Stuttgart - Noch sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu betrachten. Allein aus der Wirkung von Antikörpern gegen Coronaviren im Reagenzglas kann man nicht ohne weiteres auf den Impfschutz in der realen Welt schließen. Denn Antikörper sind nicht die einzige Waffe des Immunsystems, in dem auch die zelluläre Abwehr durch T- und B-Zellen eine wichtige Rolle spielt. Trotzdem sind die Daten der Virologin Sandra Ciesek und ihrer Kollegen beunruhigend. Sie zeigen ein weiteres Mal, dass die bisherigen Impfstoffe nur ein vergleichsweise löchriges Schutzschild gegen das Coronavirus darstellen – zumal der Feind sich laufend verändert. Und das passiert offenbar schneller, als viele Experten zunächst erwartet hatten.
Immunologen hoffen zwar nicht ohne Grund, dass die vorhandenen Vakzine auch die meisten Omikron-Infizierten vor schweren Krankheitsverläufen schützen. Doch um die Zahl der Neuinfektionen deutlich zu drücken, müssen Impfstoffe auch einen guten Schutz vor Ansteckungen bieten. Dazu müssen die Vakzine künftig wohl öfter angepasst werden. Umso wichtiger ist, dass dies genauso schnell und unbürokratisch funktioniert wie etwa bei den Grippeimpfstoffen.

