Wissen

Warum feiert Russland den 9. Mai?

Russlands Präsident Wladimir Putin feiert wieder groß: den Sieg der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg über Nazi-Deutschland. Doch das Blutvergießen in der Ukraine überschattet alle propagandistische Show.

  • Russische Kosaken marschieren zum Roten Platz, um an der Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau am 9. Mai teilzunehmen.Foto: dpa/AP/Alexander Zemlianichenko

    Russische Kosaken marschieren zum Roten Platz, um an der Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau am 9. Mai teilzunehmen.Foto: dpa/AP/Alexander Zemlianichenko

  • Russische Soldaten stehen während der Generalprobe für die Parade zum Tag des Sieges auf dem Palastplatz neben einer Mauer mit einem Banner, auf dem „9. Mai“ steht.Foto: Artem Priakhin/SOPA Images via Zuma Press Wire/dpa

    Russische Soldaten stehen während der Generalprobe für die Parade zum Tag des Sieges auf dem Palastplatz neben einer Mauer mit einem Banner, auf dem „9. Mai“ steht.Foto: Artem Priakhin/SOPA Images via Zuma Press Wire/dpa

  • Soldaten marschieren zum Roten Platz, um an der Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau am Dienstag, den 9. Mai 2023, anlässlich des 78. Jahrestages des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland.Foto: Alexander Zemlianichenko/dpa/AP

    Soldaten marschieren zum Roten Platz, um an der Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau am Dienstag, den 9. Mai 2023, anlässlich des 78. Jahrestages des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland.Foto: Alexander Zemlianichenko/dpa/AP

  • Der Feiertag wurde 1965 in der damaligen in der Sowjetunion eingeführt, um an den Tag des Sieges über Nazideutschland im Zweiten Weltkrieg und das Ende des „Großen Vaterländischen Krieges“ zu erinnern.Foto: Dmitri Lovetsky/AP/dpa

    Der Feiertag wurde 1965 in der damaligen in der Sowjetunion eingeführt, um an den Tag des Sieges über Nazideutschland im Zweiten Weltkrieg und das Ende des „Großen Vaterländischen Krieges“ zu erinnern.Foto: Dmitri Lovetsky/AP/dpa

  • Der „Tag des Sieges“ ist in der Russischen Föderation der wichtigste Feiertag des Jahres. Er ist auch in Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Guernsey, Jersey, Kasachstan, Kirgisistan, Moldau, Serbien und Belarus ein gesetzlicher Feiertag. Die Ukraine gedenkt bereits am 8. Mai der Kriegsopfer.Foto: Alexander Zemlianichenko/dpa/AP

    Der „Tag des Sieges“ ist in der Russischen Föderation der wichtigste Feiertag des Jahres. Er ist auch in Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Guernsey, Jersey, Kasachstan, Kirgisistan, Moldau, Serbien und Belarus ein gesetzlicher Feiertag. Die Ukraine gedenkt bereits am 8. Mai der Kriegsopfer.Foto: Alexander Zemlianichenko/dpa/AP

  • Die früheren  westlichen Alliierten der Sowjetunion begehen den  Sieg über Nazi-Deutschland schon einen Tag zuvor.Foto: Alexander Zemlianichenko/dpa/AP

    Die früheren westlichen Alliierten der Sowjetunion begehen den Sieg über Nazi-Deutschland schon einen Tag zuvor.Foto: Alexander Zemlianichenko/dpa/AP

  • Bei der traditionellen Militärparade werden  Tausende Soldaten aufmarschieren und die Atommacht Panzer, Raketen und Kampfflugzeuge zur Schau stellen.Foto: Alexander Zemlianichenko/dpa/AP

    Bei der traditionellen Militärparade werden Tausende Soldaten aufmarschieren und die Atommacht Panzer, Raketen und Kampfflugzeuge zur Schau stellen.Foto: Alexander Zemlianichenko/dpa/AP

  • Eine Fahne mit einer Abbildung von Lenin ist bei der Präsentation der militärischen Ausrüstung während der Generalprobe für die Parade zum Tag des Sieges auf dem Palastplatz zu sehen.Foto: Artem Priakhin/SOPA Images via Zuma Press Wire/dpa

    Eine Fahne mit einer Abbildung von Lenin ist bei der Präsentation der militärischen Ausrüstung während der Generalprobe für die Parade zum Tag des Sieges auf dem Palastplatz zu sehen.Foto: Artem Priakhin/SOPA Images via Zuma Press Wire/dpa

  • Russische ballistische RS-24 Yars-Raketen rollen auf den Roten Platz zu, um an einer Generalprobe für die Militärparade zum Tag des Sieges teilzunehmen.Foto: AP/dpa

