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Im August kommt die letzte Sonnenfinsternis für sehr, sehr lange

Viele warten schon sehnsüchtig, nun ist es endlich so weit: Der August bringt eine totale Sonnenfinsternis in Europa. Zudem bietet der Sternschnuppenmonat ein diesmal besonders gut zu sehendes Spektakel.

  • Totale Sonnenfinsternis im Jahr 2024.Imago/Pacific Press Agency

    Totale Sonnenfinsternis im Jahr 2024.Imago/Pacific Press Agency

Am 12. August wird eine totale Sonnenfinsternis Betrachter verzaubern. In ihren partiellen Phasen ist sie auch von ganz Deutschland aus sichtbar. Die Zone totaler Verfinsterung verläuft von der Arktis über den Nordatlantik und das östliche Grönland, überquert Island und Spanien und reicht bis zu den Balearen und ins westliche Mittelmeer.

Für die meisten Orte in Deutschland beginnt die partielle Sonnenfinsternis gegen 19:20 Uhr und endet gegen 21 Uhr bei Sonnenuntergang. Maximal 84 bis 92 Prozent der Sonne werden hierzulande vom Neumond bedeckt.

Die nächste Sonnenfinsternis: 2081!

Erst am 3. September 2081 wird man von der äußersten Südwestecke Deutschlands wieder einmal eine total verfinsterte Sonne sehen können – genauer: die helle Sonnenkorona um die pechschwarze Neumondscheibe. Die letzte Sonnenfinsternis, deren Totalitätszone über Süddeutschland und Österreich verlief, war am 11. August 1999 zu beobachten.

Experten warnen eindringlich davor, das Ereignis ohne spezielle Sonnenfinsternisbrille anzuschauen. Sonnenbrillen, berußte Gläser und Ähnliches bieten keinen ausreichenden Schutz. Empfohlen wird - gerade bei Kindern - die Projektionsmethode. Dabei schaut man die Sonne nicht direkt an, sondern projiziert ihr Bild auf eine helle Fläche, zum Beispiel mit einem kleinen Spiegel oder einer Lochkamera.

Perseïden-Sternschnuppen

Der August bietet daneben auch ein alljährlich wiederkehrendes Spektakel am Nachthimmel: Meteorstrom der Perseïden, dessen maximale Tätigkeit vom 9. bis 13. August zu erwarten ist. Helle Meteore, sogenannte Boliden oder Feuerkugeln sind keine Seltenheit. Der Höhepunkt der Sternschnuppenaktivität ist in der Nacht vom 12. auf 13. vorausgesagt, wobei mit bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde zu rechnen ist.

In diesem Jahr stört kein Mondlicht die Beobachtungen, denn das Maximum erfolgt zur Neumondzeit. Die besten Beobachtungszeiten sind die Stunden von 23 bis 4 Uhr morgens. Die Meteore des Perseïdenstromes sind schnelle Objekte. Sie dringen mit rund 60 Kilometer pro Sekunde, dies entspricht 216.000 Kilometern pro Stunde, in die Erdatmosphäre ein.

Ihren Ursprung haben die Perseïden im Kometen 109P/Swift Tuttle. Wenn die Erde jedes Jahr im August dessen Staubspur kreuzt, verglühen die Teilchen in unserer Atmosphäre und erscheinen als Meteore. Der Name Perseiden kommt nur daher, dass der scheinbare Ausstrahlungspunkt am Himmel im Sternbild Perseus liegt.

Auch der Mond bietet eine Finsternis

Vollmond tritt am 28. August 6.19 Uhr im Sternbild Wassermann ein. Dabei wandert der Mond durch den Kernschatten der Erde, es ereignet sich eine partielle Mondfinsternis, deren erste Hälfte von Deutschland aus beobachtbar ist. Zum Höhepunkt der Finsternis um 6.13 Uhr befindet sich der Vollmond mit 94 Prozent seines scheinbaren Durchmessers im Kernschatten der Erde.

Es handelt sich somit fast um eine totale Mondfinsternis. Der Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde erfolgt um 4.34 Uhr, der Austritt um 7.52 Uhr. Kurz nach Mitte der Finsternis geht der verfinsterte Vollmond unter. Am 10. kommt der Mond in Erdnähe, wobei ihn nur 363.284 Kilometer von uns trennen, während er am 22. in Erdferne 404.642 Kilometer entfernt bleibt.

