Stuttgart - Erstmals seit Monaten ist die Zahl der bestätigten Corona-Neuinfektionen in Deutschland gesunken. Das Robert-Koch-Institut (RKI) wies am Donnerstag eine 7-Tage-Inzidenz von 419,7 aus – am Vortag hatte sie bei 432,6 gelegen. Der Wert ist immer noch sehr hoch und der erstmalige Rückgang noch kein Trend, zumal derzeit viele Infektionen etwa wegen überlasteter Gesundheitsämter zu spät gemeldet werden.
Dennoch deuten weitere Daten des RKI darauf hin, dass die Zahl der bestätigten Neuinfektionen weiter leicht sinkt. Die Reproduktionszahl sinkt seit Tagen, am Mittwochabend gab das RKI einen R-Wert von 1,01 an. Das bedeutet, dass ein Infizierter noch einen weiteren Menschen ansteckt. Sinkt der R-Wert weiter und fällt unter 1, dann ist mit weiter sinkenden Infektionszahlen zu rechnen.
R-Wert sinkt schon seit einigen Tagen
Im steigenden R-Wert hat sich früher als in den Infektionszahlen die vierte Welle gezeigt – ein sinkender R-Wert zeigt aber auch das Abflauen der Welle an.!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r
Die Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, weil das RKI den R-Wert nur schätzt, und zwar auf Basis der wackligen Infektionszahlen. Die liegen weiterhin auf Höchstniveau und sind deshalb möglicherweise nur bedingt mit den Werten aus den vorherigen Wellen zu vergleichen. Zudem ist in Baden-Württemberg, wo der R-Wert bereits unter 1 liegt, die Inzidenz von Dienstag auf Mittwoch leicht gestiegen: von 470 auf 476.
Wiederholt sich das Muster früherer Wellen?
Dennoch würde die aktuelle Entwicklung der bundesweiten Werte ins Muster der bisherigen Infektionswellen passen: Infolge steigender Infektionszahlen und der Diskussion und dem Einsetzen schärferer Coronaregeln passen viele Menschen ihr Verhalten an, reduzieren Kontakte und damit Infektionsmöglichkeiten. Die Fallzahlen sinken.Dazu hat sich zuletzt kein Experte geäußert, auch weil es noch zu früh ist, eine Trendwende auszurufen. Vorangeprescht war aber der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer. „Es ist schwer zu unterscheiden, was der natürliche Wellenverlauf ist und was auf Maßnahmen zurückgeht, die den Abbruch der Welle beschleunigen können“, schrieb er vergangene Woche auf Facebook.
Womöglich wirkt auch in der vierten Welle wieder beides zusammen. Für die stark belasteten Intensivstationen sei das „ein Zeichen der Hoffnung“, so Palmer.

