Bluthochdruck ist so etwas wie eine Volkskrankheit, jedenfalls bei den Seniorinnen und Senioren. Insgesamt hat einer von vier Baden-Württembergern zu hohen Blutdruck. Bei Menschen über 65 sind es zwei von drei, bei den Über-80-Jährigen sogar vier von fünf. In diesem Text geht es um die Fakten zum Bluthochdruck in Baden-Württemberg, basierend auf Daten der AOK Baden-Württemberg. Diese werten wir für unser Projekt „Gesundheitsatlas BW“ aus.
Je älter man wird, desto höher ist das Risiko für Bluthochdruck. Bis 45 liegt es noch bei rund fünf Prozent, bei älteren Erwachsenen ist schon jeder Dritte betroffen, Männer etwas häufiger als Frauen. Die Tabelle zeigt die Verteilung nach Altersgruppen und Geschlechtern:
Verglichen mit 2012 ist der Anteil der Menschen mit Bluthochdruck in Baden-Württemberg insgesamt nicht angestiegen. In den einzelnen Altersgruppen gingen die Werte jedoch teilweise deutlich nach oben, bei Männern zwischen 45 und 65 etwa von 31 auf 34 Prozent. Ähnlich stark fiel der Anstieg bei den Über-80-Jährigen aus. Bei Seniorinnen ging der Anteil der Diagnosen dagegen um knapp drei Prozentpunkte zurück.
Bluthochdruck in Baden-Württemberg
Wie verteilt sich Bluthochdruck in Baden-Württemberg und in der Region Stuttgart? Das zeigen die folgenden Karten. Zunächst visualisieren wir die Verteilung von Bluthochdruck über alle Altersgruppen hinweg. Dunkelblau eingefärbte Stadt- und Landkreise liegen über dem Landesschnitt, hellblau eingefärbte darunter.
Vor allem im Nordosten von Baden-Württemberg wird überdurchschnittlich oft Bluthochdruck diagnostiziert. In den Großstädten mit ihrer relativ jungen Bevölkerung dagegen deutlich seltener. Klicken Sie auf einen Landkreis für den exakten Wert:
Am häufigsten sind Hochbetagte über 80 Jahren von Bluthochdruck betroffen. Der nordöstliche Teil Baden-Württembergs sticht auch hier hervor, im Neckar-Odenwald- und Main-Tauber-Kreis haben fast neun von zehn älteren Menschen Bluthochdruck. Im Süden des Bundeslands sind die Werte etwas niedriger.
Die folgende Karte zeigt nach Geschlechtern getrennt, wie sich der Anteil der Diagnosen bei älteren Erwachsenen in den Stadt- und Landkreisen verteilt. Ein Klick auf den Kreis zeigt Ihnen auch hier den exakten Wert an:
Bluthochdruck in der Region Stuttgart
Vor allem an den Rändern der Region Stuttgart ist Bluthochdruck verbreitet, in der Landeshauptstadt selbst sind die Werte in weiten Teilen deutlich unter dem Landesschnitt. In den dunkler eingefärbten Gemeinden liegt der Anteil darüber. Am höchsten ist er in Notzingen und Neidlingen (Kreis Esslingen) mit mehr als 32 Prozent sowie in Rutesheim (Kreis Böblingen) mit 31,9 Prozent.
Klicken Sie in der Karte auf die Gemeinde, die Sie interessiert, um den Anteil der Bewohner mit Diagnose Bluthochdruck zu sehen:
Die Daten in diesem Beitrag stammen von der AOK Baden-Württemberg. Sie ist mit rund 4,6 Millionen Versicherten die größte Krankenkasse in Baden-Württemberg. Für zwölf ausgewählte Krankheiten stellt uns die AOK aggregierte Diagnosedaten ihrer Versicherten zur Verfügung.
Bis hinunter auf Postleitzahlebene kann man damit sehen, wie verbreitet die Krankheiten sind – aufgeschlüsselt nach Altersgruppen, von Kindern bis zu Hochbetagten. Die Verteilung der Diagnosen unter ihren Versicherten entspricht in etwa der Verteilung unter allen Einwohnerinnen und Einwohnern.
Zu unserem Projekt „Gesundheitsatlas“ gelangen Sie über diesen Link.
Zum Datenprojekt „Gesundheitsatlas“
Daten
Wie alle Krankenkassen erhält die AOK zu Abrechnungszwecken von Ärzten und Krankenhäusern Daten zu Diagnosen und der Therapie ihrer Versicherten. Diese Daten aggregiert sie nach Wohnort, Geschlecht und Alter der Patienten. Damit kann die AOK errechnen, wie hoch unter ihren Versicherten der Anteil einzelner Krankheiten in bestimmten Altersgruppen oder Postleitzahlbereichen ist.
Repräsentativ
Die Zusammensetzung der AOK-Versicherten entspricht bei Geschlecht und Altersgruppe in etwa der Gesamtbevölkerung in Baden-Württemberg. Bei Unter-45-Jährigen liegt der Anteil höchstens fünf Prozent über dem der Gesamtbevölkerung, bei Älteren höchsten 15 Prozent darunter. Lässt man Einkommensunterschiede außen vor, sind die Daten zur Verteilung einzelner Krankheiten unter AOK-Versicherten also annähernd repräsentativ für Baden-Württemberg.

