Unter Gastritis versteht man eine Entzündung der Magenschleimhaut. Einer von 25 Menschen in Baden-Württemberg leidet daran. In diesem Text geht es um die Fakten zu Gastritis im Südwesten, basierend auf Daten der AOK Baden-Württemberg. Diese werten wir für unser Projekt „Gesundheitsatlas BW“ aus.
Gastritis ist vor allem dann kritisch, wenn die Erkrankung chronisch verläuft. Schon bei jungen Erwachsenen unter 45 Jahren wird sie relativ häufig diagnostiziert, rund zwei Prozent in dieser Altersgruppe leiden darunter. Mit dem Alter steigt der Anteil der Gastritis-Patienten. Die Tabelle zeigt die Verteilung nach Altersgruppen und Geschlechtern:
Verglichen mit 2012 ist der Anteil der Menschen mit Gastritis in Baden-Württemberg nach zwischenzeitlichem schwachem Anstieg konstant geblieben. Blickt man auf die Geschlechter und Altersgruppen, dann zeigt sich: Der Anteil der Gastritis-Diagnosen und damit des Erkrankungsrisikos nimmt mit dem Alter zu.
Gastritis in Baden-Württemberg
Wie verteilen sich Gastritis-Diagnosen in Baden-Württemberg und in der Region Stuttgart? Das zeigen die folgenden Karten. Zunächst visualisieren wir die Verteilung über alle Altersgruppen hinweg. Dunkelblau eingefärbte Stadt- und Landkreise liegen über dem Landesschnitt, hellblau eingefärbte darunter.
Neben dem Nordwesten von Baden-Württemberg stechen die Großstädte ins Auge. Hier wird überdurchschnittlich oft Gastritis diagnostiziert, in vielen ländlichen Gebieten dagegen deutlich seltener. Klicken Sie auf einen Landkreis für den exakten Wert:
Am häufigsten sind Hochbetagte über 80 Jahren von Gastritis betroffen. In dieser Altersgruppe sind weiterhin einige Großstädte auffällig, insbesondere Mannheim und Pforzheim, dazu der Neckar-Odenwald-Kreis.
Die folgende Karte zeigt nach Geschlechtern getrennt, wie sich der Anteil der Diagnosen bei älteren Erwachsenen in den Stadt- und Landkreisen verteilt. Ein Klick auf den Kreis zeigt Ihnen auch hier den exakten Wert an:
Gastritis in der Region Stuttgart
Gastritis wird in Stuttgart ziemlich häufig diagnostiziert. Auf der Karte liegt der Anteil in den dunkler eingefärbten Gemeinden über dem Landesschnitt. Der Anteil der Erkrankten geht in der Region Stuttgart stark auseinander. Sulzbach an der Murr (Rems-Murr-Kreis) hat mit 9,2 Prozent den höchsten Anteil in der Region, am niedrigsten ist er in Althütte (ebenfalls Rems-Murr-Kreis) mit 1,6 Prozent.
Klicken Sie in der Karte auf die Gemeinde, die Sie interessiert, um den Anteil der Bewohner mit Diagnose Gastritis zu sehen:
Die Daten in diesem Beitrag stammen von der AOK Baden-Württemberg. Sie ist mit rund 4,6 Millionen Versicherten die größte Krankenkasse in Baden-Württemberg. Für zwölf ausgewählte Krankheiten stellt uns die AOK aggregierte Diagnosedaten ihrer Versicherten zur Verfügung.
Bis hinunter auf Postleitzahlebene kann man damit sehen, wie verbreitet die Krankheiten sind – aufgeschlüsselt nach Altersgruppen, von Kindern bis zu Hochbetagten. Die Verteilung der Diagnosen unter ihren Versicherten entspricht in etwa der Verteilung unter allen Einwohnerinnen und Einwohnern.
Zu unserem Projekt „Gesundheitsatlas“ gelangen Sie über diesen Link.
Zum Datenprojekt „Gesundheitsatlas“
Daten
Wie alle Krankenkassen erhält die AOK zu Abrechnungszwecken von Ärzten und Krankenhäusern Daten zu Diagnosen und der Therapie ihrer Versicherten. Diese Daten aggregiert sie nach Wohnort, Geschlecht und Alter der Patienten. Damit kann die AOK errechnen, wie hoch unter ihren Versicherten der Anteil einzelner Krankheiten in bestimmten Altersgruppen oder Postleitzahlbereichen ist.
Repräsentativ
Die Zusammensetzung der AOK-Versicherten entspricht bei Geschlecht und Altersgruppe in etwa der Gesamtbevölkerung in Baden-Württemberg. Bei Unter-45-Jährigen liegt der Anteil höchstens fünf Prozent über dem der Gesamtbevölkerung, bei Älteren höchsten 15 Prozent darunter. Lässt man Einkommensunterschiede außen vor, sind die Daten zur Verteilung einzelner Krankheiten unter AOK-Versicherten also annähernd repräsentativ für Baden-Württemberg.

