Derzeit wird wieder häufig geschnupft und gehustet. Doch bei typischen Erkältungssymptomen denkt man in Corona-Zeiten immer auch an eine Infektion mit Sars-CoV-2. Und sowohl eine Influenza als auch die vom Coronavirus hervorgerufene Krankheit Covid-19 können im schlimmsten Fall tödlich verlaufen. Wir beantworten Fragen dazu und erklären, was man bei einer Infektion tun sollte.
Welche Symptomen treten bei welcher Erkrankung auf?
Generell können Atemwegserkrankungen eine sehr große Bandbreite an unterschiedlichen Verlaufsformen aufweisen. Halsweh, Schnupfen, Husten, Fieber, Atemnot, Kopfweh, Müdigkeit und Abgeschlagenheit sowie Gliederschmerzen sind bekannte typische Symptome. Aber es können weitere Beschwerden hinzukommen: Im Zusammenhang mit Corona wird etwa über Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung und Apathie geklagt. Das Problem ist, dass sich leichte Verlaufsformen einer Corona-Infektion kaum von einer Erkältung unterscheiden lassen. Eine Infektion mit dem Influenzavirus greift den Körper dagegen meist stark an – man fühlt sich krank und ist körperlich mitgenommen.
Was ist für Corona typisch?
Wenn man bei einer Erkältung nichts mehr schmeckt und riecht, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man sich mit Corona angesteckt hat. Geruchs- und Geschmackssinn können jedoch unterschiedlich stark beeinträchtigt sein. Ansonsten listet das RKI als typische Symptome Husten, Fieber und Schnupfen auf. In seltenen Fällen kommt es zu einer Lungenentzündung.
Wie häufig verläuft eine Infektion mit dem Coronavirus ohne Symptome?
Es gibt Menschen, die zu keinem Zeitpunkt einer Corona-Infektion irgendwelche Krankheitssymptome zeigen – Mediziner sprechen dann von einer asymptomatischen Infektion. Eine umfassende Auswertung von 94 Studien, die an der Uni Bern vorgenommen wurde, kam zu dem Schluss, dass „schätzungsweise 20 Prozent der Sars-CoV-2-Infektionen auf Dauer asymptomatisch bleiben“. Weiter gebe es Hinweise, dass infizierte Personen ohne Symptome weniger Ansteckungen verursachten als Infizierte mit Symptomen. Laut RKI wird angenommen, dass etwa 81 Prozent der diagnostizierten Personen einen milden, rund 14 Prozent einen schwereren und etwa fünf Prozent einen kritischen Krankheitsverlauf zeigen.
Welche Symptome treten bei Influenza auf?
Für eine echte Grippe, also eine Infektion mit dem Influenzavirus, ist typisch, dass sie schlagartig beginnt und dann den Patienten im wahrsten Sinne des Wortes lahmlegt. Hohes Fieber und Abgeschlagenheit sind kennzeichnend für den weiteren Verlauf. Zudem klagen die Patienten oft über starke Gliederschmerzen sowie Kopfschmerzen. Trockener, oft schmerzhafter Husten kommt hinzu, Schnupfen ist eher die Ausnahme. Kennzeichnend ist zudem, dass die Erschöpfung bis zu drei Wochen lang anhalten kann. Beim Verdacht auf Influenza ist ein Arztbesuch wichtig – vor allem wenn Risikopatienten betroffen sind, also Säuglinge und kleine Kinder, Schwangere, ältere Personen sowie Menschen mit Lungenerkrankungen. Bei Berufstätigen ist es aufgrund anhaltender Beschwerden ohnehin erforderlich, wegen der Krankschreibung zum Arzt zu gehen.
Wann handelt es sich um eine Erkältung?
Eine Erkältung, landläufig auch Grippe genannt, kann durch zahlreiche Viren hervorgerufen werden. Im Gegensatz zur Influenza beginnt sie langsam und verschlechtert sich allmählich. Die Körpertemperatur ist meist nur wenig erhöht, die Schlappheit hält sich in Grenzen, und der Kopf schmerzt nur leicht, wenn überhaupt. Schnupfen mit verstopfter oder laufender Nase ist ebenso typisch wie Husten, wobei auf den Reizhusten ein sogenannter produktiver Husten folgt.
Wie verlaufen die Krankheiten?
Während Erkältungen und grippale Infekte meist harmlos verlaufen, können Infektionen sowohl mit dem Influenzavirus als auch dem Coronavirus lebensbedrohlich werden und sogar zum Tode führen. Dem RKI zufolge sind insgesamt 2,4 Prozent aller Personen, für die bestätigte Sars-CoV-2-Infektionen in Deutschland übermittelt wurden, im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Bei Influenza schwanken die Todeszahlen von Jahr zu Jahr stark.
Wie erhält man Gewissheit?
Bei Corona zeigt ein sogenannter PCR-Test, bei dem genetisches Material von Sars-CoV-2 nachgewiesen wird, eine Infektion an. Ist Erbmaterial des Virus in der Probe enthalten, wird es so oft vermehrt, bis es sich nachweisen lässt. Diese Zahl der Vermehrungszyklen – Schwellenzyklus oder Ct-Wert genannt – gibt auch einen Anhaltspunkt, wie schwer die Infektion und wie ansteckend der betreffende Mensch ist. Je mehr Zyklen für einen positiven Test benötigt werden, desto geringer war die Menge der Erbgut-Ausgangssubstanz und desto kleiner die Virenlast. Sind mehr als 30 Zyklen erforderlich, dann gehen Experten davon aus, dass die Virenlast so klein ist, dass sich der Erreger nicht mehr vermehrt.
Was tun, wenn sich eine Erkältung anbahnt?
Da es schwierig ist, zwischen den Symptomen insbesondere für eine Erkältung und einer beginnenden Corona-Infektion zu unterscheiden, sollte man bei typischen Anzeichen zu Hause bleiben und sich telefonisch beraten lassen – vom Hausarzt oder einer Corona-Schwerpunktpraxis.

