherweise keine Option. In Kombination kommt üblicherweise auch Bestrahlung, Chemotherapie oder Immuntherapie zum Einsatz.

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