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Findet Air Defender 2023 auch über Baden-Württemberg statt?

Am Montag hat eine der größten Militärübungen der Nachkriegszeit begonnen. Auch über der Region Stuttgart werden Nato-Kampfjets fliegen . Was genau vor sich geht und mit welchen Einschränkungen für den zivilen Flugverkehr zu rechnen ist, lesen Sie hier.

  • Zwei Airbus A400M der Luftwaffe landen zu Beginn des internationalen Luftwaffen-Manövers Air Defender 2023 am Fliegerhorst Wunstorf in der Region HannoverFoto: dpa/Julian Stratenschulte

    Zwei Airbus A400M der Luftwaffe landen zu Beginn des internationalen Luftwaffen-Manövers Air Defender 2023 am Fliegerhorst Wunstorf in der Region HannoverFoto: dpa/Julian Stratenschulte

  • Ein Eurofighter vom Taktischen Luftwaffengeschwader 74 startet während der Übung „Kakadu 2022“ vom Gelände der Royal Australian Air Force.Foto: Bundeswehr/Jane Schmidt

    Ein Eurofighter vom Taktischen Luftwaffengeschwader 74 startet während der Übung „Kakadu 2022“ vom Gelände der Royal Australian Air Force.Foto: Bundeswehr/Jane Schmidt

  • Ein Learjet der GFD (Gesellschaft für Flugzieldarstellung) startet beim Taktischen Luftwaffengeschwader 51 vom Fliegerhorst Hohn. Zwei dieser Flugzeuge werden Teil von „Air Defender 23“ sein.Foto: Bundeswehr/Falk Bärwald

    Ein Learjet der GFD (Gesellschaft für Flugzieldarstellung) startet beim Taktischen Luftwaffengeschwader 51 vom Fliegerhorst Hohn. Zwei dieser Flugzeuge werden Teil von „Air Defender 23“ sein.Foto: Bundeswehr/Falk Bärwald

  • Ein Eurofighter vom Taktischen Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ in Laage während eines Überführungsfluges.Foto: Bundeswehr/Christian Timmig

    Ein Eurofighter vom Taktischen Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ in Laage während eines Überführungsfluges.Foto: Bundeswehr/Christian Timmig

  • Die Fairchhild A-10 ist ein zweimotoriges Erdkampfflugzeug.Foto: DoD/Spc. Dominic Trujillo

    Die Fairchhild A-10 ist ein zweimotoriges Erdkampfflugzeug.Foto: DoD/Spc. Dominic Trujillo

  • Die C-130J Hercules ist ein militärisches Transportflugzeug mit vier Turboprop-Triebwerken, das ursprünglich vom United States-amerikanischen Hersteller Lockheed (heute Lockheed Martin), entworfen wurde und seit 1956 in Serie gebaut wird.Foto: U.S. Air Force/Master Sgt. Joseph Swafford

    Die C-130J Hercules ist ein militärisches Transportflugzeug mit vier Turboprop-Triebwerken, das ursprünglich vom United States-amerikanischen Hersteller Lockheed (heute Lockheed Martin), entworfen wurde und seit 1956 in Serie gebaut wird.Foto: U.S. Air Force/Master Sgt. Joseph Swafford

  • Die C295M ist ein zweimotoriges Mehrzweck-Transportflugzeug für die Mittelstrecke. Der ursprüngliche Hersteller, die 1923 gegründete spanische Firma CASA (Construcciones Aeronáuticas S.A.), ist heute Teil des europäischen Airbus-Konzerns.Foto: Airbus

    Die C295M ist ein zweimotoriges Mehrzweck-Transportflugzeug für die Mittelstrecke. Der ursprüngliche Hersteller, die 1923 gegründete spanische Firma CASA (Construcciones Aeronáuticas S.A.), ist heute Teil des europäischen Airbus-Konzerns.Foto: Airbus

