Wer sein Auto oder Fahrrad im Sommer unter einer Linde parkt, den erwartet später oftmals eine böse Überraschung: Ein klebriger Belag, in dem sich Staub und Blütenpollen verfangen – und der ist einfach überall.
Er bedeckt die Autoscheibe oder den Lenker des Fahrrads, vielleicht lässt sich der Scheibenwischer auch nur noch mit Gewalt von der Scheibe lösen, weil alles so verklebt ist. Aber was hat es damit auf sich? Und: Ist das gefährlich?
Verantwortlich für dieses Übel, über das viele Auto- und Fahrradfahrer jedes Jahr klagen, sind Blattläuse. Genauer gesagt handelt es sich bei dem klebrigen Belag um ihre Ausscheidungen. Diese werden auch Honigtau genannt.
Blattläuse saugen nährstoffreichen Pflanzensaft aus der Linde und scheiden ihn danach wieder auf den Blättern aus. Das Ganze ist süß, weil der Honigtau fast vollständig aus Zucker besteht. Bei trockenem Wetter verdunstet der Wasseranteil schnell. Übrig bleibt die klebrige Zuckerschicht, die sich auf Auto oder Fahrrad absetzt.
Ist das gefährlich?
Für den Menschen ist sie nicht gefährlich, allerdings kann der Honigtau für Auto oder Fahrrad zum Problem werden. Denn: Sogenannte Rußtaupilze sind auf die Zersetzung des energiereichen Honigtaus spezialisiert. Diese sind keine einheitliche Art, sondern eine Gruppe unterschiedlicher Gattungen mit ähnlicher Lebensweise. Sie können sich einnisten und von dem Sirup ernähren.
Heißt: Oft finden Auto- oder Fahrradfahrer schon nach wenigen Tagen einen schwarzen Belag auf ihren Fahrzeugen – ein Zeichen, dass sich die Pilze bereits auf den Ausscheidungen der Blattläuse niedergelassen haben. Dieser kann sich – vor allem bei hoher Sonneneinstrahlung – in den Auto- oder auch Fahrradlack einbrennen und so Schäden verursachen. Deswegen gilt: Wer den Honigtau bemerkt, sollte schnell handeln und die klebrige Zuckerschicht entfernen.
Was kann man gegen Honigtau tun?
Der ADAC rät auf seiner Internetseite dazu, das Auto zu waschen. Rückstände des Honigtaus können mit einem nassen Tuch eingeweicht und anschließend entfernt werden, heißt es dort. Man könne dafür auch spezielle Mittel wie Reinigungsknete nutzen. Gleiches gilt natürlich auch in Bezug auf ein Fahrrad.
Vorbeugend empfiehlt der größte Verkehrsclub Europas Hartwachs aufzutragen. Dadurch können Verunreinigungen leichter gelöst werden. Der ADAC rät hingegen davon ab, zum Wischen der Scheiben die Scheibenreinigungsanlage samt Scheibenwischern zu nutzen. Denn dann können auch die – genauer gesagt die Wischergummis – geschädigt werden und so eben nicht mehr sauber abziehen.

