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Omikron breitet sich aus – RKI appelliert an Bürger

Die Zahl der nachgewiesenen Omikron-Nachweise steigt auch in Deutschland und Baden-Württemberg deutlich. Das Robert-Koch-Institut erklärt, warum das trotz aktuell noch kleiner Zahlen zum Problem wird.

  • Foto: dpa/Alberto Pezzali

    Foto: dpa/Alberto Pezzali

Stuttgart - Die Zahl der bestätigten Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus ist stark angestiegen. In Baden-Württemberg hat sich die Zahl der insgesamt gemeldeten Fälle in der laufenden Woche verdreifacht. Quasi alle Experten gehen davon aus, dass die Variante zu einer fünften Infektionswelle führen wird – die Frage ist vielmehr, wann Omikron dominant wird und wie gut es gelingt, diese fünfte Welle abzuflachen.

Das Schaubild zeigt die Zunahme der Omikron-Nachweise in Baden-Württemberg seit Ende November. Die Werte aus dem Südwesten sind deshalb so aufschlussreich, weil hier deutlich mehr positive Coronaproben sequenziert werden als bundesweit. Zwar beträgt der Anteil 15 Prozent und das Land verfehlt sein ursprüngliches Ziel, alle Proben genetisch zu untersuchen. Bundesweit liegt der Anteil aber nur bei zwei Prozent.

Exponentieller Anstieg

Das Schaubild zeigt die seit Ende November gemeldeten Fälle insgesamt, nicht die täglich neu gemeldeten Omikron-Nachweise. Allerdings ist der Verlauf der Kurve gleich, die Werte steigen stark mit der bekannten exponentiellen Form.

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Bundesweit liegen die Zahlen nur bis Ende der zurückliegenden Woche vor. Zuletzt wurden 183 Omikron-Fälle gemeldet, in der Vorwoche 116 – ein Zuwachs von rund 60 Prozent. Dabei handelt es sich nicht um alle Fälle in Deutschland, weil nur ein kleiner Teil aller positiven Coronaproben in eine Zufallsstichprobe eingeht, die genetisch auf Virusvarianten untersucht wird. Bislang wurden aus der zurückliegenden Woche rund 4000 Abstriche sequenziert.

Der Omikron-Anteil ist (noch) gering

Zuletzt wurde Omikron in 0,6 Prozent aller untersuchten Proben nachgewiesen. Bei so gut wie allen anderen Abstrichen handelte es sich um Delta. Die Variante ist also weiterhin dominant in Deutschland. Das war allerdings nicht immer so. Auch der Anteil von Delta war im Frühjahr sehr gering. Dann setzte sich die Variante gegen das bis dahin dominierende Alpha durch. Wie immer beim exponentiellen Wachstum ging es dann sehr schnell.

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Es besteht die Gefahr, dass man sich von der mikroskopisch kleinen Zahl bestätigter Omikron-Infektionen täuschen lässt. Dass der Anteil so gering ist, hat auch damit zu tun, dass sich trotz sinkender Inzidenz insgesamt weiterhin so viele Menschen anstecken.

In Dänemark ist der Anteil von Omikron an den untersuchten Proben binnen einer Woche um das Zehnfache gestiegen. Im Vereinigten Königreich verdoppelte sich der Omikron-Anteil zuletzt mindestens alle zwei Tage. In den beiden Ländern gelten teils andere Coronaregeln und der Anteil der Geimpften und Genesenen ist anders als hierzulande. Die Entwicklung muss in Deutschland also nicht exakt gleich verlaufen. Allerdings besteht auch in Deutschland die Gefahr, dass infolge steigender Omikron-Anteil der aktuelle Rückgang der Infektionszahlen umgedreht wird.

Was das RKI sagt

Dann käme die fünfte Infektionswelle, ehe die vierte wirklich abgeflaut ist. Oder, wie das Robert-Koch-Institut in seinem aktuellen Corona-Wochenbericht schreibt: „Die Fallzahlen sinken im Hinblick auf die anhaltend hohe Belastung der Intensivstationen und die bevorstehende zusätzliche Belastung durch die Omikron-Welle nicht stark und schnell genug.“ Maßnahmen wie 2G müssten „trotz fallender Fallzahlen weiter aufrechterhalten und sogar weiter intensiviert werden“.

Konkret rät das Institut dazu, Kontakte auch freiwillig zu reduzieren. Zudem sind Impfungen mit Blick auf die Lage in den Krankenhäusern wichtig, um „die Behandlungskapazitäten vor Beginn einer zu erwartenden Omikron-Welle so weit möglich zu entlasten.“ Weniger Kontakte bedeuten auch, dass die „zu erwartende Ausbreitung der Omikronvariante“ langsamer verläuft.

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