    Russische ballistische RS-24 Yars-Raketen rollen auf den Roten Platz zu, um an einer Generalprobe für die Militärparade zum Tag des Sieges teilzunehmen.Foto: AP/dpa

  • Für  Russland ist dieser Tag der  „heiligste Feiertag“ – der „Tag des Sieges“ der Sowjetunion über Nazideutschland. Und er wird trotz der verheerenden russischen Verluste an Kriegsmaterial und Soldaten in der Ukraine  „wie gewohnt“ über die Bühne gehen.Foto: Alexander Zemlianichenko/dpa/AP

    Für Russland ist dieser Tag der „heiligste Feiertag“ – der „Tag des Sieges“ der Sowjetunion über Nazideutschland. Und er wird trotz der verheerenden russischen Verluste an Kriegsmaterial und Soldaten in der Ukraine „wie gewohnt“ über die Bühne gehen.Foto: Alexander Zemlianichenko/dpa/AP

  • St. Petersburg: Soldaten der Ehrengarde marschieren während einer Probe für die Militärparade zum Tag des Sieges.Foto: Dmitri Lovetsky/AP/dpa

    St. Petersburg: Soldaten der Ehrengarde marschieren während einer Probe für die Militärparade zum Tag des Sieges.Foto: Dmitri Lovetsky/AP/dpa

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Weil die nächtliche Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde nach Moskauer Zeit auf den 9. Mai fiel, wird in Russland traditionell an diesem Tag der Tag des Sieges begangen.

Für Russland ist dieser Tag der „heiligste Feiertag“, der „Tag des Sieges“ der Sowjetunion über Nazideutschland. Und er wird trotz der verheerenden russischen Verluste an Kriegsmaterial und Soldaten in der Ukraine „wie gewohnt“ über die Bühne gehen, vermeldet der Kreml.

Präsident Wladimir Putin soll an diesem 78. Jahrestag wieder eine Rede halten. Die Feier findet nach Angaben des Kremls „unter großen Sicherheitsvorkehrungen“ statt. Zuletzt hatten sich mutmaßliche Drohnenangriffe und Sabotageakte in Russland gehäuft, bei denen Züge entgleisten und Brände ausbrachen. Die Führung in Moskau macht Kiew verantwortlich. Mehrere Städte sagten die traditionellen Feierlichkeiten zum Weltkriegsende daher ab.

Schatten über dem „Tag des Sieges“

Bei der traditionellen Militärparade auf dem Roten Platz werden Tausende Soldaten aufmarschieren. Die Atommacht wird Panzer, Raketen und Kampfflugzeuge zur Schau.

Aber weil Russland einen brutalen Eroberungskrieg im Nachbarland führt, der Verwüstung über die Ukraine bringt und den Tod vieler eigener Soldaten fordert, fällt auch dieses Jahr wieder ein dunkler Schatten auf das propagandistische Großereignis.

Wichtigster Feiertag des Jahres

Russland und die meisten anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion feiern das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa immer am 9. Mai – im Gegensatz zu den westlichen Alliierten, die den Sieg über Nazi-Deutschland schon einen Tag zuvor begehen.

Der „Tag des Sieges“ ist in der Russischen Föderation der wichtigste Feiertag des Jahres. Er ist auch in Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Guernsey, Jersey, Kasachstan, Kirgisistan, Moldau, Serbien und Belarus ein gesetzlicher Feiertag.

Die Ukraine gedenkt bereits am 8. Mai der Kriegsopfer.

9. Mai: Kapitulation der Wehrmacht

Der Feiertag wurde 1965 in der damaligen Sowjetunion eingeführt, um an den Tag des Sieges über das Deutsche Reich im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) und das Ende des „Großen Vaterländischen Krieges“ zu erinnern.

Der deutsche Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel als Befehlshaber der Wehrmacht unterzeichnete die Kapitulationsurkunde erst am 9. Mai kurz nach Mitternacht. Vorgesehen gewesen war die Zeremonie zwar für den 8. Mai, aber ein Streit über die russische Fassung des Vertrages verzögerte den Akt.

8. und 9. Mai 1945

Insgesamt bestätigten deutsche und alliierte Offiziere die bedingungslose Kapitulation Hitler-Deutschlands zweimal mit ihren Unterschriften: am 7. Mai im französischen Reims und in der Nacht zum 9. in Berlin-Karlshorst.

Der Beginn der Waffenruhe war bereits in Reims auf den 8. Mai um 23 Uhr festgelegt worden. In Moskau war es da schon 1 Uhr am 9. Mai. Der Westen feiert also die Waffenruhe, die Ex-Sowjetrepubliken feiern die Kapitulation.

Datenschutz-Einstellungen