Venus verschwindet, Saturn lässt sich blicken

Venus spielt nach wie vor ihre Rolle als Abendstern. In der fortschreitenden Abenddämmerung leuchtet unser innerer Nachbarplanet als erstes Gestirn am Westhimmel auf. Nach Mitte August werden die Sichtbedingungen zunehmend ungünstiger. Die Venus geht immer früher unter, Ende August bereits um 21 Uhr, also eine halbe Stunde nach Ende der Dämmerung.

Saturn geht am späten Abend im Osten auf. Der Ringplanet befindet sich im Sternbild Fische. Anfang August erscheint er eine dreiviertel Stunde vor Mitternacht. Ende des Monats geht Saturn bereits um 21.17 Uhr auf. Sein Durchmesser ist zehnmal größer als der des Erdglobus. Infolge seiner schnellen Rotation ist der Saturnglobus stark abgeplattet. Sein Poldurchmesser ist ein Neuntel kürzer als sein Äquatordurchmesser. Ein Saturn-Tag dauert nur zehneinhalb Stunden.

Knapp dreißig Jahre ist der Ringplanet unterwegs, um einmal die Sonne zu umrunden. Selten werden Menschen älter als drei Saturnjahre. Titan, der größte Mond des Saturn, ist schon mit einem Fernglas zu erkennen.

Merkur, Mars und Jupiter am Morgenhimmel

Merkur, der schwierig zu beobachtende, sonnennächste Planet, zeigt sich in der ersten Augusthälfte am Morgenhimmel. Seine Helligkeit nimmt zu. Letztmals kann man ihn am 15. August erspähen. An diesem Tag geht er um 4.55 Uhr auf. Zwanzig Minuten später sollte man ihn erkennen können.

Mars kann am Morgenhimmel gefunden werden. Der äußere Nachbarplanet der Erde wandert durch das Sternbild Stier und wechselt am 12. August in das Sternbild Zwillinge. Sein Aufgang verfrüht sich von 2 Uhr am Monatsanfang auf 1.30 Uhr Ende August.

Auch Jupiter erscheint in der zweiten Monatshälfte am Morgenhimmel. Der Riesenplanet hält sich im Sternbild Krebs auf. Am 15. August wird Jupiter von Merkur nördlich überholt - eine interessante Konstellation, wenn der kleinste Planet und der größte Planet knapp nebeneinander stehen.

Zart leuchtendes Milchstraßenband

Das schimmernde Band der sommerlichen Milchstraße zieht sich hoch über das Firmament. Um es zu sehen, benötigt man allerdings einen dunklen Nachthimmel, Mondlicht und irdische Beleuchtung sind zu meiden. Das zart leuchtende Milchstraßenband aus Abertausenden glitzernden Sternen ist darum ein Naturphänomen, das viele Menschen unserer Zeit nur selten zu Gesicht bekommen.

Das Sommerdreieck steht nun zur abendlichen Beobachtungsstunde hoch im Süden. Fast im Zenit steht Wega in der Leier. Neben der Leier breitet der Schwan seine Flügel aus. Markiert wird er durch ein großes Sternenkreuz, bekannt als Kreuz des Nordens.

Sein Hauptstern heißt Deneb. Er deutet das Schwanzende des Schwans an. Der dritte Stern des Sommerdreiecks ist Atair im Adler, mit 16 Lichtjahren Entfernung ein Nachbarstern unserer Sonne. Ein wenig östlich vom Schwan stößt man auf das kleine aber gut erkennbare Bild des Delphins.

Pegasus, Leitsternbild des Herbsthimmels

Arktur steht weit im Westen, während am Osthimmel das Pegasusquadrat langsam hochsteigt. Der Pegasus ist das Leitsternbild des Herbsthimmels. Der Große Wagen sinkt zum Nordwesthorizont hinab, ohne ihn als Zirkumpolarbild zu erreichen. Im Nordosten gewinnt die Kassiopeia, das Himmels-W, langsam an Höhe.

Die Sonne wandert entlang des absteigenden Astes ihrer Jahresbahn und nähert sich dem Himmelsäquator. Am 11. August verlässt sie morgens das Sternbild Krebs und wechselt in den Löwen, an dessen Hauptstern Regulus sie am 23. August vorbeizieht. Am selben Tag tritt sie frühmorgens in das Tierkreiszeichen Jungfrau. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um etwas mehr als neun Grad ab, die Tageslänge schrumpft in 50 Grad Nord um eine Stunde und 51 Minuten. (Hans-Ulrich Keller, dpa)

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