Auf den ersten Blick wirkt es harmlos, doch das Kondenswasser ist nicht nur störend. Es kann langfristig auch Schimmel begünstigen. Warum dieses Phänomen auftritt und wie man es vermeiden kann.
Ursache: Kondenswasser auf der Fensterinnenseite
In den kalten Jahreszeiten bildet sich oft morgens Kondenswasser an der Innenseite von Fenstern. Grund ist der Temperaturunterschied von Fensterscheibe und Innenluft. Da warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte, schlägt sich die Feuchtigkeit auf kalten Oberflächen wie Fensterscheiben schneller nieder und Kondenswasser entsteht. Wie schnell Fenster beschlagen, ist abhängig von folgenden Faktoren:
1. Hohe Luftfeuchtigkeit in Innenräumen
Hauptgrund für Kondenswasser an Fenstern ist eine hohe Luftfeuchtigkeit. Kochen, Duschen, Wäsche trocknen oder einfach die Atemluft - all das erhöht die Luftfeuchtigkeit. Je höher diese ist, desto schneller legt sich die Feuchtigkeit auf Oberflächen ab, die kälter sind als die Raumluft. In der Regel sind das die Fenster.
2. Schwankende oder niedrige Raumtemperatur
Je kühler die Luft ist, desto weniger Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. Sinkt die Temperatur im Raum, steigt die relative Luftfeuchtigkeit und Kondenswasser bildet sich schneller.
3. Schlechte Isolierung der Fenster
Bei älteren oder schlecht isolierten Fenstern kühlt die Innenseite der Scheibe stark aus. Dadurch entsteht Kondenswasser deutlich häufiger.
Warum beschlagene Fenster problematisch sind
Wer Kondenswasser an Fenstern ignoriert, riskiert langfristig Schimmelbildung. Die erhöhte Feuchtigkeit belastet zudem das Raumklima und kann gesundheitliche Probleme verursachen. Deshalb sollten beschlagene Fenster nicht einfach hingenommen, sondern aktiv bekämpft werden.
Was hilft gegen beschlagene Fenster?
Es gibt mehrere Maßnahmen, um Kondenswasser auf der Innenseite von Fenstern zu verhindern oder zumindest zu reduzieren:
1. Richtig lüften
Das Umweltbundesamt empfiehlt Stoßlüften zwei- bis dreimal täglich für 5 bis 10 Minuten. Dabei sollte Durchzug entstehen, damit die feuchte Luft schnell entweicht, ohne dass die Wohnung komplett auskühlt.
2. Konstante Temperaturen halten
In Wohnräumen sollten mindestens 20 Grad herrschen, im Schlafzimmer rund 18 Grad. Gleichmäßiges Heizen verhindert, dass die Luftfeuchtigkeit zu stark ansteigt.
3. Kondenswasser sofort entfernen
Wasser, das sich am unteren Rand der Scheiben sammelt, sollte mit einem Tuch abgewischt werden. So sinkt das Risiko, dass Feuchtigkeit ins Mauerwerk gelangt.
4. Wäsche nicht in Wohnräumen trocknen
Wenn möglich, sollte Wäsche im Freien oder im Waschkeller getrocknet werden. Ist das nicht machbar, ist zusätzliches Lüften nötig.
5. Nach dem Duschen direkt lüften
Im Bad sollte die Tür geschlossen bleiben und sofort nach dem Duschen das Fenster geöffnet werden. Gibt es kein Badezimmerfenster, hilft Querlüften über andere Räume.
6. Fenster überprüfen lassen
Wenn trotz regelmäßigem Lüften und Heizen die Scheiben ständig beschlagen, kann das an beschädigten Dichtungen oder einer schwachen Isolierung liegen. In diesem Fall lohnt sich eine Prüfung durch einen Fachbetrieb.

