„Es wird sicher kurzfristig einen neuen Warnstreik geben“, kündigte die Tarifvorständin der EVG, Cosima Ingenschay an. Das jüngst nachgebesserte Angebot des bundeseigenen Konzerns wies die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft am späten Dienstagabend als „unzureichend“ zurück.
„Wesentliche Punkte unserer Forderungen sind weiterhin nicht erfüllt“, teilte Verhandlungsführer Kristian Loroch mit. „Das, was derzeit auf dem Tisch liegt, ist sozial ungerecht.“ Für Mittwoch, den 31. Mai, war eine weitere Verhandlung geplant – dieses Angebot lehnte die Deutsche Bahn allerdings ab.
Streik ab Montag möglich
Die Folgen des Tarifkonflikts wirken sich vor allem auf Passagiere des Schienenverkehrs aus. Wie Ingenschay ankündigte, sei „sicher“ mit Streiks zu rechnen. Bis einschließlich kommendes Wochenende müssen sich Fahrgäste bisher keine Sorgen machen. Frühestens ab Montag, den 5. Juni, könne es laut Verhandlungsführer Loroch zu Warnstreiks kommen.
Verhandelt wird seit Februar
Der Tarifkonflikt zwischen der DB und der EVG dauert seit Ende Februar an. Zu Beginn verliefen die Gespräche sehr stockend, die vierte Verhandlungsrunde vergangene Woche in Fulda wurde von beiden Seiten aber als konstruktiv bewertet. Neben der Bahn verhandelt die EVG nach und nach mit Dutzenden weiteren Eisenbahnunternehmen über höhere Tarife für insgesamt rund 230.000 Branchenbeschäftigte.

