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Was für Autofahrer gilt

Die Legalisierung von Cannabis kommt in kleinen Schritten. Doch was bedeutet das für Autofahrer? Ist Kiffen am Steuer nun erlaubt? Ein Blick auf die Rechtslage.

  • Kiffen am Steuer.: Die Regierung will die Gesetze überprüfen.Foto: imago/Oberhäuser

    Kiffen am Steuer.: Die Regierung will die Gesetze überprüfen.Foto: imago/Oberhäuser

Beim Konsum von Bier, Wein, Schnaps und Co. ist jedem klar: Alkohol berauscht – und beeinflusst daher auch das Fahrverhalten. Es ist somit vorgegeben, wie viel Promille jemand haben darf, der am Steuer sitzt: Ab einem Wert von 0,5 ist in Deutschland das Lenken eines Kraftfahrzeugs verboten. Für Fahranfänger und für Fahrer unter 21 Jahren gilt die Null-Promillegrenze.

Auch Cannabis berauscht

Doch wie sieht es eigentlich beim Kiffen aus? Darf man ein Auto lenken, obwohl man zuvor einen Joint geraucht hat? Klar ist, dass auch der Konsum von Cannabis Auswirkungen auf den Körper hat: extreme Hochgefühle oder Entspanntheit, eingeschränktes Denken, leichtsinniges Verhalten, teils gar Halluzinationen.

Das kann durchaus angenehm und amüsant sein, birgt aber bei der Teilnahme am Straßenverkehr Gefahren – für sich selbst und andere. Ums gleich zu sagen: Die Kombination aus Kiffen und Autofahren ist verboten, obwohl der Konsum von Cannabis laut der Ampel-Koalition noch in diesem Jahr legal werden soll. Die Regierung plant aber eine Überprüfung der aktuellen Rechtslage. Diese kann laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) angepasst werden, um „die Ungerechtigkeit, dass wir an der Stelle Cannabis anders behandeln als beispielsweise Alkohol“ zu beenden.

Richtwert: 1 Nanogramm THC

In Deutschland ist das Verbot von Autofahren nach Cannabis-Konsum derzeit noch in § 24 a des Straßenverkehrsgesetz geregelt. Genaue Grenzwerte sind bisher allerdings nicht angegeben. Die meisten Gerichte orientieren sich derzeit an der Menge von Tetrahydrocannabinol (THC) im Blut. Bei THC handelt es sich um den psychoaktiven Wirkstoff von Cannabis. Ab 1,0 Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum begeht der Fahrer eine Ordnungswidrigkeit, der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat zwei Nanogramm akzeptiert.

Wie viel Cannabis man konsumieren kann, um auf diese Konzentration im Blut zu kommen, kann man allerdings nur schwer definieren. Es kommt unter anderem auf die Konsumgewohnheiten und die körperliche Verfassung an. Anders gesagt: Wer gelegentlich Cannabis zu sich nimmt, bei dem ist die Wirkung eines Joints intensiver. Auch welchen THC-Gehalt das im Joint, der Shisha, in den Keksen befindliche Cannabis hat, ist laut Experten entscheidend.

500 Euro Bußgeld und ein Punkt

Klar ist: Wen die Polizei mit einer Grenzüberschreitung hinterm Steuer erwischt, dem drohen heftige Strafen. Beim ersten Mal beträgt das Bußgeld 500 Euro, es gibt zwei Punkte in Flensburg, und der Führerschein ist für einen Monat weg. Dabei ist es unerheblich, ob der Fahrer Ausfallerscheinungen zeigt. Bei jedem weiteren Mal erhöhen sich die Strafen.

Obwohl die berauschende Wirkung meist nur drei, vier Stunden anhält, gilt: Wer Cannabis konsumiert hat, sollte das Auto besser stehen lassen. Dass man grundsätzlich immer 24 Stunden nach dem Kiffen wieder fahren kann, ist allerdings ein Gerücht. Denn auch beim Abbau von THC kommt es auf die verschiedensten Faktoren an.

Im Blut kann THC meist nur 12 bis 72 Stunden lang nachgewiesen werden, Abbauprodukte des Wirkstoffs jedoch deutlich länger: Bei regelmäßigem Konsum kann der Bluttest sogar mehrere Wochen nach der letzten THC-Aufnahme noch positiv ausfallen. Auch durch Urin- und Haarproben lässt sich Cannabis-Konsum nachweisen: Bei Dauerkonsum im Urin bis zu drei Monate, in den Haaren teils sogar bis zu einem Jahr.

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