  • Die Boeing F/A-18C/D Hornet ist ein zweimotoriges Mehrzweckkampfflugzeug, das in den USA hergestellt wird.Foto: Finnish Air Force

    Die Boeing F/A-18C/D Hornet ist ein zweimotoriges Mehrzweckkampfflugzeug, das in den USA hergestellt wird.Foto: Finnish Air Force

  • Die F-15 ist ein  zweistrahliger Luftüberlegenheitsjäger.Foto: Bundeswehr/Marcello Totaro

    Die F-15 ist ein zweistrahliger Luftüberlegenheitsjäger.Foto: Bundeswehr/Marcello Totaro

  • Die F-16 Falcon ist ein einstrahliges Kampfflugzeug.Foto: Bundeswehr/Marcello Totaro

    Die F-16 Falcon ist ein einstrahliges Kampfflugzeug.Foto: Bundeswehr/Marcello Totaro

  • Die Lockheed Martin F-35 Lightning II ist ein Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug, das aus dem Joint Strike Fighter-Programm (JSF) des  United States-Verteidigungsministeriums hervorgegangen ist.Bundeswehr/Marcello TotaroFoto:  

    Die Lockheed Martin F-35 Lightning II ist ein Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug, das aus dem Joint Strike Fighter-Programm (JSF) des United States-Verteidigungsministeriums hervorgegangen ist.Bundeswehr/Marcello TotaroFoto:  

  • Die DA20 Falcon ist ein zweistrahliges Flugzeug des französischen Herstellers Dassault.Foto: Carsten Vennemann

    Die DA20 Falcon ist ein zweistrahliges Flugzeug des französischen Herstellers Dassault.Foto: Carsten Vennemann

  • Die Saab JAS 39 Gripen C/D ist ein schwedisches Mehrzweckkampfflugzeug und der Nachfolger der Saab JA 37 Viggen.Foto: Gunnar Åkerberg

    Die Saab JAS 39 Gripen C/D ist ein schwedisches Mehrzweckkampfflugzeug und der Nachfolger der Saab JA 37 Viggen.Foto: Gunnar Åkerberg

  • Die Boeing KC-135 Stratotanker ist das Kernstück der Luftbetankungsfähigkeit der United-States-Luftwaffe.Foto: U.S. Air Force/Staff Sgt. Rachel Maxwell

    Die Boeing KC-135 Stratotanker ist das Kernstück der Luftbetankungsfähigkeit der United-States-Luftwaffe.Foto: U.S. Air Force/Staff Sgt. Rachel Maxwell

  • Die Alenia C-27J Spartan ist ein militärischer Mehrzwecktransporter.  Das in Italien hergestellte Flugzeug besitzt keine Bewaffnung und erreicht eine Dienstgipfelhöhe von ca. 9144 Metern.Foto: ROM AF/MApN

    Die Alenia C-27J Spartan ist ein militärischer Mehrzwecktransporter. Das in Italien hergestellte Flugzeug besitzt keine Bewaffnung und erreicht eine Dienstgipfelhöhe von ca. 9144 Metern.Foto: ROM AF/MApN

  • Die Kawasaki C-2 dient als militärisches Transportflugzeug. Das von dem japanischen Hersteller Kawasaki produzierte Flugzeug hat eine Länge von 43,90 m Metern. Die Flügelspannweite n beträgt ca. 44,4 Meter.Foto: JASDF

    Die Kawasaki C-2 dient als militärisches Transportflugzeug. Das von dem japanischen Hersteller Kawasaki produzierte Flugzeug hat eine Länge von 43,90 m Metern. Die Flügelspannweite n beträgt ca. 44,4 Meter.Foto: JASDF

  • Das Transportflugzeug A400M startet zum Betanken tschechischer Kampfjets im Rahmen einer Zertifizierung tschechischer Piloten im deutschen Luftraum.Foto: Bundeswehr/Pressestelle Tschechische Luftwaffe

