Er gilt als Auslöser der hohen Temperaturen: „El Niño“. Das Wetterphänomen tritt alle zwei bis sieben Jahre auf und beschreibt ungewöhnliche Änderungen der Luft- und Meeresströmungen, die in Südamerika zu heftigen Regenfällen und Überschwemmungen führen und in Australien zu Trockenheit und Dürre.
Johanna Baehr ist Professorin und Leiterin für Klimamodellierung am Zentrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit der Universität Hamburg. Wie sie bereits in diesem Interview mit unserer Redaktion erwähnte, lassen seien die Spuren des Wetterphänomens auch in Deutschland beobachten.
Hitzewellen und Starkregen: El Niños Folgen für Deutschland
„Beim Pazifik ist die derzeitige Erwärmung eindeutig auf das El-Niño-Phänomen zurückzuführen“, erklärt die Expertin. Dadurch erwärmt sich die Oberflächentemperatur des Wassers und beansprucht die Ökosysteme sehr stark. Baehr spricht von einer „Herausforderung“ für alle Lebewesen. Diese Herausforderungen sind bereits zu spüren: Die hohen Temperaturen der Meere, begünstigen Hitzewellen in ganz Europa. „Das spricht dafür, dass uns ein warmer Sommer bevorstehen kann“, schätzt Baehr. Auch kurzfristige Schwankungen im Niederschlag und Starkregen schließt die Expertin nicht aus.
Zum jetzigen Zeitpunkt sei es aber noch schwer, für bestimmte Regionen die Auswirkungen zu differenzieren. „Da Nord- und Süddeutschland unter verschiedenen Einflüssen stehen“, informiert die Wissenschaftlerin. Allerdings kann bei regionalen Vorhersagen miteinbezogen werden, wie trocken die Böden in den Gebieten aktuell sind. „Wenn noch Wasser im Boden gespeichert ist, kann dieses bei hohen Temperaturen zuerst verdunsten, was die Hitzewelle abmildern würde. Trockene Böden begünstigen hingegen Hitzewellen.“