    Das Transportflugzeug A400M startet zum Betanken tschechischer Kampfjets im Rahmen einer Zertifizierung tschechischer Piloten im deutschen Luftraum.Foto: Bundeswehr/Pressestelle Tschechische Luftwaffe

  • Vier Tornado-Kampfjets der Taktischen Luftwaffengeschwader 33 und 51 „Immelmann“ fliegen aus dem Auslandseinsatz Counter Daesh nach Deutschland zurück. Für „Air Defender“ sind 16 Tornados eingeplant.Foto: Bundeswehr/Miriam Altfelder

    Vier Tornado-Kampfjets der Taktischen Luftwaffengeschwader 33 und 51 „Immelmann“ fliegen aus dem Auslandseinsatz Counter Daesh nach Deutschland zurück. Für „Air Defender“ sind 16 Tornados eingeplant.Foto: Bundeswehr/Miriam Altfelder

  • Die Boeing KC-46 Pegasus ist ein Tankflugzeug, Passagier- und Frachttransport.  Das Tankflugzeug hat eine maximale Treibstoffkapazität von circa 96 297 kg und bis zu 94 198 kg zur Luftbetankung.Foto: DoD/Staff Sgt. Nathan Eckert

    Die Boeing KC-46 Pegasus ist ein Tankflugzeug, Passagier- und Frachttransport. Das Tankflugzeug hat eine maximale Treibstoffkapazität von circa 96 297 kg und bis zu 94 198 kg zur Luftbetankung.Foto: DoD/Staff Sgt. Nathan Eckert

Bei Air Defender 2023, der größten Verlegeübung von Kampfflugzeugen seit dem Bestehen der Nato, will die Bundesluftwaffe Einschränkungen im Luftraum über Deutschland „so gering wie möglich“ halten. Allerdings werde es in den drei militärisch genutzten Luftübungsräumen täglich zeitversetzt für etwa zwei Stunden keinen zivilen Flugverkehr geben, teilt die Luftwaffe mit.

Was geschieht vom 12. bis 23. Juni?

Der deutsche Luftraum wird vom 12. bis zum 23. Juni Schauplatz der größten Luftwaffenübung seit Ende des Kalten Kriegs sein. Laut Bundeswehr werden 220 Flugzeuge, 23 verschiedene Jet-Typen sowie rund 10 000 Soldaten aus 24 Nato-Staaten teilnehmen. Davon entsenden sechs Länder Beobachter oder sind logistisch beteiligt. 64 Flugzeuge steuert die Bundesluftwaffe bei.

„Wir fliegen an zehn Tagen im gesamten Übungszeitraum. Zehn von 365 Tagen. Ich denke, das ist ein hinnehmbarer Anteil für die Verteidigung unserer aller Freiheit und Demokratie“, betont der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz.

Wo befinden sich die Lufträume im Südwesten, in denen das Militär übt?

Der Großteil von Air Defender 2023 wird im Norden und Osten Deutschlands abgehalten. Die Vielzahl der Flugzeuge aus anderen Nationen wurde dort untergebracht. Allerdings befinden sich auch zwei der Übungslufträume im Süden.

Einer davon beginnt etwa hinter der Grenze zu Rheinland-Pfalz und erstreckt sich bis über das gesamte Saarland. Hier werden die eigentlichen Kriegsspiele stattfinden.

Der andere Luftraum liegt großteils über Bayern, berührt aber auch Teile der baden-württembergischen Landkreise Göppingen und endet in etwa an den Kreisgrenzen zu Esslingen und Rems-Murr.

„Dieser Luftraum ist sozusagen unser Aufmarschgebiet“, sagt Oberstleutnant Jürgen Schönhöfer, der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 in Neuburg an der Donau. Auch Luftbetankungen der Kampfjets werden hier stattfinden. „Wir benutzen für Air Defender in weiten Teilen jene Lufträume, die wir auch bisher für unsere Übungen genutzt haben.“

Inwiefern ist die Region Stuttgart von dem Manöver betroffen?

Sowohl Stuttgart selbst als auch weite Teile der Region liegen in einem speziell eingerichteten Korridor, der die beiden südlichen Übungslufträume miteinander verbindet.

Dieser beginnt etwas südlich der Autobahn A 8 und verläuft etwa parallel zu ihr, im Norden endet er in einer Linie zwischen dem Raum Heidelberg und dem Ostalbkreis. „In diesem Korridor werden keine Luftkämpfe und auch keine Luftbetankungen stattfinden“, betont Schönhöfer.

Der Korridor, in dem sich unter anderem der Stuttgarter Airport befindet, werde nie komplett für zivile Flugzeuge gesperrt. „Wir werden dort lediglich auf genau definierten Flughöhen fliegen“, erklärt der Geschwaderkommandant.

Flugbewegungen durch Kampfjets werde es geben, aber keine Tiefflüge. Bei klarer Sicht könnten durchaus Militärjets zu sehen sein. Mit einer großen Lärmbelastung rechne er aber nicht: „Vor allem die amerikanischen A-10, die von Lechfeld aus fliegen, sind nicht besonders laut.“

Kommt es wegen der Übung zu Verspätungen bei Flugreisen?

Die Übungslufträume in Deutschland werden für die Übung niemals alle gleichzeitig, sondern wechselweise für Kampfflugzeuge reserviert. Dies geschieht mit zeitlicher Staffelung – in den südlichen Lufträumen wird beispielsweise von 13 bis 17 Uhr geflogen.

Passagierflugzeuge müssen die betroffenen Gebiete zu diesen Zeiten umfliegen. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat jüngst bekannt gegeben, dass Simulationen im Vorfeld gezeigt hätten, dass es wohl nicht zu Flugausfällen kommen werde.

Flugverspätungen sowie verlängerte Flugzeiten dagegen werden unausweichlich sein“, heißt es in einer Mitteilung. Im Zeitraum der Übung werde die DFS ihr Personal „in außergewöhnlichem Umfang aufstocken“. Fluggesellschaften und Flughäfen seien schon früh mit allen relevanten Informationen versorgt worden.

Info: Air Defender 2023

Was ist Air Defender 2023?
Es handelt sich dabei um ein multinationales Übungsszenario der Nato-Länder für Luftoperationen verbündeter Luftstreitkräfte. Ziel ist es, die Kooperation der teilnehmenden Nationen zu verbessern, auszuweiten und die Stärke des Bündnisses nach innen und außen zu demonstrieren.

Was bezweckt Air Defender 2023?
Das Szenario ist einem Artikel-5-Beistandsszenario (sogenannter Bündnisfall) der Nato nachempfunden. Das bedeutet: Der Bündnisfall beschreibt eine strategische Lage, in der eine von einem der jetzt 31 Mitgliedstaaten aufgrund eines militärischen Beistandsvertrages eingegangene Verpflichtung wirksam wird. Diese besteht darin, in einen Krieg einzutreten, den der jeweilige Bündnispartner führt, bzw. einen Krieg zum Schutze dieses Partners zu beginnen. Eine solche Möglichkeit der sogenannten kollektiven Verteidigung (Recht auf Selbstverteidigung) wird in Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen explizit vorgesehen, bis der UN-Sicherheitsrat angemessene Maßnahmen trifft.

Was wird bei „Air Defender 2023“ geübt?
Die an Air Defender 2023 teilnehmenden Streitkräfte üben die gemeinsame Reaktionsfähigkeit ihrer Luftstreitkräfte bei einer Krisensituation. Deutschland übernimmt die Rolle eines Verteidigungsknotenpunkts innerhalb Europas. Während der zwei Wochen dauernden Übung verlegt die US United States Air National Guard 100 Flugzeuge nach Europa.

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